- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Muss Max regelmäßig zur Fußpflege, um vorzubeugen?
2 Minuten
Sie haben medizinische und/oder psychosoziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!
Die Frage
Vor kurzem haben mein Mann und ich im Fernsehen eine Sendung über Dia-betes gesehen. Darin wurde über Folgeerkrankungen berichtet, es wurden Bilder von offenen Beinen und sehr kranken Füßen gezeigt. Unser Sohn Max ist acht Jahre alt, seit einem Jahr hat er Diabetes. Nun machen wir uns große Sorgen: Wie können wir verhindern, dass auch Max Folgeerkrankungen bekommt? Treten diese Folgeerkrankungen schon bei Kindern auf? Was können wir tun? Muss Max regelmäßig zur Fußpflege?
Frau B.
Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz
Die Angst vor Folgeerkrankungen des Diabetes beschäftigt viele Eltern. Früher waren diese Sorgen durchaus berechtigt: Unter dem Einsatz von vorwiegend Langzeitinsulin war die Stoffwechseleinstellung völlig unzureichend. Eine große Streuung der Blutglukosewerte war die Regel. Nicht selten kam es zu schweren Unterzuckerungen mit Bewusstlosigkeit bzw. zu anhaltenden Überzuckerungen mit hohen HbA1c-Werten.
Daher konnte man schon bei Jugendlichen die Folgen einer schlechten Einstellung beobachten: Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen der Netzhaut (Retinopathie), Einschränkung der Nierenfunktion (Nephropathie), Veränderungen an den feinsten Nerven (Neuropathie), Funktionsstörungen der Leber, ausgeprägte Wachstumsstörungen.
Paradigmenwechsel in der Insulintherapie
Vor etwa 30 Jahren kam es dann zu einem einschneidenden Paradigmenwechsel in der Insulintherapie: Man hatte gelernt, die bisherigen Therapieregeln an die Vorgänge der natürlichen Insulinfreisetzung anzupassen. Die konventionelle Insulintherapie (KT) wurde durch die intensivierte konventionelle Therapie (ICT) abgelöst, d. h. Mahlzeiteninsulin, Basalinsulin und Korrekturinsulin wurden jetzt klar getrennt.
Ab jetzt kam vor allem Kurzzeitinsulin zum Einsatz. Vor allem konnte die Therapie an die Nahrungsaufnahme angepasst werden – und nicht wie bisher die Nahrungsaufnahme an die Wirkung des Insulins. Zudem entstanden zeitgleich stationäre und ambulante Versorgungsstrukturen für Kinder und Jugendliche mit Diabetes und ihre Familien; Schulungen durch professionelle Diabetesteams wurden etabliert.
Die Erfolge blieben nicht aus: In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass die Häufigkeit schwerer Stoffwechselentgleisungen abnahm, vor allem aber, dass das Auftreten der Folgeerkrankungen sehr deutlich zurückging. Heute ist es so, dass Folgeerkrankungen, wenn überhaupt, meist erst 15 oder 20 Jahre nach Manifestation des Diabetes auftreten, bei normnaher Stoffwechseleinstellung mit HbA1c-Werten unter 7,5 % fast nie.
Eine regelmäßige spezielle Fußpflege ist nicht notwendig, allerdings sollten die üblichen Hygienemaßnahmen beachtet und Verletzungen vermieden werden.
Die Zukunftsaussichten der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes sind heute sehr viel besser als vor einigen Jahrzehnten; eine übergroße Sorge vor Folgeerkrankungen ist nicht mehr gerechtfertigt. Falls Sie aber weiterhin Fragen und Zweifel haben, sollten Sie unbedingt mit dem Diabetesteam sprechen.
von von Dr. med. Wolfgang von Schütz
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2015; 8 (3) Seite 21
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Eltern und Kind
2 Minuten
- Technik
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
ckmmueller postete ein Update vor 1 Tag, 15 Stunden
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
-
anseaticids postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more



