- Eltern und Kind
Nach dem Frühstück immer „zu hoch“?
3 Minuten
Kinder mit Typ-1-Diabetes sind auf die regelmäßige und korrekt berechnete Zufuhr von Insulin angewiesen. Der Tagesbedarf ist dabei abhängig von Alter, Gewicht und Diabetesdauer. Man unterscheidet zwischen Basalinsulin und Mahlzeiteninsulin.
Basalinsulin
Das Basalinsulin ist die Insulinmenge, die notwendig ist, um die von der Leber produzierte Glukose "abzufangen". Die zu verabreichende Menge wird vom Arzt festgelegt, sollte bei ca. 30 bis 40 % des Gesamtinsulinbedarfs liegen und wird entweder in Form der Basalrate über eine Insulinpumpe verabreicht oder als Langzeitinsulin per subkutaner Injektion ein- bis zweimal am Tag.
Die Menge des Basalinsulins ist unabhängig von den Mahlzeiten, so dass täglich die gleiche Menge gegeben wird. Es gibt aber Sondersituationen, in denen auch die Dosis des Basalinsulins angepasst werden muss. Dazu gehören z. B. fieberhafte Infekte, die mit einem erhöhten Bedarf einhergehen, und verstärkte körperliche Aktivitäten, bei denen zum Schutz vor Hypoglykämien (Unterzuckerungen) eine Reduktion erforderlich sein kann.
Mahlzeiteninsulin
Anders verhält es sich mit dem Mahlzeiteninsulin. Die zu verabreichende Menge muss individuell und zu jeder einzelnen Mahlzeit neu berechnet werden. Die Berechnung erfolgt anhand der Menge der Kohlenhydrate und des aktuellen Glukosewertes. Um eine gute Stoffwechsellage zu erzielen, muss also auch eine Messung der Glukosewerte mehrfach täglich entweder blutig per Fingerpiks und/oder durch Ablesen am Glukosesensor erfolgen. Durchzuführen sind generell Messungen VOR der Mahlzeit, um die Stoffwechsellage zu optimieren sind auch Messungen zwei Stunden NACH der Mahlzeit sinnvoll.
Nach dem Frühstück immer zu hoch – warum?
"Nach dem Frühstück immer zu hoch" ist ein nicht seltenes Phänomen, von dem Eltern in der Ambulanz berichten. Gemeint sind damit Glukosewerte oberhalb des Zielbereichs, also höher als 180 mg/dl (10 mmol/l), ca. 2 Stunden nach dem ersten Frühstück.
Die Hintergründe
1. Die
2. Bei der
3. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der
4.
5. Werden nach Überprüfung der genannten Punkte weiterhin zu hohe Glukosewerte nach dem Frühstück gemessen, sollte die Zusammensetzung des Frühstücks bezüglich der
Sensorkurven zeigen Unterschiede
Anhand von Glukosesensorkurven kann man Unterschiede in Abhängigkeit von der Art der aufgenommenen Kohlenhydrate sehen (siehe Abb. 1 u. 2). Kohlenhydrathaltige Lebensmittel machen häufig den größten Anteil einer Mahlzeit aus. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass bevorzugt komplexe (Polysaccharide), ballaststoffreiche und nicht raffinierte Kohlenhydrate verzehrt werden – diese verursachen einen deutlich niedrigeren Blutzuckeranstieg.
Abb. 1 : Hoher Anteil einfacher und schnellwirkender Kohlenhydrate. Trotz Abgabe des Insulinbolus 15 Minuten vor der Mahlzeit kommt es zu einem ausgeprägten Anstieg des Glukosewertes bis über 220 mg/dl (12,2 mmol/l), der auch nur sehr langsam wieder abfällt.
Abb. 1 : Hoher Anteil einfacher und schnellwirkender Kohlenhydrate. Trotz Abgabe des Insulinbolus 15 Minuten vor der Mahlzeit kommt es zu einem ausgeprägten Anstieg des Glukosewertes bis über 220 mg/dl (12,2 mmol/l), der auch nur sehr langsam wieder abfällt.
Beispiele für Frühstückskombinationen
Oben sind drei Beispiele für mögliche Frühstückskombinationen und ihre Auswirkungen auf die Glukosewerte dargestellt. Gezeigt werden die Sensorkurven eines 7,5 Jahre alten Mädchens, das seit 1,5 Jahren an Typ-1-Diabetes erkrankt ist; ihre Kurven wurden uns freundlicherweise von der Familie zur Verfügung gestellt.
Die Kurven in Abb. 1 und 2. zeigen den Glukoseverlauf nach Aufnahme eines Frühstücks mit einem großen Anteil einfacher und schnellwirkender Kohlenhydrate. Die Sensorkurve in Abb. 3 zeigt die Glukosekurve nach Aufnahme eines ballaststoffreichen, aus komplexen Kohlenhydraten bestehenden Frühstücks.
Abb. 3: Hoher Anteil von Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten. Der Anstieg der Glukosewerte fällt nur dezent und sehr kurz aus, die Glukosewerte sind hier sehr stabil.
Die Sensorkurven dieser Beispiele veranschaulichen, dass sich die Zusammensetzung der Kohlenhydrate auf den Glukosewert auswirkt. Ein hoher Anteil an komplexen und ballaststoffreichen Kohlenhydraten führt zu einem niedrigeren und kürzer anhaltenden Anstieg der Glukose nach dem Essen und hat zudem noch einen länger anhaltenden Sättigungseffekt. Bei der Auswahl der Nahrungsmittel sollte daher verstärkt auf den Anteil komplexer und ballaststoffreicher Kohlenhydrate, wie sie in Vollkornprodukten zu finden sind, geachtet werden.
Für das Frühstück bedeutet das konkret: besser Vollkornmüsli, Haferflocken, Roggenbrot und Joghurt statt Croissant, Toast, Marmelade und Cornflakes. Dass dies nicht immer sofort umsetzbar ist, ist nachvollziehbar, aber vielleicht ist ja das eine oder andere weiße Brötchen oder Toastbrot nach und nach gegen ein Vollkornbrot oder die Haferflocken zu ersetzen. Probieren Sie es aus und steigen Sie zunehmend auf ballaststoffreiche Ernährung um!
Fazit
Autor:
|
|
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung
Community-Rezept: Vietnamesische Sommerrollen mit Gambas von Chrissi
3 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
bloodychaos postete ein Update vor 3 Tagen, 8 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri


Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGM
Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.