Wann ist eine AID-Pause sinnvoll – wann nicht?

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Wann ist eine AID-Pause sinnvoll – wann nicht? | Foto: larrui – stock.adobe.com
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Wann ist eine AID-Pause sinnvoll – wann nicht?

Ein ein System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID) kann im Alltag sehr hilfreich sein. Doch viele Nutzerinnen und Nutzer kennen wahrscheinlich auch das Gefühl, dass Insulinpumpe und Glukose-Sensor manchmal nerven. Kann dann eine Technik-Pause helfen?

Die moderne Diabetes-Behandlung hat mit Insulinpumpen, insbesondere solchen als System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID), einen Meilenstein erreicht. Diese Technologie, die Insulinpumpen mit Systemen zum kontinuierlichen Glukose-Messen (CGM) kombiniert, kann das Diabetes-Management erheblich erleichtern und verbessern. Dennoch spüren einige Menschen mit Diabetes den Wunsch, gelegentlich eine Pause von dieser Technologie einzulegen. Doch wann ist eine solche Pause sinnvoll – und wann ist sie eher nicht ratsam?

Manchmal kann eine Pause sinnvoll sein

Solche Situationen, in denen eine Pause sinnvoll sein kann oder auch einfach nur gewünscht ist von den jeweiligen Patientinnen und Patienten, können die Hautpflege sein, eine psychische Entlastung oder technische Probleme. Wichtig ist jedoch, die Entscheidung gut zu überdenken und eine Pause nur in geeigneten und stabilen Phasen des Diabetes-Managements einzulegen.

Ein AID-System verbindet eine Insulinpumpe mit einem CGM-Sensor. Ein Algorithmus analysiert die Daten und passt die Insulin-Abgabe automatisch an, um Glukose-Schwankungen zu minimieren. Vorteile der Technologie sind unter anderem weniger Unter- und Überzuckerungen (Hypo- und Hyperglykämien). Zudem ist es eine Erleichterung des Alltags für Menschen mit einem Typ-1-Diabetes. Besonders hervorzuheben ist der stabilere Verlauf der Glukosewerte. Die Patientinnen und Patienten müssen deutlich seltener manuell eingreifen. Trotz dieser Vorteile entscheiden sich einige gelegentlich für eine Pause vom AID-System, zum Beispiel aus den oben genannten Gründen.

Die Nutzung eines AID-Systems erfordert Vertrauen in die Technik und die Bereitschaft, eng mit ihr zu leben. Manche Menschen empfinden die ständige Verbindung zur Technik als belastend. Das Gefühl, „verkabelt“ zu sein, oder der Druck, sich kontinuierlich mit den Daten auseinanderzusetzen, kann auf Dauer psychisch anstrengend sein. Eine Pause kann hier helfen, einen freien Kopf zu bekommen und gegebenenfalls die Eigenverantwortung im Diabetes-Management neu zu erleben. Einige Menschen empfinden es als befreiend, vorübergehend nicht von einer technischen Unterstützung abhängig zu sein.

AID-Pause: darauf ist zu achten
  • Eine Pause von einem AID-System kann sinnvoll oder gewünscht sein z. B. zur Hautpflege, zur psychischen Entlastung oder bei technischen Problemen.
  • Eine Pause sollte man möglichst nur in geeigneten und stabilen Phasen des Diabetes-Managements einlegen und nur mit guter Vorbereitung der alternativen Insulin-Therapie.
  • Eine Pause ist nicht sinnvoll, wenn die Glukosewerte schwer zu kontrollieren sind oder viele Schwankungen auftreten.

Ein langfristiges Tragen von Insulinpumpen und Sensoren kann bei einigen Patientinnen und Patienten die Haut reizen. Druckstellen, Rötungen oder allergische Reaktionen auf Pflaster und Klebe-Materialien sind keine Seltenheit. Bei Bedarf kann eine Pause der Haut Zeit geben, sich zu regenerieren und Irritationen abklingen zu lassen.

Auch modernste Technik ist nicht fehlerfrei. Defekte Sensoren, Pumpen-Ausfälle oder Verbindungs-Probleme können frustrierend sein. Während einer Reparatur-Phase kann es sinnvoll sein, vorübergehend auf eine alternative Insulin-Therapie umzusteigen. Patienten können in dieser Situation die Therapie mit Insulinpen und/oder Messen des Blutzuckers auffrischen und alternative Methoden ausprobieren, was langfristig mehr Sicherheit geben kann.

In bestimmten Situationen, wie bei Reisen, Sport oder besonderen Anlässen, empfinden einige Menschen die Insulinpumpe als störend. Insbesondere bei Schwimmen, intensiv betriebenen Sportarten oder Feiern entscheiden sich manche Menschen mit einem AID-System bewusst für eine vorübergehende Rückkehr zur Pen-Therapie oder auch die Umstellung in den manuellen Modus der Pumpe.

Eine Pause ist nicht immer sinnvoll

In manchen Situationen ist eine Pause jedoch nicht sinnvoll. Wenn die Glukosewerte schwer zu kontrollieren sind oder viele Schwankungen auftreten, ist eine Pause vom AID-System nicht ratsam. Das Risiko für Hypo- und Hyperglykämien steigt ohne die automatisierte Unterstützung. Stress oder andere Belastungen beeinflussen den Glukoseverlauf oft stark. In solchen Zeiten ist die kontinuierliche Unterstützung durch ein AID-System besonders hilfreich. Eine Pause würde in diesen Fällen zusätzlichen Aufwand, eine erhöhte Belastung und ein erhöhtes Risiko bedeuten.

AID-Pause planen

Ein AID-System zu pausieren, erfordert Planung. Menschen, die nicht sicher im Umgang mit alternativen Therapien wie Insulinpens sind oder keine klare Strategie für die Insulin-Dosierung haben, sollten nur gut vorbereitet eine Pause machen. Eine Pause bedeutet mehr Eigenverantwortung und häufigere Glukose-Kontrollen. In jedem Fall sollte dieser Schritt mit dem Diabetes-Team abgesprochen und besprochen werden, um Risiken zu minimieren. Die alternative Insulin-Therapie muss sicher durchgeführt werden können.

Vor der Pause sollten Patientinnen und Patienten wissen, wie sie eine intensivierte Insulin-Therapie (ICT) durchführen. Im Fall einer manuellen Insulinpumpen-Therapie sollten eine aktuelle Basalrate sowie die aktuellen Parameter für Mahlzeiten- und Korrekturboli hinterlegt sein. Natürlich erfordert eine Pen-Therapie wieder eine engmaschigere Kontrolle der Glukosewerte. Eine Pause sollte nicht zu lange dauern, um mögliche negative Effekte so gering wie möglich zu halten.

In enger Absprache mit dem Diabetes-Team und durch sorgfältige Vorbereitung kann eine Pause in dem ein oder anderen Fall eine wertvolle Erfahrung sein – und manchmal sogar neue Perspektiven für den Umgang mit dem Diabetes eröffnen.


von Regine Werk

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (1/2) Seite 18-19

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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