- Leben mit Diabetes
Reisen mit Diabetes: Mit Zucker im Gepäck … nach Italien
10 Minuten
Buongiorno! Vom Gardasee im Norden bis nach Sizilien im Süden: Italien erfreut sich großer Beliebtheit bei Besuchern aus aller Welt. Hier findet ihr Wissenswertes für Reisen mit Diabetes nach „Bella Italia“, zusammengestellt von der „Zucker im Gepäck“-Autorin Susanne Löw.
Hinweis: Dieser Beitrag erschien erstmals am 13. Juli 2020, wurde überarbeitet und am 1. Juli 2025 aktualisiert.
Italien hat 7.600 Kilometer Küstenlänge und viele Möglichkeiten, Sonne und Kultur zu genießen. Wenn man als Diabetiker/in in das Land im Mittelmeer reisen will, stellen sich zunächst dieselben Fragen wie bei jedem anderen Urlaub auch, wenn man „Zucker im Gepäck“ hat.
Antworten auf grundsätzliche Herausforderungen wie „Was muss ich einpacken?“, „Was ist im Flugzeug mit meinen Diabetes-Gadgets?“, „Verträgt mein Insulin die Temperaturen des Urlaubsziels?“ und weiterführende Informationen und Links sind im allgemeinen Beitrag „Reisen mit Diabetes: Allgemeine Hinweise und Informationen“ zusammengefasst.
Hier geht es nun dagegen ins Detail:
Inhaltsverzeichnis
ToggleAuf nach Italien!
Italien im Profil
Hauptstadt: Rom
Amtssprache: Italienisch
Größe: 302.073 Quadratkilometer (Deutschland: 357.340 Quadratkilometer)
Einwohner: 58.990.000 (Deutschland: 83.445.000)

Natur/Klima: Italien liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, weshalb es häufiger zu zum Teil schweren Erdbeben kommt, mehrere Vulkane in Italien sind immer wieder aktiv. Im Norden herrscht mitteleuropäisches, im Zentrum und Süden mediterranes Klima.
In den Wintermonaten besteht in den Bergen Norditaliens häufig die Gefahr von Lawinen und Erdrutschen. Bei Tauwetter besteht insbesondere in Norditalien die Gefahr von Überschwemmungen.
Im Mittelmeer kann es insbesondere von August bis November zu vereinzelten schweren Herbststürmen bis hin zu sogenannten Medicanes kommen. In der Folge sind Überschwemmungen und Erdrutsche sowie erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen möglich.
Vor allem in den Sommermonaten kommt es in Italien aufgrund der herrschenden klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden und in der Folge zu Verkehrs- und Luftqualitätsbeeinträchtigungen.
Daten-Quellen: Eurostat (Stand 29. Januar 2025) 1 / Auswärtiges Amt (Stand 22. April 2025) 2
Wichtige Kontakte für den Notfall
- Europaweite Notrufnummer: 112
- Notrufnummer für den medizinischen Notfallhilfsdienst: 118
- Notrufnummer der Polizei: 113
- Adresse der deutschen Botschaft: Via San Martino della Battaglia 4, 00185 Roma
- Telefonnummer der deutschen Botschaft: +39 (0)6 49 21 31
- Telefonnummer des Bereitschaftsdienst der deutschen Botschaft (nur für dringende Notfälle außerhalb der regulären Öffnungszeiten): +39 (0)6 49 21 31
- Generalkonsulate: Mailand
- Website der deutschen Vertretungen in Italien: talien.diplo.de/it-de/
- Kontaktstellen für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung im EU-Ausland: salute.gov.it/new/ (aktuell nur Italienisch)
- Anmeldung zur Krisenvorsorgeliste ELEFAND: krisenvorsorgeliste.diplo.de
Mehr Reiseerfahrungen von Susanne findet ihr übrigens auch in ihrer Reihe über ihren Aufenthalt auf einem Containerschiff: Auf hoher See, Teil 1: Planen und Packen
Diabetes in Italien
- Anzahl von Menschen mit Diabetes zwischen 20 und 79 Jahren: 5,018 Mio. (Deutschland: 6,485 Mio.)
- Altersbereinigte Diabetes-Prävalenz zwischen 20 und 79 Jahren: ca. 7,7 Prozent (Deutschland: ca. 7,8 Prozent)
- Anzahl von Menschen mit Typ-1-Diabetes zwischen 0 und 19 Jahren: ca. 18.500 (Deutschland: ca. 41.600)
- Dunkelziffer an Menschen mit Diabetes zwischen 20 und 79 Jahren: ca. 1,4 Mio. (Deutschland: ca. 1,3 Mio.)
➤ zum kompletten Länderprofil im IDF-Atlas (Englisch)
Daten-Quelle: Diabetes Atlas 2025 Report (11. Ausgabe) der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF) 3
Allgemeine Hinweise für Reisen mit Diabetes gibt es in dieser Übersicht.
Insuline in Italien
Nicht immer heißen Medikamente im Ausland genauso wie zuhause. Unter den folgenden Namen werden die jeweiligen Insulinpräparate der großen Hersteller in Italien vertrieben – Stand Juli 2025:
- Basalinsuline (langwirkend)
- Lantus® (Insulin Glargin); Hersteller: Sanofi
- Toujeo® (Insulin Glargin U300); Hersteller: Sanofi
- Levemir® (Insulin Detemir); Hersteller: Novo Nordisk
- Tresiba® (Insulin Degludec); Hersteller: Novo Nordisk
- Basaglar® (Biosimilar Glargin); Hersteller: Lilly
- Wöchentliches Basalinsulin
- Awiqli® (Insulin Icodec); Hersteller: Novo Nordisk
- Bolusinsuline (kurzwirksam bzw. rapid-acting)
- NovoRapid® / NovoLog® (Insulin Aspart); Hersteller: Novo Nordisk
- Humalog® (Insulin Lispro); Hersteller: Lilly
- Apidra® (Insulin Glulisine); Hersteller: Sanofi
- Humaninsuline *
- Actrapid® / Novolin®; Hersteller: Novo Nordisk, Lilly
- Insulatard®; Hersteller: Novo Nordisk
- Humulin®; Hersteller: Lilly
- Insuman®; Hersteller: Sanofi
* Humaninsuline sind teilweise von Lieferengpässen betroffen und/oder könnten schrittweise vom Markt genommen werden und somit künftig nicht mehr verfügbar sein.
- Kombinationspräparate
- NovoMix (Biphasisches Aspart); Hersteller: Novo Nordisk
- Ryzodeg (Degludec + Aspart); Hersteller: Novo Nordisk
- Xultophy (Degludec + Liraglutid); Hersteller: Novo Nordisk
Hinweis: In manchen Ländern gibt es teils eigene Produktportfolios, etwa hinsichtlich Darreichungsformen und Stärken/Konzentrationen. Änderungen im Produktportfolio können jederzeit stattfinden, vor individueller Abreise sollten daher Angaben über die Kunden-Hotline des Herstellers auf Aktualität überprüft werden.
Quellen: Agenzia Italiana del Farmaco (AIFA) 4 / Unternehmensangaben 5
Mehr zum Nachschlagen gibt es im Beitrag „Reisen mit Diabetes: Diese Bücher und Materialien helfen weiter“
Pumpenersatz/Leihpumpen für Reisen nach Italien
Insulinpumpenträger können sich i.d.R. vor Abreise je nach Hersteller leihweise eine Urlaubspumpe für den Fall eines technischen Defekts ihrer eigenen Pumpe während des Urlaubs besorgen. Andere Hersteller bieten einen weltweiten Austauschservice an. Folgende Regelungen gelten für die gängigsten Insulin-Pumpen (Stand Juli 2025 – vor Abreise Aktualität über Hotline seines Pumpenanbieters überprüfen):
MiniMed 740G / 770G / 780G von Medtronic
- Bei einem Pumpen-Defekt, den die Hotline nicht via Telefon lösen kann, wird ins europäische Ausland spätestens bis zum Folgetag eine Austauschpumpe geliefert (ausgeschlossen: schwer erreichbare Inseln). Voraussetzung ist eine bestehende Lieferanschrift am Urlaubsort. 24-Stunden-Hotline fürs Ausland: +49 2159/814 93 70. Eine Sonderregelung besteht für Kinder, die zum Zeitpunkt des Reiseantritts jünger als 10 Jahre alt sind, sowie für Reisende außerhalb Europas, ohne feste Unterkunft, auf schwer erreichbaren Inseln oder auf Kreuzfahrten erhalten zudem für maximal 6 Wochen eine Urlaubspumpe. Dafür sollte man mind. 6 Wochen Wochen vor der Abreise die kostenlose 24-h-Hotline unter 0800/646 46 33 kontaktieren. Die Rücksendung erfolgt per kostenfreiem Rücksendeschein.
Omnipod 5 / Omnipod DASH von Insulet
- Je nach Verfügbarkeit wird ein kostenloses PDM-Leihgerät für die Zeit des Urlaubes angeboten. Voraussetzung ist die laufende OmniPod-Garantiezeit des eigentlichen Systems von 4 Jahren. Die Beantragung muss mind. 3 Wochen vor Reisebeginn getätigt werden und läuft über den Kundendienst von Insulet via 24-h-Hotline 0800/182 16 29 oder per Kontaktformular auf der Hersteller-Website. Die 24-h-Hotline fürs Ausland lautet +49 89/95 46 73 89 Die Rücksendung erfolgt 5 Tage nach Urlaubsende per kostenfreiem Rücksendeschein.
mylife YpsoPump von Ypsomed
- Eine Urlaubspumpe wird nach Prüfung für Auslandsreisen für 1 bis 4 Wochen (oder nach Absprache) kostenlos zur Verfügung gestellt, die man mind. 3 Wochen vor Antritt der Reise unter der ebenfalls kostenlosen Hotline 0800/977 66 33 (Mo. bis Fr., 8 bis 17 Uhr) oder per Mail unter info@ypsomed.de beantragen kann. 24-Stunden-Hotline (auch aus dem Ausland): +49 69/310 19 70. Die Rücksendung erfolgt per Rücksendeaufkleber spätestens 5 Tage nach dem Urlaub. Falls die Pumpe nicht direkt über Ypsomed geliefert wurde, muss eine erfolgte technische Einweisung nachgewiesen werden.
Dana‑i / Dana RS von SoOIL (Vertrieb und Service durch IME-DC GmbH)
- Eine Urlaubspumpe wird nach Prüfung kostenlos für 1 bis max. 3 Wochen (längere Leihdauern müssen mit dem Kundenservice besprochen werden) zur Verfügung gestellt. Beantragung 4 bis 6 Wochen vor Antritt der Reise unter der Servicenummer 09281/850160 . 24-Stunden-Hotline (auch aus dem Ausland): +49 9281/85016888. Die Rücksendung erfolgt per kostenfreiem Rücksendeschein spätestens 7 Tage nach Urlaubsende oder nach Vereinbarung.
t:slim X2 von VitalAire
- Innerhalb der EU und auf definierten Inseln (deutsche Inseln, Mallorca, Gotland, Sizilien, Sardinien, Malta, Zypern (griechisch) und Inseln mit Brücke zum Festland) ist keine Urlaubspumpe im Voraus notwendig – bei einem Defekt wird innerhalb von 2 Tagen (ausgenommen Feiertage und Wochenende) eine Ersatz-Insulinpumpe direkt an die Urlaubsadresse geliefert. Es wird geraten, vorab über die Hotline 0800/100 16 44 (Mo. bis Fr., 8 bis 18 Uhr) zu prüfen, ob dieser Service aktuell Einschränkungen aufgrund lokaler Gegebenheiten unterliegt. Die Hotline aus dem Ausland (24h-Erreichbarkeit für Unsicherheiten und Notfälle) lautet +49 421/48 63 18 63. Für Reisen außerhalb der EU (bzw. nicht abgedeckten Regionen) stellt VitalAire kostenfrei eine Urlaubspumpe zur Verfügung; der Versand erfolgt vor Reiseantritt und sollte rechtzeitig im Voraus beantragt werden, ebenfalls unter der Telefonnummer 0800/100 16 44.
Kaleido von ViCentra
- ViCentra bietet aktuell keinen offiziellen Leih‑ oder Urlaubspumpen-Service für das Kaleido‑System an, allerdings werden im Starter‑Kit standardmäßig zwei Pumpen geliefert, für die eine als Ersatzpumpe für den Urlaub verwendet werden kann. Für weitere Fragen kann der Kundensupport kontaktiert werden unter der Telefonnummer +49 322/21 09 65 80 (auch im Ausland) oder per E-Mail unter der Adresse kaleidocare.de@hellokaleido.com
Medtrum von der Medtrum GmbH
- In Deutschland gibt es aktuell kein Angebot über den Hersteller oder Diabetes-Fachhändler für einen Urlaubs-/Ersatzpumpen-Service. Es ist ratsam, sich vor Urlaubsbeginn bei der Medtrum GmbH über individuelle Lösungen zu informieren via Tel.: 0800/633 87 86 oder E-Mail: info.germany@medtrum.com.
Accu-Chek Combo / Insight / Solo von Roche Diagnsotics
- Der Vertrieb für Accu‑Chek Combo und Accu‑Chek Insight wurde eingestellt, der Urlaubs- oder Ersatzpumpenservice ist für diese Modelle nicht mehr gültig. Für die Accu-Chek Solo ist es ratsam, sich bei Roche Diagnostics über individuelle Lösungen zu informieren über die Hotlines 0800/44 66 80 0 im Inland und +49 621/87 06 61 42 im Ausland oder via Kontaktformular auf der Accu-Chek-Website.
Quelle: Unternehmensangaben 5
CGM-Systeme/-Sensoren in Italien
Was tun, wenn CGM-Sensoren im Urlaub verloren gehen, beschädigt oder gestohlen werden? Und was ist bezüglich der verwendeten Apps zu beachten? Generell sollten ausreichend Sensoren mitgeführt werden, bei Flügen idealerweise im Handgepäck und ein Notfallvorrat im aufgegebenem Gepäck (Hinweis: Die Sensoren unbedingt in thermisch isolierte Hüllen oder Taschen packen, damit sie durch den Temperaturunterschied im Frachtraum keinen Schaden nehmen).
Ersatz bei defekten Sensoren
Italien gehört zu den Ländern innerhalb der Europäischen Union, in denen der Zugang zu medizinischen Geräten wie CGM-Systemen sehr gut organisiert ist. Reisende aus Deutschland haben gute Chancen, bei Defekten Ersatzsensoren für alle gängigen CGM-System zu erhalten. Auch der Kundenservice der großen Hersteller ist in Italien in der Regel gut erreichbar. Der Ablauf ist ähnlich wie in Deutschland und anderen westlichen Ländern: Um Ersatz zu erhalten, musst in der Regel ein Nachweis über den Defekt des Sensors erbracht werden, wie z.B. die Seriennummer, den Kaufbeleg oder Fotos des defekten Sensors. Der Austauschprozess wird durch diese Nachweise unterstützt und sorgt dafür, dass der Ersatz so schnell wie möglich organisiert wird. Die Bearbeitung erfolgt in der Regel effizient und innerhalb von ein bis zwei Werktagen, abhängig vom Hersteller und der Region.
Ersatz bei verlorenen oder gestohlenen Sensoren
Bei Anwendungsfehlern, Verlust oder Diebstahl wird in der Regel kein kostenloser Ersatz angeboten. Einige Hersteller bieten jedoch eine Kulanzregelung an, bei der möglicherweise Ersatzsensoren gegen eine Gebühr oder innerhalb eines bestimmten jährlichen Kulanzrahmens zu erhalten sind. Ansonsten müssen Ersatzsensoren eigenständig gekauft werden. In Italien ist die Verfügbarkeit von CGM-Produkten sehr gut. In großen Städten gibt es spezialisierte Apotheken, Diabetes-Zentren und medizinische Fachgeschäfte, die Ersatzsensoren für verschiedene CGM-Systeme anbieten. Auch Online-Apotheken bieten eine breite Auswahl an. Die Preise sind vergleichbar mit denen in Deutschland, können aber je nach Hersteller und Modell leicht variieren. Der Kundensupport ist während der üblichen Geschäftszeiten erreichbar, und die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel auf Italienisch, allerdings bieten viele Hersteller auch englischsprachigen Support an. Der Kundensupport in Italien ist in ländlichen Regionen jedoch manchmal etwas langsamer, da die zentralisierten Service-Hotlines die Anfragen aus ganz Italien bearbeiten.
Allgemeine Empfehlungen
Generell empfiehlt es sich, vor Reiseantritt alle relevanten Apps und Updates für das jeweilige System auf dem Smartphone zu installieren, da einige Hersteller App-Downloads im Ausland einschränken. Für alle Systeme gilt: Kopien von Quittungen und Rezepten sowie ärztliche Bescheinigungen und Kontaktdaten des Kundendienstes sollten am besten stets mitgeführt werden.
Ergänzend kann eine Reisegepäckversicherung im Falle eines Diebstahls einspringen – jedoch oft nur zum Zeitwert und ohne akuten Ersatz. In der Regel können Sensoren auch vor Ort in Apotheken zum Selbstzahler-Preis erworben werden, wobei zu beachten ist, dass manche Sensoren länderspezifisch sind und nur mit Systemen des jeweiligen Landes kompatibel sind.
Zudem rät es sich, ein System für die punktuelle Blutzuckermessung und ausreichend Teststreifen mitzunehmen.
Quelle: Unternehmensangaben 5

Medizinische Versorgung und Versicherungsschutz in Italien
Italien verfügt über ein gut ausgebautes Gesundheitssystem mit einer hohen Versorgungsqualität. Für Reisende mit Diabetes ist die medizinische Betreuung in der Regel problemlos möglich – insbesondere in städtischen Gebieten und touristisch erschlossenen Regionen. Es wird empfohlen, ausreichend Medikamente, Insulin und Messmaterial mitzuführen, da spezielle Produkte oder gewohnte Marken vor Ort eventuell nicht verfügbar sind (siehe oben).
Auch ein Diabetes-Ausweis (mehrsprachig; siehe unten) und eine ärztliche Bescheinigung zur Mitnahme von Medikamenten und Insulin im Handgepäck sind sinnvoll. Bei geplanten längeren Aufenthalten sollte im Vorfeld geprüft werden, wo diabetologische Fachzentren oder Apotheken mit entsprechendem Sortiment erreichbar sind.
Versicherungsschutz
Als EU-Mitgliedstaat erkennt Italien die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) an, mit der gesetzlich Versicherte aus Deutschland im medizinischen Notfall Zugang zur notwendigen Behandlung erhalten. Wer in Deutschland gesetzlich versichert ist, genießt laut GKV-Spitzenverband (Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland) also auch in Italien Versicherungsschutz, wenn eine medizinische Notwendigkeit eintritt. Als Anspruchsbescheinigung für Sachleistungen wie eine ärztliche oder Krankenhausbehandlung nach italienischem Recht gilt die europäische Krankenversicherungskarte bzw. eine provisorische Ersatzbescheinigung (vor der Abreise mit der eigenen Krankenkasse klären).
Ausführliche Informationen über die Leistungen der Krankenversicherung und das italienische Gesundheitssystem bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DKVA) als Teil des GKV-Spitzenverbands. In einem Merkblatt zum „Urlaub in Italien“ findet man dort unter anderem auch eine Liste mit Anschriften der italienischen Krankenkassen, wo wiederum Verzeichnisse mit Vertragsärzten ausliegen.
Privatversicherte profitieren laut PKV (Verband der Privaten Krankenversicherung) in ganz Europa von einem Versicherungsschutz in vollem Umfang der tariflichen Leistungen. Für die Dauer von mindestens einem Monat, bei vielen Versicherern sogar drei oder mehr Monaten, gilt der private Vollschutz demnach weltweit. Diese Frist kann sich laut PKV verlängern, wenn man aus Gesundheitsgründen die Heimreise nicht antreten kann. Einige Unternehmen bieten auch an, den weltweiten Versicherungsschutz durch eine individuelle Vereinbarung vor der Abreise ins Ausland zu verlängern. Privatversicherte sollten sich daher vor der Abreise informieren, welche Leistungen für welche Reisedauer die eigene Krankenkasse in Italien übernimmt.
Außerdem empfiehlt es sich, auf Reisen nach Italien – wie in jedes Land und egal, ob gesetzlich oder privat versichert – für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den Krankenkassen gegebenenfalls nicht übernommen werden (z.B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder in Privatkliniken).
Quellen: Auswärtiges Amt 2 GKV-Spitzenverband 6 / Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA) 7 / Verband der Privaten Krankenversicherung 8
Notfallausweis auf Italienisch
Damit einem im Notfall sofort adäquat geholfen wird, lohnt es sich, einen Notfallausweis dabeizuhaben.
Einen internationalen Ausweis bekommt ihr hier im MedTriX-Shop.
Hier eine italienische Übersetzung für einen Notfall-Hinweis, die man sich auch einfach für die Reise ausdrucken kann:
„Sono diabetico e sono curato con l’insulina. In caso di malore, di comportamento anormale o die svenimento fatemi prendere zucchero o una bevanda assai zuccherata. Se non sono in grado in inghiottire o se non riprendo rapidamente is sensi e il caso di farmi immediatemente una puntura di glucagon. A tale scopo avvertite mia familia, o un medico, a fatemi transportare all’ospedale.”
„Ich bin zuckerkrank und werde mit Insulin behandelt. Im Fall von Unwohlsein, anormalem Verhalten oder Bewusstseinsverlust geben Sie mir mehrere Stücke Zucker zu essen, Bonbons, Brot oder ein sehr süßes Getränk. Wenn ich nicht schlucken kann oder nicht sehr schnell zu mir komme, sollte man mir umgehend Glukagon injizieren. Dazu benachrichtigen Sie meine Familie oder einen Arzt oder lassen Sie mich sofort ins Krankenhaus bringen.“
Kulinarische italienische Spezialitäten
Die mediterrane Küche hat weltweit Fans. Zwei Klassiker mit italienischen Wurzeln: Pizza und Spaghetti. Beide Gerichte können stark in Größe und Belägen bzw. Zutaten variieren, dennoch hier ein grober Anhaltspunkt, um die Kohlenhydrate dafür zu berechnen:

Pizza
Der Klassiker aus Italien – und oft wegen der großen Menge an Kohlenhydraten eine Herausforderung für Diabetiker.
- 100 Gramm haben je nach Größe und Dicke des Teigs in etwa 30 bis 35 Gramm Kohlenhydrate
Spaghetti
Nicht weniger anspruchsvoll, weil nicht weniger kohlenhydratreich: Pasta wie zum Beispiel eine Portion Spaghetti!
- 100 Gramm haben in etwa 30 Gramm Kohlenhydrate
Gute Reise – buon viaggio!
Reisen mit Diabetes: Informationen für ausgewählte Urlaubsländer
Weitere Beiträge über Reisen mit Diabetes in ausgewählte Urlaubsländer findest du hier:
Mit Zucker im Gepäck …
Quellen:
- Eurostat (Stand 29. Januar 2025)
- Auswärtiges Amt (Stand 22. April 2025)
- Diabetes Atlas 2025 Report (11. Ausgabe) der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF)
- Agenzia Italiana del Farmaco (AIFA)
- Unternehmensangaben
- GKV-Spitzenverband
- Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA)
- Verband der Privaten Krankenversicherung
von Susanne Löw und Gregor Hess (Überarbeitung)
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 3 Tagen, 18 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 1 Tag, 14 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
-
ole-t1 antwortete vor 1 Tag, 14 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
-
schorschlinger antwortete vor 1 Tag, 11 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
-
hexle antwortete vor 10 Stunden, 50 Minuten
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 10 Stunden, 49 Minuten
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
-
diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 4 Tagen, 9 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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