Gesunde Ernährung für Kinder: Verbände fordern Maßnahmen von neuer Regierung

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Gesunde Ernährung für Kinder: Verbände fordern Maßnahmen von neuer Regierung | Foto: vovan/Samia Razziq – stock.adobe.com
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Gesunde Ernährung für Kinder: Verbände fordern Maßnahmen von neuer Regierung

Im Vorfeld der Bundestagswahl verlangen Verbände von der kommenden Regierung konkrete politische Schritte insbesondere im Bereich der Ernährung, um die Kinder-Gesundheit zu fördern. Mit Maßnahmen wie einer Süßgetränkeabgabe und kostenlosem Mittagessen soll Übergewicht bekämpft und soziale Ungleichheit reduziert werden.

Kurz vor der Bundestagswahl appellieren zahlreiche Wissenschafts-, Ärzte- und Verbraucherverbände sowie Kinderrechtsorganisationen an die künftige Bundesregierung, den Fokus verstärkt auf die Gesundheit von Kindern zu legen. Laut den Initiatoren, darunter der Verbraucherzentrale Bundesverband und das Deutsche Kinderhilfswerk, sind rund 14 Prozent der Minderjährigen in Deutschland von Übergewicht oder Adipositas betroffen – Kinder aus einkommensschwachen Familien trifft es dabei überproportional häufig. Deshalb sei eine Förderung gesunder Ernährung unabhängig von der sozialen Herkunft essenziell, erklären die Organisationen.

Gesunde Ernährung für Kinder: Verbände präsentieren Vier-Punkte-Programm für neue Regierung

Die Verbände legen der Politik ein Vier-Punkte-Programm vor, das in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden soll: eine Abgabe auf süße Getränke, Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel, kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie die Streichung der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Diese Maßnahmen seien nicht nur sozial gerecht, sondern könnten laut den Experten auch hohe Gesundheitskosten vermeiden.

Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass solche Schritte Wirkung zeigen. Großbritannien führte 2018 eine Süßgetränkeabgabe ein, was laut einer Studie der Universität Cambridge den Zuckerkonsum bei Kindern messbar senkte. Eine Modellrechnung der TU München schätzt, dass eine ähnliche Abgabe in Deutschland mehrere Hunderttausend Fälle von Typ-2-Diabetes verhindern und Kosten in Höhe von 16 Milliarden Euro einsparen könnte.

Prävention ernährungsbedingter Krankheiten: andere Länder gehen mit gutem Beispiel voran

Deutschland hinkt in Sachen Prävention ernährungsbedingter Krankheiten jedoch hinterher. Während Länder wie Schweden bereits kostenlose gesunde Schulessen anbieten, die langfristig sozioökonomische Unterschiede ausgleichen, scheiterten hierzulande selbst moderate Vorschläge wie Werbebeschränkungen am Widerstand der Lebensmittelindustrie. Dies wiegt umso schwerer, da Kinder aus einkommensschwachen Familien besonders stark von Fehlernährung betroffen sind.

Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sind alarmierend: Nach Angaben der OECD ist jeder siebte Todesfall in Deutschland auf ungesunde Ernährung zurückzuführen. Die durch Adipositas verursachten Kosten belaufen sich auf über 60 Milliarden Euro jährlich. Die Verbände betonen daher: Investitionen in die Kindergesundheit zahlen sich nicht nur langfristig für die Betroffenen aus, sondern auch für die gesamte Gesellschaft.

Statements der am Apell beteiligten Verbände

(Statements anklicken zum Ausklappen)

Barbara Bitzer von der Deutschen Allianz nichtübertragbare Krankheiten (DANK)

„Die gesundheitlichen Auswirkungen von Adipositas und Diabetes sind alarmierend – und die sozialen Folgen und wirtschaftlichen Kosten immens. Für Diabetes und seine Folgeerkrankungen entstehen der Solidargemeinschaft im Jahr Kosten von etwa 30 Milliarden Euro. Prävention ist der Schlüssel und muss bereits im Kindesalter beginnen: Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine Herstellerabgabe auf ungesunde Getränke und umfassende Werbebeschränkungen für Ungesundes wichtige Bausteine sind, um die Gesundheit unserer Kinder nachhaltig zu schützen, künftige Generationen vor einer hohen Krankheitslast zu bewahren und das Gesundheitssystem spürbar zu entlasten.“

Michaela Schröder vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv):

„Es muss für Verbraucher:innen einfacher werden, sich gesund zu ernähren. Überzuckerte Getränke und ungesunde Fertiggerichte sind ein Ärgernis für Verbraucher:innen – insbesondere wenn es um die Gesundheit von Kindern geht. Hohe Lebensmittelpreise erschweren eine gesunde Ernährung zusätzlich. Die Politik muss die Sorgen der Verbraucher:innen ernst nehmen und für spürbare Verbesserungen in ihrem Alltag sorgen. Das stärkt das Vertrauen in Staat und Markt. Und davon profitieren wir alle.“

Luise Molling von foodwatch

„Alle Kinder haben das Recht, gesund aufzuwachsen. Gesunde Kinderernährung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir dürfen nicht länger tatenlos zusehen, wie die Lebensmittelindustrie auf Kosten der Kindergesundheit dicke Profite macht – die künftige Bundesregierung muss die Kinder vor den perfiden Marketingtricks und überzuckerten Produkten der Junkfood-Konzerne schützen.”

Dr. med. Anke Steuerer vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ)

„Prävention fängt schon bei den Jüngsten an. Tagtäglich sehen wir in unseren Kinder- und Jugendarztpraxen, wie das Ernährungsverhalten und damit die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von ihrer sozialen Herkunft abhängt. Aus kranken Kindern werden häufig Erwachsene, die ihr ganzes Leben lang unter Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht leiden. Daher muss sich etwas ändern, wenn wir mittel- bis langfristig die Gesundheit der Menschen in unserem Land verbessern und insbesondere die Rate der kardiovaskulären Erkrankungen reduzieren wollen. Primärprävention heißt, die Entstehung von Krankheiten grundsätzlich zu verhindern. Eine ausgewogene, zuckerreduzierte Kost für unsere Kinder und Jugendlichen ist dafür essenziell.“

Dr. med. Anke Steuerer vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ):

„Prävention fängt schon bei den Jüngsten an. Tagtäglich sehen wir in unseren Kinder- und Jugendarztpraxen, wie das Ernährungsverhalten und damit die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen von ihrer sozialen Herkunft abhängt. Aus kranken Kindern werden häufig Erwachsene, die ihr ganzes Leben lang unter Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht leiden. Daher muss sich etwas ändern, wenn wir mittel- bis langfristig die Gesundheit der Menschen in unserem Land verbessern und insbesondere die Rate der kardiovaskulären Erkrankungen reduzieren wollen. Primärprävention heißt, die Entstehung von Krankheiten grundsätzlich zu verhindern. Eine ausgewogene, zuckerreduzierte Kost für unsere Kinder und Jugendlichen ist dafür essenziell.“

Holger Hofmann vom Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW):

„Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind die wesentlichen Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Dabei ist das Ernährungsverhalten ein zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Dieser wird wesentlich im Kindesalter erlernt und gebildet. Die hier erworbenen Ernährungsmuster behalten Kinder und Jugendliche oft ein Leben lang. Zugleich fehlt es vielen Kindern aus finanziell benachteiligten Familien an Möglichkeiten, sich ausgewogen zu ernähren: mit schweren Folgen für ihre Entwicklung. Hier ist die nächste Bundesregierung gefordert, endlich Abhilfe zu schaffen.“

Wendelin Haag vom Deutschen Bundesjugendring

„Jungen Menschen muss ein Umfeld für ein selbstbestimmtes und gesundes Aufwachsen ermöglicht werden. Dazu gehört ein preisgünstigstes Angebot an gesunden Lebensmitteln. Die nächste Bundesregierung muss dem gesunden Aufwachsen junger Menschen klar Priorität vor den Profitinteressen der Lebensmittelindustrie einräumen.“


von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien von Foodwatch, der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 7 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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