- Soziales und Recht
Erste europäische Leitlinie zu “Diabetes und Straßenverkehr”
2 Minuten
Fast alle Menschen mit Diabetes können ohne nennenswert erhöhtes Risiko Auto fahren – egal ob privat oder beruflich als Bus-, LKW- oder Taxifahrer. Das beweist die erste europäische Leitlinie zu “Diabetes und Straßenverkehr”, die heute in Berlin vorgestellt worden ist.
Rund 6 Millionen Diabetespatienten in Deutschland besitzen einen Führerschein. In der Vergangenheit gab es häufig Missverständnisse, ob und unter welchen Voraussetzungen die Betroffenen Auto fahren dürfen – was in letzter Konsequenz den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge haben konnte und damit auch berufliche Existenzen gefährdete. Heute wurde die europaweit erste, von Experten erstellte, „S2e-Leitlinie Diabetes und Straßenverkehr“ bei einer Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Berlin vorgestellt.
Demnach können fast Diabetiker ohne nennenswert erhöhtes Risiko Auto fahren – ganz egal ob privat oder beruflich als Bus-, LKW- oder Taxifahrer. Das beweist die erste europäische Leitlinie zu “Diabetes und Straßenverkehr”, die heute in Berlin vorgestellt worden ist. Sie bewertet erstmals im europäischen Raum und auf wissenschaftlich fundierter Grundlage die Fahrtauglichkeit von Menschen mit Diabetes.
Insulin: Leider falsche Behauptungen
“Die Leitlinie ist eine evidenzbasierte Forschungsauswertung, die nicht die staatlichen Vorgaben ersetzt, aber ergänzen soll”, sagte Oliver Ebert, Koordinator und Mitautor der Leitlinie. Er sprach von einigen “haftungsrechtlichen Grauzonen, die nun geklärt sind”. So sei die Behauptung falsch, dass Diabetiker, die Insulin spritzen, nicht mehr als Bus- oder LKW-Fahrer arbeiten dürfen oder allein ein hoher Langzeitblutzuckerwert dazu berechtigt, den Führerschein nicht auszustellen bzw. zu entziehen.
Oliver Ebert (li.) und Prof. Reinhard Holl (Ulm).
Die Wahrscheinlichkeit für Unfälle von Diabetikern ist nur minimal (um 10 Prozent) erhöht. Im Straßenverkehr mit Diabetes als hilfreich erweisen sich Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung, die u.a. vor Unterzuckerungen warnen.
Die neue Leitlinie “Diabetes und Straßenverkehr” wurde von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) initiiert und mit anderen Fachgesellschaften und Verbänden erstellt. Sie gibt Patienten und behandelnden Ärzten, aber auch Verkehrsmedizinern, Amtsärzten, DiabetesberaterInnen, Psychologen und Behörden einschließlich Versicherungsfachleuten auf Basis wissenschaftlicher Evidenz eine begründete Richtschnur bei der Beurteilung der Fahreignung.
Diabetes-Journal-Autoren unter sich: Angela Monecke und Oliver Ebert
von Angela Monecke / Redaktion Diabetes-Journal
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community
Gut beraten – oder guter Rat teuer
9 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
bloodychaos postete ein Update vor 5 Tagen, 4 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri

Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGM
Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.