Gesunde Insulinausschüttung nachahmen

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Gesunde Insulinausschüttung nachahmen

Was mit einer intensivierten Insulintherapie mit Insulinpen annähernd gelingt, funktioniert mit einer Insulinpumpentherapie noch besser: das Nachahmen der Insulinproduktion von Nichtdiabetikern. Während die Therapie mit der kontinuierlichen Gabe kurzwirkenden Insulins bei Typ-1-Diabetikern laut Leitlinien als selbstverständlich angesehen wird, gilt sie bei Typ-2-Diabetikern nur als Einzelfallentscheidung.

Pumpe: 10 Prozent der Typ-1-Diabetiker

Nach Information des Deutschen Gesundheitsberichts Diabetes 2014 haben inzwischen etwa 10 Prozent der Typ-1-Diabetiker hierzulande eine Unterweisung in der Insulinpumpentherapie erhalten.Empfohlen wird sie zum Beispiel bei Diabetikern mit einem häufig unregelmäßigen Tagesablauf, bei wiederholt auftretenden schweren Unterzuckerungen trotz intensivierter Insulintherapie auch mit Insulinanaloga, bei ausgeprägten morgendlichen Blutzuckeranstiegen (Dawn-Phänomen) und bei geplanter Schwangerschaft.

Insulinpumpen bieten Vorteile
Jede Insulinpumpe gibt kontinuierlich kurzwirkendes Insulin ab, das durch eine auswechselbare Kanüle ins Unterhautfettgewebe gelangt. Wie viel Insulin einläuft, lässt sich für 24 Stunden in kleinen Zeiteinheiten programmieren.Vorteilhaft sind auch die unterschiedlichen Bolusarten.

Für eine Pizza eignet sich zum Beispiel ein kombinierter Bolus: Ein Teil wird direkt abgegeben, ein Teil verzögert über mehrere Stunden. Alle aktuellen Insulinpumpen bieten außerdem Unterstützung durch Bolusrechner.

Vorher Austausch mit Pumpenträgern

Auf dem deutschen Markt werden verschiedene Insulinpumpen angeboten. Ihre Grundfunktionen sind ähnlich, aber in Details unterscheiden sie sich. Wer vor der Entscheidung für eine Insulinpumpe steht, sollte sich auf jeden Fall vorher mit Pumpenträgern austauschen und auch intensiv mit seinem Diabetesteam darüber sprechen.


CGM: Ein Tachometer für Diabetiker

Mit den Insulinpumpen hat sich für viele die Qualität der Insulintherapie verbessert. Einen weiteren Schritt zum besseren Diabetesmanagement bietet das kontinuierliche Glukosemessen (CGM). Vergleichbar ist das Verfahren mit einem Tacho, der ständig anzeigt, wie schnell man fährt.

Denn beim CGM sind jederzeit die Zuckerwerte im Unterhautfettgewebe ablesbar und zusätzlich die Tendenz, ob die Zuckerwerte stabil sind, steigen oder fallen. So können Diabetiker früher erkennen, wenn sich Entgleisungen nach oben oder unten anbahnen, früher reagieren – und akute Notfälle eher vermeiden.

Kontinuierliche Kurve
Wie unterscheiden sich Blutzuckermessung und kontinuierliche Messung des Zuckers? Entscheidend ist, dass beim Blutzuckermessen nur dann Werte verfügbar sind, wenn man sich sticht und misst. Für das kontinuierliche Messen der Zuckerkonzentration liegt ein kleiner Sensor im Unterhautfettgewebe und misst in kurzen Zeitabständen – eine kontinuierliche Kurve entsteht.

Größere Sicherheit durch CGM

Fragt man Diabetiker, die bereits CGM-Systeme einsetzen, berichten viele von einer größeren Sicherheit, die sie spüren. Oft lässt sich auch ein gleichmäßigerer Zuckerverlauf erreichen, weil erkennbar wird, warum manche Schwankungen entstehen; nächtliche unbemerkte Unterzuckerungen sind häufige Verursacher.

In Kombination mit einer Insulinpumpentherapie gibt es neben den Warnungen noch weitere Sicherheitsoptionen: Ein System schaltet sich zum Beispiel bei drohender Unterzuckerung ab und vermeidet sie so.

Hier finden Sie die Übersicht der Insulinpumpen und CGM-Systeme.


von Lena Schmidt und Dr. Katrin Kraatz

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (6) Seite 24-29

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 5 Tagen, 6 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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