- Eltern und Kind
Pubertät und Menstruation
2 Minuten
Die Pubertät ist eine Zeit der großen hormonellen Veränderungen. Wie beeinflussen andere Hormone die Insulinwirkung? Und wie wirkt sich Diabetes auf die Menstruation aus?
Pubertät allgemein
- In der Pubertät verändert sich der Körper durch die Ausschüttung von Geschlechtshormonen (bei Mädchen: Östrogene; bei Jungen: Testosteron).
- Diese Hormone beeinflussen auch die Insulinwirkung – es ist in der Pubertät meistens mehr Insulin notwendig, um eine gute Stoffwechsellage zu erreichen. Zudem schwanken die Spiegel von Testosteron und Östrogenen im Blut je nach Tageszeit oder Zyklustag erheblich, was auch zu stärker schwankenden Blutzuckerwerten führt.
- In der Pubertät wird zudem vermehrt Wachstumshormon ausgeschüttet (in der Regel frühmorgens) – was neben Wachstum auch zu hohen Blutzuckerspiegeln führt. Eine Folge sind hohe Blutzuckerwerte beim Aufstehen (Dawn-Phänomen). Die Ausschüttung des Wachstumshormons unterliegt allerdings noch vielen anderen Einflüssen, so dass die Werte nicht jeden Morgen erhöht sind.
- Da durch die hormonellen Einflüsse in der Pubertät der Insulinbedarf deutlich ansteigt, sollte die Insulindosierung häufig überprüft und ggf. angepasst werden.
Weiblicher Zyklus und Diabetes
- Mädchen, die bereits vor der ersten Periodenblutung an Typ-1-Diabetes erkrankt sind, bekommen diese erste Blutung etwas später als Mädchen ohne Diabetes. Zudem haben Mädchen und Frauen mit Diabetes eine etwas längere Zyklusdauer (durchschnittlich 31 statt 28 Tage).
- Das komplexe Zusammenspiel von körpereigenen Hormonen (Östrogen und Progesteron) während des weiblichen Zyklus beeinflusst auch die Insulinempfindlichkeit. Die hohen Spiegel beider Hormone kurz vor der Periodenblutung gehen meist mit erhöhten Blutzuckerspiegeln einher, weil die Insulinempfindlichkeit herabgesetzt ist. Nach dem Einsetzen der Blutung fallen diese Hormone ab, häufig sinkt dann auch der Insulinbedarf wieder.
- Wenn Mädchen und Frauen neben ihren Glukosewerten auch ihren Zyklus im Auge behalten, können zusammen mit dem Diabetologen die Schwankungen analysiert und ein Insulinplan für die Zeit der Periodenblutung erarbeitet werden.
- Zur Verhütung wird Mädchen und Frauen mit Diabetes meist eine Kombinations-Pille mit niedrig dosiertem Gestagen und Östrogen empfohlen – diese Kombination scheint den Zuckerstoffwechsel kaum zu beeinflussen.
von Redaktion Diabetes-Eltern-Journal
Kirchheim-Verlag, Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (3) Seite 31
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Bewegung
2 Minuten
- Aus der Community
2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 1 Tag, 12 Stunden
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more
-
othenbuehler postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.
Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.
👉 Wen suchen wir?
Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.👉 Was bedeutet die Teilnahme?
Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙
Mehr Infos im Flyer 👇
-
moira postete ein Update vor 5 Tagen, 8 Stunden
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3)


