Wir bitten um Unterstützung aller Mitglieder von Selbsthilfe-Organisationen zum Thema Diabetes und von den von chronischen Erkrankungen Betroffenen, sich an die jeweiligen Landesregierungen zu wenden, damit sich diese über den Bundesrat dafür einzusetzen, dass die Einnahmen aus einer Zuckersteuer beziehungsweise einer Abgabe auf stark zuckerhaltige Produkte verbindlich für Prävention und Gesundheitsförderung verwendet werden.
Ein wesentlicher Teil dieser Mittel sollte dem Aufbau einer bundesweiten Präventions-Liga Ehrenamt als professionelle Dachstruktur für die ehrenamtliche Selbsthilfe im Bereich Diabetes, Adipositas und deren Folgeerkrankungen zugutekommen.
Begründung
Die ehrenamtliche Selbsthilfe leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Unterstützung von Menschen mit Diabetes, Adipositas und deren Folgeerkrankungen. Gleichzeitig sind die vorhandenen Strukturen vielfach zersplittert und verfügen nur über begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen.
Eine professionelle Unterstützung durch hauptamtliche Koordination, Öffentlichkeitsarbeit, Projektmanagement und Verwaltung könnte die Wirksamkeit der Selbsthilfe deutlich erhöhen. Vorbilder hierfür sind die erfolgreichen Strukturen der Deutschen Rheuma-Liga und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Vorschlag
Mindestens 10 Prozent der Einnahmen aus der Zuckersteuer (geschätzt rund 45 Millionen Euro jährlich) werden verbindlich für Präventionsmaßnahmen zweckgebunden.
Ein Teil dieser Mittel (bspw. 1,35 Millionen Euro jährlich) wird für den Aufbau und die Professionalisierung einer bundesweiten Präventions-Liga Ehrenamt bereitgestellt.
Bestehende Selbsthilfe-Organisationen, Landesverbände und Bundesverbände werden in die Entwicklung dieser Struktur eingebunden, um Synergien zu schaffen, Doppelstrukturen zu vermeiden und die Interessen der Betroffenen wirksam zu bündeln.
Forderungen
Die Landtage der Bundesländer mögen ihre jeweiligen Landesregierungen auffordern, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass
- mindestens 10 Prozent der Einnahmen aus der Zuckersteuer verbindlich für Prävention und Gesundheitsförderung zweckgebunden werden,
- ein angemessener Anteil dieser Mittel für die Professionalisierung und Stärkung der ehrenamtlichen Selbsthilfe bereitgestellt wird,
- eine bundesweite Präventions-Liga Ehrenamt als koordinierende Dachstruktur für Betroffene von Diabetes, Adipositas und Folgeerkrankungen aufgebaut werden kann.
Aufruf zur Unterstützung
Bitte unterstützen Sie diese Initiative durch Ihre Unterschrift und leiten Sie die Petition an Betroffene, Angehörige, Selbsthilfegruppen, Verbände sowie politisch Verantwortliche weiter.
Im Namen von rund 24 Millionen Menschen mit Adipositas, mehr als 8 Millionen Menschen mit Diabetes sowie Millionen weiterer Betroffener von Folgeerkrankungen danken wir Ihnen für Ihre Unterstützung.
Begründung
Gesundheitskompetenz, gesunde Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung sind deshalb so wirksame „Waffen“ gegen den Tsunami der Volkskrankheiten Typ-2-Diabetes und Adipositas, weil sie nicht erst die Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen.
Die eigentliche Herausforderung
Typ-2-Diabetes und Adipositas entstehen selten durch individuelles Fehlverhalten allein. Sie werden durch ein Umfeld begünstigt, das Bewegungsmangel, hochverarbeitete Lebensmittel, ständige Verfügbarkeit von Kalorien und chronischen Stress fördert.
Deshalb brauchen wir neben persönlicher Verantwortung auch gesellschaftliche Verantwortung: Gesundheitsbildung in Schulen, gesunde Lebenswelten, bewegungsfreundliche Städte, wirksame Prävention und eine starke Selbsthilfe.
Mitmachen!
Wer sich dieser Auffassung anschließt, der möge bitte unsere Petition auf dem Portal unterstützen. Danke auch für das Teilen in den sozialen Medien oder analog von Mensch zu Mensch.
Die bundesweite Petition ist zu finden unter openpetition.org/tdrlx.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (8/9) Seite 74-75









