Wie Menschen mit Diabetes am besten einkaufen, wollten Mitglieder der Selbsthilfegruppe Bürstadt im Landkreis Bergstraße genauer wissen – vom Fachmann direkt vor Ort.
Unter dem Motto „Einkauf, aber richtig!“ ließen sich die teilnehmenden SHG-Mitglieder Ende des Sommers von Andreas Kolb (3. v.l. im Bild oben) durch den örtlichen Supermarkt führen. Der Diabetesberater am Heppenheimer Kreiskrankenhaus beantwortete dabei nicht nur jede Menge individueller Fragen. Er wies auch auf zwei wichtige Einkaufsstrategien (nicht nur) für Menschen mit Diabetes hin: unnötigen Einkauf vermeiden und dem Drang nach Süßem aus dem Weg gehen.
Typischen Fallen aus dem Weg gehen
Wer einen Einkaufsplan dabeihat und satt – also nach einer Mahlzeit – einkaufen geht, muss nicht in die typischen Fallen tappen. Menschen mit Diabetes sollten diese beiden Einkaufstipps fest in ihren Alltag integrieren. Zudem lohnt es sich, fürs Kleingedruckte eine Lupe dabeizuhaben.
Beim Gang durch die Regalreihen und vor den Truhen stellte Kolb das Angebot gemeinsam mit der Gruppe auf den Prüfstand. Exemplarisch wurden Gemüse, Brot, Teilchen, Getreide, Käse, Wurst, Fleisch, Tiefgefrorenes, Milchprodukte und Marmelade nach Kohlenhydrat- und Broteinheiten (KE/BE) analysiert.
Bedeutung des glykämischen Index (GI)
Der Diabetesberater ging auch auf die Bedeutung des glykämischen Index (GI) ein. Der GI zeigt, wie schnell und stark die Produkte den Blutzucker ansteigen lassen. Er dient als Orientierungshilfe für eine ausgewogene Ernährung und hilft damit allen, sinnvolle Lebensmittel auszuwählen, und den Menschen mit Insulintherapie, mit der passenden Insulinmenge die Blutzuckerwerte stabil zu halten.
Das Resümee des DHE-Vorsitzenden Stephan Thomas, der mit Werner Schäfer die SHG Bürstadt leitet: „Der Exkurs kam supergut an!“ Das, so Thomas, habe auch mit Kolbs humorvoller Vermittlung des Wissens zu tun.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (11) Seite 72







