- Diabetes-Grundwissen
Reisen mit Diabetes: Hinweise und Tipps – inklusive Infos für ausgewählte Urlaubsländer
4 Minuten

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Damit keine Berichte von medizinischen Notfällen, Medikamenten-Engpässen im Ausland oder anderen Zwischenfällen im Zusammenhang mit Diabetes dazu zählen, haben wir allgemeine Hinweise und Tipps zum Reisen mit Zucker im Gepäck zusammengestellt sowie Wissenswertes und wichtige Informationen für ausgewählte Urlaubsländer gesammelt.
Hinweis: Dieser Beitrag erschien erstmals am 6. Mai 2020, wurde überarbeitet und am 25. Juli 2025 aktualisiert.
Ihr habt erst vor Kurzem die Diagnose „Diabetes mellitus“ erhalten und fragt euch, ob ihr ab jetzt aufs Reisen verzichten müsst? Ihr habt eure Therapie nach den ersten Monaten vielleicht schon ganz gut drauf, fragt euch jetzt allerdings, was ihr beim anstehenden Urlaub – dem ersten als Mensch mit Diabetes – beachten müsst? Oder wagt ihr euch vielleicht zum ersten Mal seit der Diagnose auf weite Reisen in ferne Kontinente und wollt sichergehen, dass ihr richtig vorbereitet seid, wenn ihr mit „Zucker im Gepäck“ reisen müsst?
Dann ist unsere Beitragsreihe „Reisen mit Diabetes: Mit Zucker im Gepäck nach …“ womöglich genau das Richtige! Hier gibt es allgemeine Informationen zum Reisen mit Diabetes sowie wertvolles Wissen zu ausgewählten Urlaubsländern und was es dort mit Zucker im Gepäck zu beachten gilt.
Reisen mit Diabetes: Informationen für ausgewählte Urlaubsländer
In den folgenden Beiträgen findet ihr für beliebte Destinationen detaillierte Informationen: Wie heißt mein Insulin vor Ort, gibt es für dieses Land eine Ersatz-Urlaubspumpe? Wie viele Menschen mit Diabetes leben denn eigentlich dort und erhalte ich auch in dem entsprechenden Land Zugang zu medizinischer Versorgung? Diese und weitere Informationen findet ihr in den einzelnen Beiträgen:
Mit Zucker im Gepäck …
Worauf beim Reisen mit Diabetes generell zu achten ist…
Ob mit Diabetes oder nicht: Wer verreist – gerade in fernere Regionen – sollte sich zuerst mal vorab auf der Website des Auswärtigen Amts über die aktuelle Lage im Urlaubsland informieren.
Deutschen Staatsangehörigen wird dort empfohlen, sich unabhängig vom Land, das sie besuchen, und unabhängig von der Dauer des Auslandsaufenthalts in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts namens „Elefand“ (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) einzutragen. Über den freiwilligen Eintrag ist diplomatische Hilfe im Katastrophenfall – wenn etwa eine Evakuierung nötig würde – schneller organisierbar.

Ebenfalls für alle Reisenden sollte je nach Reiseziel ein Gang zum Tropenmediziner auf der To-Do-Liste vor Abreise stehen. Einen Überblick über tropenmedizinische Institutionen sowie reisemedizinisch zertifizierte fortgebildete Ärzte, Spezialisten zu Reisemedizin und Tropenmedizin und Gelbfieberimpfstellen in ganz Deutschland gibt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. Reiseunerfahrene oder Risikopatienten, die etwa Vorerkrankungen haben oder sich unsicher sind, sollten vor Abreise ihren Hausarzt oder Diabetologen konsultieren, um medizinische Notwendigkeiten und Fragen zu klären.
Packen und viele weitere Fragen
Und wenn der Urlaub näher rückt, sollten sich gerade Menschen mit Diabetes rechtzeitig Gedanken ums Packen machen, denn mit dem Zucker im Gepäck gehört mehr in den Koffer als Badehose und Sonnencreme. Medikamente in ausreichender (Ersatz-)Menge müssen erst besorgt werden, und ggf. eine Leihpumpe für die Reisezeit rechtzeitig beantragt werden.
➤ hier findet ihr eine Reise-Packliste für Menschen mit Diabetes als Orientierung
Wenn es dann endlich mit gepacktem Koffer oder Rucksack losgeht, tauchen unterwegs noch viele weitere Fragen auf: Was muss ich am Flughafen und im Flugzeug berücksichtigen, verträgt mein Insulin die Hitze oder Kälte vor Ort, kann ich exotische Lebensmittel einfach essen?
Über all das könnte man ein Buch schreiben – und das hat Susanne Löw auch getan: Der Ratgeber „Zucker im Gepäck“, erschienen bei Kirchheim/MedTriX, nimmt euch in zehn Kapiteln mit auf eine Lesereise durch die wichtigsten Aspekte rund ums Reisen mit Diabetes – und auch durch ihre Erlebnisse in 56 Länder. Diabetologe Dr. Andreas Weigel gibt zudem ergänzende medizinische Hinweise.

Bei Insulin, Medikamenten und Diabetes-Hilfsmitteln auf die Temperatur achten!
Im Buch gibt’s unter anderem auch Informationen zur Empfindlichkeit von Insulin: Übermäßiges Licht ist genauso schädlich wie übermäßige Hitze, Insulin sollte man daher zum Schutz vor Licht immer im Verpackungskarton aufbewahren. Insulin, das noch nicht im Gebrauch ists, sollte zwischen zwei und acht Grad im Kühlschranke (nicht aber in Gefrierschrank!) gelagert werden. Insulin, das bereits im Gebrauch und als Ersatz mitgeführt wird, muss dagegen nicht zwingend in den Kühlschrank: Raumtemperaturen nicht über 30 Grad hält Insulin bis zu vier Wochen lang aus.
Weitere allgemeine Hinweise und Ratschläge für Reisen mit Diabetes gibt es in dieser Übersicht.
Achtung: Auch Blutzuckerteststreifen und CGM-Sensoren sind empfindlich – man sollte sie bei Temperaruten zwischen vier und 30 Grad Celsius aufbewahren. Und auch die neuen Spritzenpräparate bei Typ-2-Diabetes (GLP-1-Analoga) sind sehr temperaturempfindlich. Tabletten unterliegen dagegen keinen temperaturabhängigen Einschränkungen, sind aber sehr wohl feuchtigkeitsempfindlich.
Spezifische Informationen für ausgewählte Urlaubsländer: Mit Zucker im Gepäck nach…
Den gesamten Inhalt des Buches können wir hier nicht wiedergeben. Aber ihr wisst vielleicht schon, wo euer nächster Urlaub stattfinden soll? Dann kann euch unsere Beitragsreihe zum Reisen mit Diabetes in ausgewählte Urlaubsländer mit spezifischen Informationen weiterhelfen:
Reisen mit Diabetes: Informationen für ausgewählte Urlaubsländer
In den folgenden Beiträgen findet ihr für beliebte Destinationen detaillierte Informationen: Wie heißt mein Insulin vor Ort, gibt es für dieses Land eine Ersatz-Urlaubspumpe? Wie viele Menschen mit Diabetes leben denn eigentlich dort und erhalte ich auch in dem entsprechenden Land Zugang zu medizinischer Versorgung? Diese und weitere Informationen findet ihr in den einzelnen Beiträgen:
Mit Zucker im Gepäck …
von Susanne Löw und Gregor Hess (Überarbeitung)
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
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