Nachgefragt | Medizin: Was tun, wenn im Notfall keine Hilfe erreichbar ist?

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Nachgefragt | Medizin: Was tun, wenn im Notfall keine Hilfe erreichbar ist?

Sie haben medizinische und/oder psychosoziale Fragen bezüglich Kindern und Jugendlichen mit Diabetes? Die Experten des Diabetes-Eltern-Journals geben Ihnen in der Rubrik Nachgefragt Antwort!

Die Frage

Bei unserem 5-jährigen Sohn Andreas ist vor vier Monaten ein Typ-1-Diabetes festgestellt worden. Anfangs war er sehr krank, hat sich dann aber rasch wieder erholt, nachdem er in der Kinderklinik zwei Tage am Tropf war. Am dritten Tag hat er für seine Insulintherapie eine Insulinpumpe erhalten.

Ich war stationär mit aufgenommen, zusammen mit meinem Mann haben wir in mehreren Schulungen viel über die Behandlung des Diabetes erfahren. Nach zehn Tagen konnten wir entlassen werden, die Blutzuckerwerte waren jetzt sehr stabil um 100 mg/dl (5,6 mmol/l), der Insulinbedarf sehr gering: nämlich insgesamt nur acht Einheiten am Tag. Es hatte sich also sehr schnell die Erholungsphase des Diabetes bei unserem Jungen eingestellt.

Auch zu Hause lief alles gut, bis er vor vier Wochen Scharlach bekam. Er hatte plötzlich hohes Fieber, starke Halsschmerzen, mochte nichts mehr essen und trinken, war müde und abgeschlagen. Wir waren sehr beunruhigt, vor allem weil seine Blutzuckerwerte auf über 250 mg/dl (13,9 mol/l)angestiegen waren und trotz Korrekturinsulin kaum besser wurden.

Wir wohnen auf dem Land, zur Diabetesambulanz fahren wir über zwei Stunden, das Diabetesteam und unser Hausarzt waren nicht erreichbar, so dass wir völlig auf uns allein gestellt waren. Zum Glück war der Azetontest nur schwach positiv und nach häufigen kleinen Korrekturinsulin-Gaben gingen die Blutzuckerwerte langsam zurück.

Nachdem der Hausarzt ihm dann Antibiotika verschrieben hatte, ging es unserem Kind langsam besser. Nach einer Woche fühlte er sich wieder fast gesund. Die Blutzuckerwerte waren aber immer noch zu hoch, es dauerte nahezu drei Wochen, bis sich alles wieder normalisiert hatte.

Rückblickend fragen wir uns: Haben wir alles richtig gemacht? Hätten wir den Jungen gleich in die Kinderklinik bringen müssen (oft mehr als zwei Stunden Autofahrt)? Hätten wir den Notarzt rufen müssen? Was können Sie uns raten?

Frau R.

Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz

Sie sprechen ein sehr wichtiges Thema an: Was ist zu tun bei anhaltend sehr hohen Blutzuckerwerten, sei es im Rahmen einer Infektion oder z. B. eines Unfallereignisses.

Zunächst einmal: Sie haben alles richtig gemacht! Sie haben zusätzlich Insulin gegeben, sehr häufig den Blutzucker bestimmt und Azeton gemessen. Vermutlich hätte ein Notarzt sehr lange gebraucht, bis er eingetroffen wäre.

Und – obwohl Sie sicher daran gedacht haben, ein sehr wichtiges Prinzip haben Sie nicht erwähnt: Man muss immer auf eine ausreichenden Flüssigkeitszufuhr achten! Das Problem ist nur, dass Kinder oft nichts trinken wollen, wenn sie sehr krank sind und dann sogar ihr Lieblingsgetränk verweigern. Dann sollte man versuchen, dem Kind über mehrere Stunden etwa einen halben bis einen Liter Flüssigkeit pro Stunde löffelweise in vielen kleinen Portionen zuzuführen.

Bei schwerer Stoffwechselentgleisung sofort in die Klinik!

Wenn aber alle Bemühungen keinen Erfolg haben, der Blutzucker nicht sinkt, kleinste Flüssigkeitsmengen nicht toleriert werden und vor allem, wenn unstillbares Erbrechen hinzukommt, kann sich sehr rasch eine Ketoazidose – also eine Stoffwechselentgleisung – entwickeln. Das Kind muss dann umgehend stationär aufgenommen werden. Scheuen Sie sich nicht, den Notarzt zu rufen; er kann schon vor Fahrtantritt eine Infusion legen und dem Kind die notwendige Flüssigkeit geben.

Bei Kindern, die, wie ihr Sohn, eine Insulinpumpe tragen, kann es durch unbeabsichtigte Unterbrechung der Insulinzufuhr rasch zu hohen Blutzuckerwerten kommen. Abknicken des Katheters oder Herausrutschen der Nadel sind hierfür die häufigsten Ursachen.

Wenn sich der Blutzucker durch Bolusgaben mit der Insulinpumpe nicht zügig senken lässt, sollten Sie die Pumpe abkoppeln und das Insulin zur Korrektur der hohen Blutzuckerwerte mit der Insulinspritze oder dem Insulinpen geben.

Wie viel Korrekturinsulin in welchen Zeitabständen gegeben werden muss, ist individuell sehr unterschiedlich. Am besten besprechen Sie dieses wichtige Thema ausführlich mit Ihrem Diabetologen oder Ihrer Diabetesberaterin beim nächsten Termin in der Diabetesambulanz oder während einer ambulanten Folgeschulung.


von von Dr. med. Wolfgang von Schütz

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2014; 7 (3) Seite 28

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    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

  • ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • diahexe antwortete vor 4 Tagen

      Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

  • anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

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