- Technik
ATTD-Kongress: Technik, Fortschritt, Forschung
3 Minuten
Die Therapie des Diabetes mit modernen Technologien entwickelt sich immer weiter. Gerade in den letzten Jahren waren die Fortschritte immens. Expertinnen und Experten stellten auf dem ATTD-Kongress viele Interessante Ergebnisse vor, wie PD Dr. Torben Biester berichtet.
Im März 2024 fand der Kongress ATTD (Advanced Technologies and Treatments for Diabetes) statt. Auch in diesem Jahr wurden von Industrie und Forschenden viele neue Daten, Informationen und Geräte gezeigt.
Neues CGM-System für 14 Tage
Am ersten Tag war das Unternehmen Roche Diabetes Care mit einem voll besetzten Auditorium vertreten. Das Unternehmen zeigte einen neuen Sensor zum kontinuierlichen Glukosemessen (CGM). Das CGM-System Accu-Chek SmartGuide wird zunächst für Erwachsene ab 18 Jahren indiziert sein. Der Sensor hat eine Laufzeit von 14 Tagen, eine einstündige Aufwärmphase und benötigt einmalig eine Kalibrierung am ersten Tag.
Während der Sitzung stellte Prof. Dr. Julia Mader (Graz, Österreich) die Ergebnisse einer Studie mit dem System mit 48 Erwachsenen vor, die eine MARD (Mean Absolute Relative Difference; entspricht der Messgenauigkeit) von 9,2 Prozent ergab. Liegt die MARD unter 10 Prozent, hat ein CGM-System die Eignung, in einem System zur automatisierten Insulindosierung (AID) eingesetzt zu werden. Das CGM-System von Roche setzt künstliche Intelligenz ein, um eine individuelle Glukosevorhersage für jeden Patienten zu ermöglichen. Neben der Glukosekurve der Vergangenheit berechnet es auch Insulinmengen, Kohlenhydrate und Tageszeit mit ein.
Neue Algorithmen in AID-Systemen
Auf einem Symposium des Unternehmens Insulet gab es die ersten Daten von Omnipod-5-Nutzern in Europa und einen Einblick in den Algorithmus der Pumpensysteme der nächsten Generation des Unternehmens. Prof. Dr. Martin de Bock (Otago, Neuseeland) präsentierte Machbarkeitsergebnisse mit dem AID-Algorithmus next-gen – mit geschlossenem Regelkreis, d. h. ohne notwendigen Bolus für Mahlzeiten.
Die Studie umfasste Menschen mit Typ-1-Diabetes, die eine intensivierte Insulintherapie (ICT) durchführten. Im sechswöchigen ambulanten Teil der Studie gaben die Probanden drei Wochen lang für Mahlzeiten manuell einen Bolus ein, drei Wochen gaben sie keinen Mahlzeitenbolus. Unter den Jugendlichen erhöhte sich während der “Kein-Bolus”-Phase die durchschnittliche Zeit im Zielbereich (Time in Range, TIR) um 20 Prozent. Dies entsprach 4,8 Stunden am Tag, im Vergleich mit Bolusgabe.
Weniger Unterzuckerungen
Außerdem wurden Daten der 4320 Nutzenden mitgeteilt, die sich in der Insulinpumpe Omnipod 5 für einen Glukosezielwert von 110 mg/dl (6,1 mmol/l) entschieden hatten. Die durchschnittliche TIR lag bei 68 Prozent. Bei den 18- bis 25-Jährigen war sie mit 63 Prozent am niedrigsten, bei den Erwachsenen ab 65 Jahren mit 77 Prozent am höchsten.
Die Zeit in der Unterzuckerung (Hypoglykämie) war in allen Altersgruppen gering. Sie reichte von 2,5 Prozent in der Gruppe der unter 6-Jährigen bis zu 0,8 Prozent in der Gruppe der älteren Erwachsenen. Das Studien-Team erfasste die Daten von wirklich allen Nutzenden, nicht nur von denjenigen, die aktiv ihre Daten in die Cloud luden.
Auch Ketone kontinuierlich messen
Prof. Dr. Jennifer Sherr (New Haven, USA) stellte eine Studie vor mit einem Sensor, der kontinuierlich Ketone misst. In dieser Studie wurde bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes die Insulinzufuhr unterbrochen. Derselbe Sensor maß kontinuierlich die Glukose- und Ketonwerte. Ein kritischer Anstieg der Ketonwerte auf über 1 mmol/l trat bei Dreiviertel der Teilnehmer bereits bei Glukosewerten unter 240 mg/dl (13,3 mmol/l) auf. Dies wird oft als Alarmgrenze empfohlen, um den Ketonwert im Blut zu messen.
Somit könnte mit so einem Sensor schon bei niedrigeren Werten gehandelt werden, um eine gefährliche Übersäuerung des Körpers (Ketoazidose) zu verhindern.
Zelltransplantation als Segen und Risiko
In einem Symposium, im dem es um die Transplantation von Beta-Zellen ging, wurden allen Teilnehmenden nochmals die Komplexität und die nebenwirkungsreiche Begleittherapie einer solchen Behandlung vor Augen geführt. Trotzdem kann dieses segensreich sein für Menschen, die viele schwere Unterzuckerungen und Folgeerkrankungen haben.
Auch einen spannenden Einblick in andere Gesundheitssysteme konnte man bekommen. Prof. Dr. Peter Senior aus der Region Alberta in Canada berichtete, dass man dort bei den genannten Kriterien eine Inselzelltransplantation bekommen könne, aber man generell keine Glukosesensoren verschreiben dürfe.
Prof. Dr. Boris Kovatchev (Charlottesville, USA), einer der Pioniere im Gebiet der AID-Systeme, stellte eine Studie vor, in der sechs Teilnehmende eine Insulinpumpe mit künstlicher Intelligenz in einem Full-Closed-Loop-Modus, also ohne Mahlzeiteneingabe, für eine Woche zu Hause verwendet hatten. Sie erreichten eine durchschnittliche TIR von 70 Prozent, mit viel weniger Aufwand.
Kinder im Vorfeld betreuen
Durch immer mehr Studien steigt das Wissen über Kinder, bei denen diabetesspezifische Antikörper nachgewiesen sind, die aber noch keine Therapie mit Insulin brauchen. Deshalb entwickelte eine 70-köpfige Gruppe unter der Leitung von Kongressleiter Prof. Dr. Moshe Phillip aus Israel Leitsätze, wie diese Kinder untersucht und die Familien geschult werden können.
Ein ganzes Symposium beschäftigte sich mit der Ungleichbehandlung von Menschen mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund. Prof. Dr. Stuart Alan Weinzimer (New Haven, USA) berichtete über kulturelle Unterschiede. Die Versorgungslage in Indien zum Beispiel ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Auch berichtet wurde über die nationale Strategie in Großbritannien, wo eine Behandlung mit AID zum Versorgungsstandard erklärt wurde. Dr. Ananta Addala (Stanford, USA) zeigte zuletzt, wie in Studien zu neuen Therapien diese Unterschiede berücksichtigt werden sollten.
Der Kongress zeigte wieder einmal, dass die technischen Entwicklungen weitergehen. Und dass zum Glück auch immer mehr die Stimme der Menschen mit Diabetes Einzug in die Wissenschaft findet.
von PD Dr. med. Torben Biester
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2024; 15 (2) Seite 23
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ps0208 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Dia-Newbies vor 1 Tag, 2 Stunden
Hallo, ich bin 33 Jahre alt und hab letztes Jahr die Diagnose Diabetes Typ 2 bekommen. Aktuell nehme ich Metformin 1000mg 3 x täglich. Bewegung war mir schon immer wichtig und nach der Diagnose habe ich auch die Ernährung umgestellt
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lena-schmidt antwortete vor 13 Stunden, 57 Minuten
Hallo, schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. Gibt es Themen, die dich auch sonst noch besonders interessieren? Liebe Grüße Lena
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ps0208 antwortete vor 13 Stunden, 51 Minuten
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kasch postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 5 Tagen
Hey, ich habe die Omnipod 5 und zurzeit noch den Dexcom g6.
Die App läuft auf dem iPhone 12. wie kann ich das iPhone auf die Version 26.1 updaten? Automatische Updates würden ja gleich auf 26.2 gehen. Wie kann ich das manuell machen? -
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Ich komme gerne zum T1day. Sicher treffe ich einige von euch aus der online community.
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moira antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Ich würde auch gerne kommen – geht aber beruflich nicht. Gibt es noch einen anderen Termin um mal andere live zu treffen?
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lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo Thomas, super, dann sehen wir uns dort. Kommst du auch zum Vorabend-Event? Liebe Grüße Lena
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lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
@moira: Schau gerne mal in den Veranstaltungskalender hier beim Diabetes-Anker, vielleicht findest du etwas in deiner Region. 🙂
Maintenance
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thomas55 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@lena-schmidt: Hallo Lena,
ja ich komme zum Vorabend-Event. Ruf mich an, wenn du da bist 0177 8501380. Herzliche Grüße ThomasMaintenance
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ulf-kuerschner antwortete vor 1 Tag
schade das schaffe ich beruflich nicht
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