Mit gutem Umweltgewissen essen

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© Kirchheim/Bernhard Kölsch
Mit gutem Umweltgewissen essen

Auf Fleisch verzichten, Plastik einsparen und am besten nicht fliegen … Die Liste der Dinge, die jeder Einzelne für den Planeten tun kann, lässt sich beliebig verlängern. Doch wo fängt man an – Stichwort: wegwerfen oder doch noch essen? – und was lässt sich auf Dauer beibehalten? Verschwendung durch falsches Auswählen, Lagern und Zubereiten schadet dem Klima. Wir geben Ihnen Tipps, was sich im Alltag problemlos verändern lässt.

Schon wieder das Thema Klimawandel, da kann ich als Einzelperson doch gar nichts ausrichten!“ Ist Ihnen das auch schon einmal so durch den Kopf gegangen? Optimal wäre es, wenn sich alle Länder stärker mit dem Thema Erderwärmung beschäftigen würden. Deutschland allein kann den Klimawandel nicht aufhalten.

Allerdings lohnt es sich, einen Beitrag zu leisten. So lag die jährliche Pro-Kopf-Kohlendioxid-Emission 2006 bei 10,1 Tonnen und ist in den letzten Jahren zumindest leicht gesunken: Laut Angaben des Statistikportals statista.de betrug sie 2018 immerhin nur noch 8,6 Tonnen pro Kopf. Dennoch ist dieser Wert im internationalen Vergleich leider noch verhältnismäßig hoch. Im Schnitt lag die CO₂-Emission im Jahr 2016 weltweit bei 4,8 Tonnen pro Kopf. Wenn sich Millionen Menschen hierzulande klimabewusster verhalten, kann dies schon zum Umweltschutz beitragen.

Einkaufen mit Zettel und Köpfchen

Sie wissen sicher schon, dass eine Einkaufsliste in vielerlei Hinsicht sinnvoll ist. So kaufen Sie nur das, was Sie tatsächlich auch brauchen, lassen sich nicht von Großpackungen und Sonderangeboten verleiten und sparen so auch noch Geld. Das tut Gewicht und Blutzucker gut, denn unnötige Vorräte verleiten zum Essen, auch wenn man eigentlich satt ist.

Mehr noch: Ein üppiger Vorrat trägt oft dazu bei, dass Lebensmittel in Vergessenheit geraten. Sie bleiben in der hintersten Schrankecke stehen und irgendwann ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Meistens wandern sie ungeöffnet in den Müll. Schade um das Lebensmittel und belastend für die Umwelt.

Beim Lebensmitteleinkauf muss es auch nicht immer das Produkt mit dem längsten Mindesthaltbarkeitsdatum sein. Essen Sie das Lebensmittel ohnehin in Kürze, nehmen Sie die Ware mit der kürzeren Mindesthaltbarkeit. Oft sind Produkte mit kurzer Mindesthaltbarkeit sogar etwas im Preis reduziert. Wählen Sie diese aus, helfen Sie so aktiv mit, dass Supermärkte solche Produkte nicht in den Müll werfen.

Nicht sofort wegwerfen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten – das kommt vor. Bevor es für Joghurt, Käse, Eier, Mehl oder Haferflocken nur die Ausfahrt in den Müll gibt, vertrauen Sie Ihren Sinnen: Riechen, sehen und schmecken Sie. Und siehe da: Das meiste macht keinen verdorbenen Eindruck und schmeckt wahrscheinlich noch einwandfrei.

Geben Sie diesen Lebensmitteln eine zweite Chance! So tragen Sie dazu bei, aktiv Lebensmittel zu retten. Denn rund 55 Kilogramm davon wirft jeder Bundesbürger jedes Jahr viel zu voreilig weg. Meistens sind es Gemüse, Salat, Obst und Backwaren. Doch aus Obst mit Dellen oder braunen Stellen oder Gemüse mit ein paar welken Blättern lässt sich noch einiges zubereiten – z. B. Eintöpfe, Saucen, Aufläufe, Smoothies, Obstsalat, Konfitüre, süßes und pikantes Gebäck, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Das schont den Geldbeutel und die Umwelt. Denn wird es in die Tonne geworfen, muss Ersatz her. Für dessen Produktion braucht es wieder Ackerflächen, Wasser und Energie, außerdem entsteht CO₂ und beim Transport auch noch Feinstaub. Werfen Sie zum Beispiel ein Kilogramm Äpfel weg, wird dabei die Menge von fünf mit Wasser gefüllten Badewannen einfach mal eben verschwendet.

Die besten Tipps für ein besseres Klima


Einkaufen
  • Prüfen Sie vor dem Einkauf Ihre Vorräte in Vorratsschrank, Kühlschrank und Tiefkühltruhe.
  • Schreiben Sie einen Einkaufszettel.
  • Nehmen Sie Behälter z. B. für Schnittkäse oder Wurst mit ins Geschäft und lassen diese dort direkt befüllen.
  • Statt dünner Plastiktüten nehmen Sie zu jedem Einkauf Stoffbeutel oder wiederverwendbare Recycling-­Plastiknetze (werden in jedem Supermarkt in der Frische-­Abteilung angeboten) mit.
  • Soll es etwas vom Imbiss oder dem Bäcker sein, nehmen Sie auch hier eigene Behälter mit und lassen diese befüllen.
  • Bevorzugen Sie loses Obst und Gemüse statt solches in Plastik oder mit Umverpackung.
  • Werfen Sie einen Blick aufs Mindesthaltbarkeitsdatum – soll etwas in Kürze gegessen werden, muss es nicht unendlich lange haltbar sein und ist so oft auch günstiger.
  • Bevorzugen Sie regionale und saisonale Produkte. Das geht neben Obst und Gemüse auch bei Eiern, Fleisch und Backwaren.
  • Bevorzugen Sie generell Lebensmittel mit wenig Plastikverpackung.

Haushalten und ­Kochen
  • Benutzen Sie statt Alu- und Frischhaltefolie wiederverwendbare Behälter, z. B. solche aus recyceltem Plastik oder Glas.
  • Bienenwachstücher zum Einwickeln von Lebensmitteln und Butterbroten lassen sich oft wiederverwenden.
  • Wählen Sie wiederverwendbare Deckel für Schalen/Becher, statt Produkte mit Plastikdeckel zu kaufen.
  • Trinken Sie Leitungswasser oder selbst aufgesprudeltes Wasser aus Glasflaschen statt Wasser aus Plastikflaschen.
  • Benutzen Sie statt Einwegbecher einen Thermobecher für kalte und warme Getränke.
  • Wurde zu viel gekauft: Frieren Sie rechtzeitig ein, statt wegzuwerfen.
  • Werfen Sie Lebensmittel mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht direkt weg, sondern testen Sie erst Geruch und Geschmack.
  • Verarbeiten Sie welkes Obst und Gemüse z. B. als Auflauf, Eintopf, Sauce, Konfitüre oder in süßem und pikantem Gebäck.
  • Füllen Sie Reste von Kräutern, Crème fraîche oder Zitronensaft in Eiswürfelbehälter und frieren sie ein.
  • Füllen Sie zu viel Gekochtes direkt um und lagern es in Kühlschrank oder Gefriertruhe.
  • Überdenken Sie Ihren Fleisch- und Wurstkonsum und essen Sie mindestens jeden zweiten Tag fleischfrei.
  • Regeln Sie Hitze und damit Strom bewusst beim Kochen und Backen: Nicht alles muss die ganze Zeit auf höchster Stufe gekocht, gebacken oder gebraten werden.
  • Nutzen Sie, statt ständig Geschirr von Hand zu spülen, die Energiesparprogramme der Spülmaschine.
  • Bevorzugen Sie biologisch abbaubare Haushaltsreiniger.

Für Produktion, Transport und Kühlung der Früchte entstehen 550 Gramm CO₂. Bei der Produktion eines Kilogramms Käse sind es 5.060 Liter Wasser und 8.510 Gramm Treibhausgase, und ein Kilogramm Rindfleisch verbraucht satte 15.420 Liter Wasser und 13.310 Gramm CO₂.

Mahlzeiten zu planen, hilft nicht nur dabei, Kalorien und Kohlenhydrate im Auge zu behalten, sondern ist auch gut für Ihr Portemonnaie und die Umwelt. Bevor Sie aus Gewohnheit oder aufgrund von Prospekten mit Sonderangeboten Nudeln, Mehl oder Eier auf Ihren Einkaufszettel schreiben, prüfen Sie, was sich noch im Vorrat befindet. Es ist sinnvoll, erst einmal angebrochene Lebensmittel zu verbrauchen und erst dann für Nachschub zu sorgen.

Lebensmittel richtig lagern

Damit Lebensmittel frisch bleiben, lagern Sie sie entweder in der ungeöffneten Verpackung oder füllen sie, wenn angebrochen, in fest verschließbare Behälter um und beschriften diese entsprechend. Haben Sie doch einmal mehr eingekauft als geplant oder gibt es der Vorrat her, frieren Sie Lebensmittel oder fertig gekochte Speisen ein. Lagern Sie Frischfleisch und -fisch, je nach Stück, maximal ein bis zwei Tage kühl. Hackfleisch sollten Sie immer möglichst schnell verarbeiten oder zügig einfrieren.

Bewahren Sie Eier mit der Spitze nach unten auf, das hält sie länger frisch. In der Regel sind Eier bis zu zwei Wochen nach ihrem deklarierten Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar. Entfernen Sie bei Kohlrabi, Möhren und Radieschen das Blattgrün, so bleibt das Gemüse länger knackig und frisch. Frische Kräuter wickeln Sie am besten in ein feuchtes Tuch und lagern sie im Gemüsefach und nicht in einem mit Wasser gefüllten Glas auf der Fensterbank.

Sie sehen, es ist gar nicht so schwierig, einiges zu verändern – das tut Ihrer Gesundheit und der Umwelt gut. Und auf der nächsten Seite finden Sie eine Fülle an Tipps für klimafreundliches Einkaufen, Haushalten und Kochen.


Autorin:

Kirsten Metternich von Wolff
Diätassistentin DKL und DGE
Hildeboldstraße 5, 50226 Frechen-Königsdorf

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (4) Seite 76-78

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  • moira postete ein Update vor 3 Tagen, 15 Stunden

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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