- Technik
Wann ist eine AID-Pause sinnvoll – wann nicht?
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Ein ein System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID) kann im Alltag sehr hilfreich sein. Doch viele Nutzerinnen und Nutzer kennen wahrscheinlich auch das Gefühl, dass Insulinpumpe und Glukose-Sensor manchmal nerven. Kann dann eine Technik-Pause helfen?
Die moderne Diabetes-Behandlung hat mit Insulinpumpen, insbesondere solchen als System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID), einen Meilenstein erreicht. Diese Technologie, die Insulinpumpen mit Systemen zum kontinuierlichen Glukose-Messen (CGM) kombiniert, kann das Diabetes-Management erheblich erleichtern und verbessern. Dennoch spüren einige Menschen mit Diabetes den Wunsch, gelegentlich eine Pause von dieser Technologie einzulegen. Doch wann ist eine solche Pause sinnvoll – und wann ist sie eher nicht ratsam?
Manchmal kann eine Pause sinnvoll sein
Solche Situationen, in denen eine Pause sinnvoll sein kann oder auch einfach nur gewünscht ist von den jeweiligen Patientinnen und Patienten, können die Hautpflege sein, eine psychische Entlastung oder technische Probleme. Wichtig ist jedoch, die Entscheidung gut zu überdenken und eine Pause nur in geeigneten und stabilen Phasen des Diabetes-Managements einzulegen.
Ein AID-System verbindet eine Insulinpumpe mit einem CGM-Sensor. Ein Algorithmus analysiert die Daten und passt die Insulin-Abgabe automatisch an, um Glukose-Schwankungen zu minimieren. Vorteile der Technologie sind unter anderem weniger Unter- und Überzuckerungen (Hypo- und Hyperglykämien). Zudem ist es eine Erleichterung des Alltags für Menschen mit einem Typ-1-Diabetes. Besonders hervorzuheben ist der stabilere Verlauf der Glukosewerte. Die Patientinnen und Patienten müssen deutlich seltener manuell eingreifen. Trotz dieser Vorteile entscheiden sich einige gelegentlich für eine Pause vom AID-System, zum Beispiel aus den oben genannten Gründen.
Die Nutzung eines AID-Systems erfordert Vertrauen in die Technik und die Bereitschaft, eng mit ihr zu leben. Manche Menschen empfinden die ständige Verbindung zur Technik als belastend. Das Gefühl, „verkabelt“ zu sein, oder der Druck, sich kontinuierlich mit den Daten auseinanderzusetzen, kann auf Dauer psychisch anstrengend sein. Eine Pause kann hier helfen, einen freien Kopf zu bekommen und gegebenenfalls die Eigenverantwortung im Diabetes-Management neu zu erleben. Einige Menschen empfinden es als befreiend, vorübergehend nicht von einer technischen Unterstützung abhängig zu sein.
AID-Pause: darauf ist zu achten
- Eine Pause von einem AID-System kann sinnvoll oder gewünscht sein z. B. zur Hautpflege, zur psychischen Entlastung oder bei technischen Problemen.
- Eine Pause sollte man möglichst nur in geeigneten und stabilen Phasen des Diabetes-Managements einlegen und nur mit guter Vorbereitung der alternativen Insulin-Therapie.
- Eine Pause ist nicht sinnvoll, wenn die Glukosewerte schwer zu kontrollieren sind oder viele Schwankungen auftreten.
Ein langfristiges Tragen von Insulinpumpen und Sensoren kann bei einigen Patientinnen und Patienten die Haut reizen. Druckstellen, Rötungen oder allergische Reaktionen auf Pflaster und Klebe-Materialien sind keine Seltenheit. Bei Bedarf kann eine Pause der Haut Zeit geben, sich zu regenerieren und Irritationen abklingen zu lassen.
Auch modernste Technik ist nicht fehlerfrei. Defekte Sensoren, Pumpen-Ausfälle oder Verbindungs-Probleme können frustrierend sein. Während einer Reparatur-Phase kann es sinnvoll sein, vorübergehend auf eine alternative Insulin-Therapie umzusteigen. Patienten können in dieser Situation die Therapie mit Insulinpen und/oder Messen des Blutzuckers auffrischen und alternative Methoden ausprobieren, was langfristig mehr Sicherheit geben kann.
In bestimmten Situationen, wie bei Reisen, Sport oder besonderen Anlässen, empfinden einige Menschen die Insulinpumpe als störend. Insbesondere bei Schwimmen, intensiv betriebenen Sportarten oder Feiern entscheiden sich manche Menschen mit einem AID-System bewusst für eine vorübergehende Rückkehr zur Pen-Therapie oder auch die Umstellung in den manuellen Modus der Pumpe.
Eine Pause ist nicht immer sinnvoll
In manchen Situationen ist eine Pause jedoch nicht sinnvoll. Wenn die Glukosewerte schwer zu kontrollieren sind oder viele Schwankungen auftreten, ist eine Pause vom AID-System nicht ratsam. Das Risiko für Hypo- und Hyperglykämien steigt ohne die automatisierte Unterstützung. Stress oder andere Belastungen beeinflussen den Glukoseverlauf oft stark. In solchen Zeiten ist die kontinuierliche Unterstützung durch ein AID-System besonders hilfreich. Eine Pause würde in diesen Fällen zusätzlichen Aufwand, eine erhöhte Belastung und ein erhöhtes Risiko bedeuten.
AID-Pause planen
Ein AID-System zu pausieren, erfordert Planung. Menschen, die nicht sicher im Umgang mit alternativen Therapien wie Insulinpens sind oder keine klare Strategie für die Insulin-Dosierung haben, sollten nur gut vorbereitet eine Pause machen. Eine Pause bedeutet mehr Eigenverantwortung und häufigere Glukose-Kontrollen. In jedem Fall sollte dieser Schritt mit dem Diabetes-Team abgesprochen und besprochen werden, um Risiken zu minimieren. Die alternative Insulin-Therapie muss sicher durchgeführt werden können.
Vor der Pause sollten Patientinnen und Patienten wissen, wie sie eine intensivierte Insulin-Therapie (ICT) durchführen. Im Fall einer manuellen Insulinpumpen-Therapie sollten eine aktuelle Basalrate sowie die aktuellen Parameter für Mahlzeiten- und Korrekturboli hinterlegt sein. Natürlich erfordert eine Pen-Therapie wieder eine engmaschigere Kontrolle der Glukosewerte. Eine Pause sollte nicht zu lange dauern, um mögliche negative Effekte so gering wie möglich zu halten.
In enger Absprache mit dem Diabetes-Team und durch sorgfältige Vorbereitung kann eine Pause in dem ein oder anderen Fall eine wertvolle Erfahrung sein – und manchmal sogar neue Perspektiven für den Umgang mit dem Diabetes eröffnen.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (1/2) Seite 18-19
von Regine Werk
Regine Werk ist Diabetesberaterin DDG sowie Adipositasberaterin DAG/DDG. Sie ist tätig am Diabetes Zentrum Mergentheim.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (1/2) Seite 18-19
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Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
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Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen, 13 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



