Leicht und einfach: Verständliche Informationen für alle

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Leicht und einfach: Verständliche Informationen für alle

Das Internetportal www.diabinfo.de bietet Informationen für alle: von der Diabetes-Fachkraft über Personen mit Diabetes und ihre Angehörigen sowie Menschen mit einem Risiko für Diabetes bis zu anderweitig Interessierten. Über allgemein verständlich gehaltene Texte hinaus bietet die Internetseite einen abwechslungsreichen Mix aus Grafiken, Podcasts und Videos.

Im Rahmen seines umfangreichen Sprach-Angebots – neben Deutsch gibt es einen Großteil der Inhalte auch auf Englisch, Türkisch, Russisch und Polnisch – hält das Informations-Portal zusätzlich Erläuterungen in Leichter und Einfacher Sprache bereit. Diese sind gekennzeichnet durch das bekannte Symbol für Einfache und Leichte Sprache: ein stilisierter Kopf hinter einem aufgeschlagenen Buch. Das Symbol zweier bewegter Hände führt auf dem Portal zu Videos in deutscher Gebärdensprache. All diese Seiten richten sich an Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Sprache – unser wichtigstes Mittel zur Kommunikation

Sprache dient der Verständigung. Doch sie kann auch zu Missverständnissen, Nichtverstehen und Ablehnung führen. In gesprochener Sprache ist das Gesagte flüchtig. Einmal ausgesprochen, ist ein Satz nur noch im Gedächtnis vorhanden, wird dort womöglich unvollständig abgespeichert und verblasst mit der Zeit. Ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt beispielsweise ist meist recht kurz und enthält oft viele Informationen. Manches davon ist womöglich neu und unbekannt.

Geschriebene Sprache jedoch bleibt. Ein Satz kann wiederholt gelesen werden, ein Text aufbewahrt, der Link zu einer Website gespeichert. Die Information ist nachhaltiger. Zusammenhänge werden verständlicher. Jedoch ist ein Zwischenschritt erforderlich, damit die interessierte Person die Information aufnehmen und verarbeiten kann: das Lesen. Hier setzen Leichte und Einfache Sprache an. Verständliche Wörter, kurze Sätze und logischer Aufbau des Textes sind Stilmittel, die das Lesen erleichtern. Das fördert die Aufmerksamkeit – somit auch die Aufnahmefähigkeit und das Verstehen.

Besondere Bedürfnisse an Vermitteln von Informationen und Lesen

Beim Verstehen von komplizierten Zusammenhängen, bei denen es oft von Fachbegriffen wimmelt, helfen einfache und anschauliche Erklärungen. Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist dies jedoch meistens noch nicht ausreichend.

Ob Lese-Rechtschreib-Schwäche, andere Muttersprache, Gehörlosigkeit, geistige Einschränkung, beginnende Demenz oder Mangel an Konzentration: Texte in Leichter und Einfacher Sprache erleichtern und vereinfachen das Lesen und Verstehen von Texten. Das gilt auch beim Thema Diabetes mit all seinen verschiedenen Erscheinungsformen, medizinischen Zusammenhängen und alltäglichen Herausforderungen.

Einfache Sprache: zwischen Leichter Sprache und Standard-Sprache

Die Einfache Sprache ist ein Zwischenbereich zwischen Leichter Sprache und Standard-Sprache. Dabei kann “Standard” auch unterschiedlich sein, je nachdem, was eine Person an Kenntnissen und Erfahrungen mitbringt.

In Einfacher Sprache sollten zum Beispiel möglichst keine Fremdwörter verwendet werden. Ist dies nicht möglich, wird ihre Bedeutung bei der ersten Nennung erklärt. Das darf gern in mehreren Sätzen erfolgen. Ein Beispiel: “Ziel der Forschenden war es, die Krankheits-Häufigkeit (Prävalenz)des Typ-1- und Typ-2-Diabetes zu schätzen.Prävalenzist ein Fachbegriff für die Krankheits-Häufigkeit. Sie sagt aus, welcher Anteil der Menschen in der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines Zeitraums zum Beispiel an einer Erkrankung erkrankt ist.”

Ein weiterer Aspekt Einfacher Sprache ist die Formulierung in aktiver statt passiver Form: “Das Gerät misst die Blutzucker-Konzentration und gibt den Wert digital an.” Dies versteht man besser und schneller als das Folgende: “Durch das Gerät wird die Blutzucker-Konzentration gemessen und der Wert digital angegeben.”

Es ist einfacher, Zusammenhänge zu erfassen, die mit Verben geschildert werden und keine Substantivierungen von Verben enthalten. Nicht gut wäre zum Beispiel: “Eine Steigerung der körperlichen Aktivität, Ernährungs-Umstellung und weitere Lebensstil-Maßnahmen reichen nicht für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes als Behandlung aus.” Besser wäre: “Manche Menschen mit Typ-2-Diabetes bewegen sich mehr, verändern ihre Mahlzeiten und ihr Leben. Aber das genügt nicht immer, um die Erkrankung zu behandeln.”

Auch Prozent-Zahlen können anschaulicher dargestellt werden: Statt “70 Prozent der Personen” kann es heißen “70 von 100 Personen”. Oder es folgt eine Erklärung: “25 Prozent (jede 4. Person)”.

Regeln, Anleitungen und Methoden

Optisch können zusammengesetzte Begriffe durch einen Bindestrich, wie bei “Diabetes-Medikament”, oder einen Medio-Punkt getrennt werden. Den Medio-Punkt verwendet man bei langen zusammengesetzten Wörtern, die man nicht mit einem Bindestrich versehen würde. Er sitzt in mittlerer Höhe zwischen den Wörtern, zum Beispiel bei Lebens·stil.

Mit dem Medio-Punkt befindet man sich bereits in der Leichten Sprache. Diese ist seit 2011 rechtlich verankert in der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung 2.0 (BITV 2.0), mit der die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt wurde. Die Redaktion der Website diabinfo.de hat ihre Seiten in Leichter und in Einfacher Sprache zusammen mit der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Universität Hildesheim nach deren Regelwerk erstellt.

Noch leichter mit Leichter Sprache

Die Leichte Sprache macht es den Lesenden noch leichter – der Definition nach so leicht, dass es Menschen, die viel lesen, befremdlich anmuten mag: Sätze ganz ohne Komma, mit so wenigen Wörtern wie möglich, keine Verneinungen. Jeder Satz beginnt in einer neuen Zeile. So manches Wort wird im Folgesatz erklärt und dieser Folgesatz wird oft eingerückt. Dann wird der eigentliche Text, nun wieder nicht eingerückt, fortgesetzt.

Das ist ungewohnt für Menschen, bei denen das Lesen eher unbewusst geschieht. Aber es ist wichtig und zielführend für Personen, für die Buchstaben eher abschreckend wirken und sie nicht nur Mittel zum Zweck sind.

Oft ist auch das Vorlesen eines Textes eine Alternative zum Lesen. Hierfür gibt es im Internet technische Möglichkeiten wie Screen-Reader. Häufig wird einem die Möglichkeit, sich den Text vorlesen zu lassen, auch durch ein Symbol wie einen Lautsprecher angeboten, direkt verbunden mit einem Link, wie es zum Beispiel auch die Website diabetes-online.de anbietet.

Angebote in Leichter, Einfacher und Gebärdensprache

Das nationale Diabetes-Informationsportal diabinfo.de bietet aktuelle, neutrale und wissenschaftlich geprüfte Informationen zu allen Formen des Diabetes mellitus an. Es ist ein gemeinsames Angebot von Helmholtz Munich, des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Die Förderung erfolgt durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das Bundesministerium für Gesundheit sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die Menü-Punkte “Leichte Sprache” und “Gebärdensprache” befinden sich in der oberen Menü-Leiste neben der Möglichkeit, die Sprache auszuwählen.Für gehörlose Menschen stehen auf diabinfo.de drei Videos in deutscher Gebärdensprache zur Verfügung.

Videos als Unterstützung für Gehörlose

Wenn aber das Hören beeinträchtigt ist? Hier setzt die Gebärdensprache für Gehörlose an. Auf diabinfo.de stehen für Personen, die sich mit Gebärdensprache verständigen, drei Videos bereit. In diesen Filmen werden dieselben Inhalte vermittelt wie auf den Seiten in Leichter und Einfacher Sprache. Die Videos vermitteln die wichtigsten Informationen und Aussagen: Wie funktioniert dieses Web-Portal und wer betreibt es? Was sind Diabetes und seine häufigsten Erscheinungsformen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes? Kann man Diabetes verhindern und wenn, wie?

Sprache und Optik reduzieren Barrieren

Die optische Gestaltung der Seiten und die Farbwelten erleichtern allen Nutzenden zusätzlich, die Informationen aufzunehmen. Dies gehört ebenso zu dem Ziel möglichst hoher Barriere-Freiheit von diabinfo.de wie das Angebot in Leichter und Einfacher Sprache und in Gebärdensprache. Barriere-Freiheit soll dafür sorgen, dass zum Beispiel eine Internetseite mit all ihren Informationen und Angeboten für alle zugänglich sein soll. Dazu gehört auch, dass die Informationen und Anwendungen von allen gewinnbringend nutzbar sein sollen.


von Katrin Weber

Erschienen in: Diabetes-Joiurnal, 2024; 72 (3) Seite 26-29

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  • uho1 postete ein Update vor 15 Stunden, 26 Minuten

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

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