Ausgiebig schlafen für einen gesunden Blutdruck

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Ausgiebig schlafen für einen gesunden Blutdruck

Jeder kennt es, wenn nach einer kurzen Nacht der nächste Tag so anstrengend wird, dass man das Zubettgehen kaum noch erwarten kann. Hin und wieder lässt sich das aushalten, doch auf Dauer kann Schlafmangel Körper und Geist ganz schön schwächen.

Für viele Menschen hat der Tag zu wenige Stunden für alles, was auf ihrer To-do-Liste steht. Andere bleiben zu lange vor dem Fernseher, PC oder am Smartphone hängen und gehen deshalb täglich zu spät ins Bett. Es sind also nicht die Partynächte, die dem Körper auf Dauer zu schaffen machen – vorausgesetzt, sie gehören nicht zum regelmäßigen Wochenprogramm. Viel kritischer sind die oft zu kurzen Schlafphasen im Alltag. Laut Experten liegt die Schlafdauer bei 12 Prozent der Bevölkerung bei knappen fünf Stunden oder sogar noch weniger.

Ein Drittel leidet regelmäßig unter Ein- und Durchschlafstörungen. Für viele wird zur Dauerbelastung, wenn die wachen Minuten Nacht für Nacht einfach nicht vorbeigehen wollen – wodurch sich nächtlicher Stress entwickelt und man sich tagsüber zunehmend müde, antriebslos und erschöpft fühlt. Auf Dauer kann zu wenig Schlaf sogar negative Folgen fürs Körpergewicht und den Blutdruck haben.

Schlecht für Herz und Blutzucker

“Menschen, die regelmäßig weniger als sechs Stunden schlafen, haben ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln. Kommen gleichzeitig noch Einschlaf- oder Durchschlafstörungen hinzu, steigt das Risiko sogar um das Vierfache”, sagt Prof. Bernd Sanner, Ärztlicher Direktor am Agaplesion Bethesda Krankenhaus in Wuppertal und Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga. Während schlafloser Nächte werden im Körper vermehrt Stresshormone ausgeschüttet.

Neuere Untersuchungen zeigen, so der Experte, dass bei Schlafmangel zudem die Entzündungsaktivität im Körper steigt. Praktisch kann dies zur Störung des Zuckerstoffwechsels und zur beschleunigten Gefäßverkalkung beitragen. “Eine Reihe von Beobachtungsstudien der letzten Jahre zeigten, dass Schlafstörungen und Schlafmangel so langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Infarkte oder chronisches Herzversagen fördern”, erläutert der Professor.

Natürliche Müdemacher oder Tabletten?

Schäfchen zu zählen und Schlafmittel einzunehmen, sind auf Dauer keine sinnvolle Lösung, um die Schlafqualität zu verbessern. Sinnvoller ist es, den Ursachen auf den Grund zu gehen, möglichst regelmäßige Schlafenszeiten einzuhalten und Fernsehen, PC, Tablet etc. vor dem Zubettgehen zu vermeiden. Besser sind auch Atemübungen oder autogenes Training, um sanft und natürlich in den Schlaf zu gleiten.

Ebenso hilfreich ist regelmäßige Bewegung, die außerdem hilft, Alltagsstress abzubauen. Und auch das Glas Wein oder Bier am Abend kann dazu führen, schlechter ein- und durchzuschlafen. Medizinisch gesehen kann Schlafapnoe, die mit lautem Schnarchen und Atemaussetzern im Schlaf einhergeht, ein Grund sein. Hier lohnt sich die Rücksprache mit dem Arzt. Auf dass Sie wieder gut ein- und auch durchschlafen.


von Kirsten Metternich
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (8) Seite 67

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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