#23: Urlaubsmodus on: Ernährung auf Reisen

Das Einzige, was mir die gute Stimmung im Urlaub mit Typ-2-Diabetes vermiesen könnte, wäre die Tatsache, dass ich meine Medikamente zu Hause vergessen habe und somit die hohen Blutzuckerwerte vorprogrammiert sind. Und gerade wenn man im Urlaub ist, möchte man sich ja eigentlich sorglos durch die lokale Küche probieren, oder?

Sorgloses Abendessen in London.
Foto: privat

Für mich bedeutet Urlaub, die Seele baumeln zu lassen und sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Und soweit es geht auch irgendwo vom Diabetes. Natürlich ist mir bewusst, dass mein Diabetes auch im Urlaub nicht verschwindet und weiterhin mein stetiger Begleiter ist. Doch gebe ich ihm bewusst weniger Aufmerksamkeit während dieser Zeit. Du findest es fahrlässig? Ich nenne es überlebenswichtig! Denn sind wir mal ehrlich – niemand hält es durch sein Diabetes Management das ganze Jahr über 100% clean zu halten. Man braucht manchmal einfach eine kleine Verschnaufpause, um neue Kraft und Energie zu schöpfen und somit weiterhin am Ball zu bleiben. Und gerade im Urlaub möchte man doch einfach sorglos sowie mit Leichtigkeit den Tag bestreiten. Und einfach auch mal über die (Essens-)Stränge schlagen, oder?

Okay, dass hört sich nun so an, als würde ich im Urlaub Unmengen an Zucker, Fett und Kohlenhydrate am Tag konsumieren. Ganz so ist es dann auch nicht. Doch wenn ich mal Lust auf eine Kugel Eis am Nachmittag (… ja es ist EINE Kugel!) und eine Pizza am Abend habe, dann stelle ich mich hinterher nicht an den imaginären Dia-Schafott und lasse schlechtes Gewissen walten. Ganz im Gegenteil! Ich genieße es einfach in dem Moment mit dem Wissen, dass die Zeit des „Sündigens“ auch ein Ende hat. Und zwar dann, wenn ich die Heimreise wieder antrete. Dann heißt es „back to business“! Doch damit meine Blutzucker-Werte nach so einem „full day of eating“ nicht völlig explodieren, achte ich schon darauf, dass ich mich am Tag oder auch nach solchen Mahlzeiten, bewusst etwas mehr bewege. Einfach um die Blutzuckerwerte wieder zu regulieren.

➤ Erfahre im Video mehr über Caro und ihr Leben mit Typ-2-Diabetes

Selbstverpflegung, Halbpension oder All Inclusive?

Im Urlaub gibt es viele Möglichkeiten der Nahrungssuche, wie u. a. die der Selbstverpflegung oder im Hotel mit Frühstück/Halbpension/Vollpension/All Inclusive. Doch welche Art von Verpflegung ist bei Diabetes die Beste? Alle! Und das aus folgendem Grund: Egal, was und wo Du im Urlaub isst – am Ende triffst immer Du die Entscheidung, was auf Deinem Teller landet. Entscheidest Du Dich also dazu eine Pizza in den Backofen Deiner Ferienwohnung zu schieben, dann ist das so ziemlich dasselbe Ergebnis, wie wenn Du auswärts im Restaurant eine Pizza bestellst. Nur das diese deutlich leckerer sowie frischer schmeckt und wahrscheinlich mit doppelt so viel Liebe zubereitet wurde. Für was würdest Du Dich also entscheiden?

Sorgloses Abendessen in Dublin.
Foto: privat

All Inclusive hat in Deutschland fast so einen schlechteren Ruf, wie Typ-2-Diabetes. Doch was ist eigentlich daran auszusetzen, wenn man sich im Urlaub keine Sorgen um Essen und Trinken machen möchte? Ja richtig, gar nichts. Ich habe in der Vergangenheit schon öfters Nachrichten von Followerinnen und Followern auf Instagram erhalten, die absolut nicht verstanden haben, warum ich manchmal gerne All Inclusive buche. Denn in ihren Augen sei das alles andere als Diabetes-konform. Was für ein Quatsch! Ich plädiere für Leben und leben lassen. In den meisten Hotels, wo ich bislang war, gab es immer richtig gute Salat- und Antipasti-Theken, wo man sich frische Salate zaubern konnte. Meistens gibt‘s dann auch immer noch eine separate Essig- und Öl-Station zum selber mischen.

Und siehe da – am Ende hat meine eine leckere, gesunde und frischzubereitete Vor- oder Hauptspeisen-Option. Ganz ohne Zucker! Auch bei den Hauptspeisen gibt es immer eine relativ große Auswahl an Fleisch-, Fisch oder vegetarischen Gerichten – ganz nach dem jeweiligen Geschmack – wo man ebenfalls viele gesunde Optionen vorfindet. Wer natürlich bei Pommes, Chicken Nuggets oder der Dessert-Bar schwach wird, gut der hat vielleicht ein „Problem“. Aber auch hier – die Menge macht das Gift. Sich mal ein kleines Dessert im Urlaub zu gönnen, ist okay! Zeitbegrenztes Sündigen halt… Und im Anschluss kann man ja auch eine extra Runde um den Block oder am Strand laufen, um seine Blutzuckerwerte wieder zu senken.

➤ zu Caros Instagram-Profil

Wenn man sich eine Ferienwohnung/-haus mietet, hat man natürlich immer den Vorteil, dass man eine eigene Küche zum Kochen hat. Gewiss mag das (manchmal) die gesündere Alternative sein. Doch Kochen im Urlaub muss gewünscht sein und ist auch irgendwo mit mehr Aufwand verbunden. Plus, muss die Küche auch eine gewisse Ausstattung haben. Wem all das nichts ausmacht, der hat hier die wunderbare Option, seinen Diabetes-konformen Ernährungsstil, auch im Urlaub beizubehalten. Doch um auf das Beispiel von vorhin zurückzukommen – solltet Du Lust auf eine Pizza haben, so ist das Resultat für mich am Ende dasselbe. Du isst eine Pizza! ☺

Alles hat immer seine Vor- und Nachteile. Um Dir in der Zukunft die Entscheidung der Art der „Verpflegung“ zu erleichtern, habe ich Dir eine kleine Übersicht mit den vier wichtigsten Vor- und Nachteilen erstellt:

Fallen Dir noch weitere Punkte ein? Lass es mich gerne wissen und schreibe es in die Kommentare!

Bist Du eher Team „Selbstversorgung“ oder Team „Auswärts“?

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