Bundesernährungsministerium gegen WHO

2 Minuten

© Fotolia
Bundesernährungsministerium gegen WHO

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lehnt Presseberichten zufolge eine Zuckersteuer für „vermeintlich ungesunde“ Lebensmittel ab. „Diese Formulierung überrascht uns“, kritisiert Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Schließlich ist es unstrittig, dass heute viele Produkte wie Softdrinks hohe Mengen an Zucker enthalten und damit der Gesundheit abträglich sind.“

Der Geschäftsführer der DDG, Dr. Dietrich Garlichs ergänzt: „Das Ernährungsministerium stellt sich mit dieser Äußerung gegen die gerade kürzlich wiederholte Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, den Zuckerkonsum deutlich zu senken. Diese Position des Ministeriums wirft die Frage auf: Wessen Interessen vertritt das Ernährungsministerium?“

Erforderlich: Reduzierung des Konsums von Zucker, Fett und Salz

In der internationalen Diskussion ist es unstrittig, dass eine Reduzierung des zu hohen Konsums von Zucker, aber auch Fett und Salz dringend erforderlich ist. Neben Rauchen, Alkoholkonsum und körperlicher Inaktivität stellt die heutige Ernährung eine der Hauptursachen für die nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Krebs und Atemwegskrankheiten dar.

Wirksam kann man diesem Tsunami der chronischen Krankheiten nur mit bevölkerungsweiten Präventionsmaßnahmen begegnen. Zu diesen Maßnahmen gehört eine Steuer auf Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett,- und Salzanteil, während gleichzeitig gesunde Lebensmittel steuerlich entlastet werden sollten. Zusätzlich sollte eine tägliche Stunde Sport in Kita und Schulen eingeführt werden, ebenso wie verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kita und Schulen sowie ein Verbot von Kinderlebensmittelwerbung.

Fettsteuer senkte Konsum um 10 bis 20 Prozent

Länder wie Ungarn, Finnland, Frankreich und Mexiko haben bereits differenzierte Lebensmittelsteuern eingeführt. Selbst die nach kurzer Zeit in Dänemark aus koalitionspolitischen Gründen wieder abgeschaffte Fettsteuer senkte den Konsum stark fetthaltiger Produkte um 10 bis 20 Prozent.

Wie erfolgreich Preissignale sein können, haben auch die Erfahrungen mit den Tabaksteuererhöhungen in Deutschland gezeigt. Erst durch sie konnte der Anteil der rauchenden Jugendlichen in den vergangenen zehn Jahren halbiert werden. Und die Alkopops verschwanden praktisch vom Markt nach der Einführung einer entsprechenden Steuer.


Quelle: Pressemedlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Kolumne „Fernweh“: Eiskalter Badespaß, ausgefallene CGM-Sensoren
Eine Hamburger Winteraktion bringt Hunderte zum Eisbaden in die Elbe. In der Kolumne „Fernweh“ berichtet Susanne, wie eiskalter Badespaß nicht nur einen guten Zweck unterstütze, sondern auch kurzzeitige Auswirkungen auf die CGM-Sensoren der beteiligten Menschen mit Diabetes hatte.
Kolumne „Fernweh“: Eiskalter Badespaß, ausgefallene CGM-Sensoren | Foto: Anna Syvak - stock.adobe.com

2 Minuten

Community-Beitrag
In Japan und Deutschland: Mit Diabetes zwischen Kulturen
Sich ein Leben in Deutschland aufzubauen, wenn man nicht hier geboren und aufgewachsen ist, stellt schon eine Herausforderung dar. Dann bekam die aus Japan stammende Riho Taguchi nach vielen Jahren noch Typ-1-Diabetes. Wie sich der Umgang damit in den beiden Kulturen unterscheidet, berichtet die Journalistin im Interview.
In Japan und Deutschland: Mit Diabetes zwischen Kulturen | Foto: privat

8 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.

    Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.

    👉 Wen suchen wir?
    Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.

    👉 Was bedeutet die Teilnahme?
    Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
    Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
    Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)

    Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙

    Mehr Infos im Flyer 👇

    Uploaded Image
  • moira postete ein Update vor 3 Tagen, 5 Stunden

    Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
    (Wen es interessiert Band 2.3)

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

Verbände