Studie am Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) in Trier: Wie stärken Gruppen persönliche Ressourcen?

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Studie am Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) in Trier: Wie stärken Gruppen persönliche Ressourcen? | Foto: matho – stock.adobe.com
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Studie am Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) in Trier: Wie stärken Gruppen persönliche Ressourcen?

Menschen können ganz unterschiedlich mit einer chronischen Erkrankung umgehen. Einen Einfluss auf den Umgang hat ihre soziale Identität, also die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen. Eine Studie untersucht die Zusammenhänge näher.

Menschen mit einer chronischen Erkrankung integrieren diese in ihr Selbstbild, sie wird also zu einem festen Teil ihrer persönlichen Identität. Das Verständnis von und der Umgang mit der Erkrankung fällt dabei unterschiedlich aus und kann sich im Lauf des Lebens verändern: Betroffene können sich von der Belastung völlig überfordert fühlen, sie können die Auseinandersetzung damit vermeiden, die Krankheit akzeptieren oder ihr sogar positive Aspekte abgewinnen.

Wie sie sich selbst als chronisch erkrankte Person erleben, hängt auch mit ihrer sozialen Identität zusammen, also damit, welchen Gruppen sie sich zugehörig fühlen. Den Zusammenhang zwischen dem Selbstbild als chronisch erkrankte Person und der sozialen Identität untersucht Dr. Svenja Frenzel. Sie ist Sozial- und Gesundheitspsychologin am Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID) in Trier.

Mehr Kontakte in Gruppen – mehr persönliche Ressourcen

„Eine Gruppe ist beispielsweise die Familie, die Arbeitskolleg:innen oder ein Sportverein“, erklärt Frenzel. Einer Gruppe anzugehören, ist grundsätzlich eine Quelle sozialer Unterstützung und stärkt die persönlichen Ressourcen. „Menschen, die vielen sozialen Gruppen angehören, verfügen über mehr soziale Ressourcen und berichten von höherem Wohlbefinden. Sie sind generell psychisch als auch physisch gesünder als Menschen mit weniger Gruppenzugehörigkeiten“, erklärt Frenzel zunächst.

„Dieser sogenannte Social-Cure-Effekt ist wissenschaftlich gut belegt.“ Die Wissenschaftlerin, bei der mit 11 Jahren ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, möchte nun mehr darüber herausfinden, was Gruppenzugehörigkeiten für Menschen mit einer chronischen Erkrankung bedeuten.

Organisierte Selbsthilfe kann unterstützend sein

Interessant ist dabei die Rolle der organisierten Selbsthilfe. Viele Menschen mit chronischen Erkrankungen suchen Anschluss an Gruppen, in denen sie Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung erleben. Doch was bedeutet es, wenn eine bestimmte Gruppenzugehörigkeit stark dominiert? Wenn eine Gruppe, der Menschen mit der gleichen Erkrankung angehören, sie selbst belastet, weil sie das Leid der anderen teilen? Was, wenn eine Gruppe gar gesundheitsschädliche Werte vertritt? Diesen Fragen geht Svenja Frenzel in einer laufenden Studie nach.

„Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen der Art, wie Menschen mit Diabetes die Erkrankung in ihr Selbstbild integrieren, und ihrer sozialen Identität – also der Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen“, sagt sie. „Unsere Annahme ist, dass sie am meisten profitieren, wenn sie in verschiedenen Gruppen stabil verankert sind – zum Beispiel in solchen von Menschen mit der gleichen Erkrankung und solchen ohne gemeinsamen Krankheitsaspekt“, erläutert Frenzel den Ausgangspunkt ihrer aktuellen Studie. „Sie bekommen quasi ‚the best of both worlds‘.“

Auch Angehörige profitieren von Gruppen-Zugehörigkeiten

Das Gleiche könnte übrigens auch für Mitmenschen der Erkrankten zutreffen – Eltern, Lebensgefährten, Angehörige. Auch sie entwickeln oft Zugehörigkeiten zu Gruppen von Menschen, die ähnlich betroffen sind. „Gleichzeitig wäre es vermutlich hilfreich, andere soziale Identitäten oder Zugehörigkeiten zu stärken oder zumindest nicht zu vernachlässigen“, meint Frenzel, „was aber in der Situation der Betroffenen oft eine große Herausforderung ist.“

Interesse an den psychosozialen Fragen bei Diabetes wächst

Der DDB begrüßt die Arbeit von Svenja Frenzel. „Die Forschung nimmt zunehmend einen Aspekt in den Fokus, der lange unterschätzt wurde: den Menschen hinter der Diagnose“, sagt die DDB-Vorsitzende Maria Vogel. „Während bisher vor allem neue Medikamente und Technologien die wissenschaftliche Diskussion geprägt haben, wächst nun das Interesse an den psychosozialen Bedingungen eines erfolgreichen Diabetes-Managements.“

Und viele von uns erleben es selbst: Die Stoffwechsel-Situation wird wesentlich davon beeinflusst, wie Menschen ihre Erkrankung bewältigen, welche Unterstützung sie erfahren und ob sie sich mit ihren Herausforderungen als Teil einer Gemeinschaft fühlen.

Mitmachen für wissenschaftlich fundierte Kenntnisse

Die Studie läuft noch bis Mitte Dezember 2026. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie und Euch für die Teilnahme an der Studie gewinnen können! Profitieren können wir alle, denn: „Eine moderne Diabetesversorgung braucht wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber, wie soziale Unterstützung, Gemeinschaft und Selbsthilfe die Gesundheit nachhaltig stärken können“, so Maria Vogel.

Aufruf: Teilnehmen an der Studie

Gesucht werden Personen mit Diabetes (Typ 1 oder Typ 2), die mindestens 18 Jahre alt sind und sich regelmäßig mit anderen Menschen mit Diabetes austauschen.

Weitere Informationen und die Befragung finden Sie und findet Ihr unter folgendem Link: www.soscisurvey.de/soziale_identifikation_bei_chron

Die Beantwortung dauert etwa 15 Minuten. Die Studie umfasst zwei Befragungen im Abstand von vier Wochen, es gibt eine Aufwandsentschädigung.


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (11) Seite 66-67

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
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  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 6 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?