- Technik
Intermittierende Unterdrucktherapie
3 Minuten
Wie ein zweites Herz
Bei der intermittierenden Unterdruckwellentherapie handelt es sich um eine Röhre, die wie ein zweites Herz dafür sorgt, dass abwechselnd Unterdruck und Überdruck auf die Beine einwirken. In der bemannten Raumfahrt wird das Prinzip der Unterdruckwellentherapie schon lange von Astronauten genutzt, um das Herz-Kreislauf-System nach längeren Aufenthalten in der Schwerelosigkeit wieder an die Verhältnisse auf der Erde zu gewöhnen.
Ein Unternehmen in Düren
Vacumed-Behandlung ergänzt weitere Therapie
Das Vacumed-Gerät wird begleitend zur konservativen Behandlung bei Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankkeit) mit einer schmerzfreien Gehstrecke bis maximal 200 m (Fontaine-Stadium IIb) eingesetzt. Zusätzlich ist jedoch ein tägliches Gehtraining sowie die Beeinflussung von Risikofaktoren wie hohem Cholesterin und Rauchen notwendig, um zu erreichen, dass die Beine dauerhaft besser durchblutet werden.
Bessere Durchblutung
Die Unterdrucktherapie führt neben einer starken Kapillardilatation (Gefäßerweiterung) und Kapillarisation (Kapillarsprossung) auch zu einer Durchblutungsförderung der Peripherie und Muskulatur (Mikro- und Makroperfusion) in den unteren Extremitäten und somit zu einer besseren Durchblutung des Gewebes.
Bei Unterdruck wird sauerstoffreiches Blut (arterielles Blut) vermehrt in das Gewebe gesaugt, bei Überdruck werden sauerstoffarmes Blut (venöses Blut) und die durch den Stoffwechsel entstandenen Abbauprodukte über die Venen sowie das Lymphsystem abtransportiert. Eine vergleichbare Wirkung konnte bisher nur mit manuellen Massagen und Lymphdrainagen erzielt werden.
Schnelle Schmerzlinderung
Mit der Unterdrucktherapie können neben der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) auch die diabetische Mikroangiopathie, Lymphödeme und die chronisch venöse Insuffizienz behandelt werden. Hilfreich ist immer ein regelmäßiges Gehtraining, wobei im Verlauf rasch eine Verlängerung der Gehstrecke erkennbar wird. Die nahezu unmittelbar eintretende Schmerzlinderung ist ein sehr willkommener Nebeneffekt. Herzkrankheiten, auch die koronare Herzkrankheit, stellen keine Kontraindikation für das Vacumed-System dar.
Kontraindiziert ist die Anwendung des Vacumed-Geräts bei frischer Phlebothrombose (bis zu 8 Wochen alt) und infizierten Wunden im Behandlungsgebiet; akute und chronische Wunden ohne Infektion stellen keine Kontraindikation dar. In der Schwangerschaft bzw. bei Patienten mit Leistenbruch oder Bauchwandnarbenbruch darf das Gerät ebenfalls nicht zur Anwendung kommen.
Mit dem Bein in die Röhre
Das Gerät selbst (Vacumed) ist eine 225 x 70 x 110 cm große Röhre, in die der Patient mit dem Unterkörper bzw. einem Bein, Unterschenkel oder Fuß liegt. Eine luftdichte Membran passt sich exakt den Konturen des Patientenkörpers an und sorgt für einen luftdichten Abschluss. Der nun erzeugbare Unterdruck von -20 bis -70 mmHg ist variabel einstellbar und kann in Intervallen von 2 bis 30 Sekunden eingestellt werden.
Die Behandlung ist für durchschnittlich 14 Sitzungen à 20 bis 30 Minuten innerhalb von 3 bis 12 Wochen angelegt. Im Anschluss wird ein Gehtraining empfohlen.
Mehrheitlich positiv
Eine prospektive Studie in der Klinik Fallingbostel mit 23 Patienten belegt, dass bei 19 % der Patienten eine Verlängerung der Gehstrecke um 73 % eingetreten ist. Bei vier Patienten zeigte sich keine Veränderung, eine Verschlechterung trat bei keinem Patienten ein. Die Vacumed-Therapie ist dem reinen Gehtraining um 40 % überlegen.
Bei drei Patienten mit pAVK im Stadium III wurde außerhalb der Studie beobachtet, dass die Ruheschmerzen verschwanden. Bereits nach drei bis vier Behandlungen ist eine Verbesserung der Durchblutung mit Veränderung der Hautfarbe zu beobachten. Nach einer Vacumed-Behandlung von chronischen Beingeschwüren ist eine verbesserte Wundheilung erkennbar und sie kann so eine Amputation verhindern.
Eine Fallstudie in Köln mit zehn Patienten, die eine pAVK Stadium II und eine Mikrozirkulationsstörung der Füße aufwiesen, zeigte in der transkutanen Sauerstoffmessung (tcpO2) während der Behandlung einen Anstieg des Sauerstoffgehalts um 14 % mit einem Abfall auf 8 % 30 Minuten nach der Behandlung. Die Durchblutung der Zehen nahm mit Erhöhung des Unterdrucks deutlich zu (Messung mittels LLR Periquant 815; Gutmann).
Höhere Lebensqualität
Meist klagen die Patienten über eine durch Schmerzen beeinträchtigte bzw. unmögliche Nachtruhe. Es ist festzustellen, dass bereits nach wenigen Vacumed-Behandlungen eine Schmerzlinderung bzw. Schmerzfreiheit eintritt, die eine ungestörte Nachtruhe ermöglicht und somit zu einer deutlich besseren Lebensqualität führt. Weiterhin können die Patienten mit Verbesserung der Durchblutung eine zunehmend längere Strecke gehen.
Herzfrequenz sinkt
Es konnte nachgewiesen werden, dass die Vacumed-Therapie eine positive Wirkung auf die Herzfrequenz sowie den diastolischen Blutdruck hat. Eine Untersuchung der Herzfrequenz unter verschiedenen Unterdrücken (-15, -35, -55 und -65 mmHg) führte nach der Behandlung zu niedrigeren Herzfrequenzen als vorher, was das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen reduziert.
Die Durchblutung der behandelten Areale konnte verbessert werden; ein Unterdruck von -55 mmHg ergab eine um 4,7 % verbesserte Durchblutung, ein Unterdruck von -65 mmHg steigerte die Durchblutung um 7,4 % (LBNP-Studie, Z. Làszló, Karl-Franzens-Universität Graz).
Amputationen vermeiden
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Vacumed-Gerät einen entscheidenden Beitrag leistet, um schmerzhafte Gefäßverengungen der Extremitäten (pAVK)positiv zu beeinflussen. Indem es die Sauerstoffzufuhr des minderversorgten Gewebes verbessert, tritt eine rasche Schmerzlinderung bis zur Schmerzfreiheit ein. Chronische Wunden kommen zur Abheilung und drohende Amputationen können sogar verhindert werden.
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 6 Stunden, 30 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 1 Stunde
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 23 Stunden, 46 Minuten
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 21 Stunden, 8 Minuten
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 6 Stunden, 56 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 6 Stunden, 33 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 11 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
