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Ich kann heute nicht! – Ein Tag Pause
3 Minuten
Puh, ich kann heute einfach nicht. Der Diabetes ist 365 Tage im Jahr, 12 Monate, 52 Wochen und sieben Tage pro Woche, 24 Stunden am Tag bei mir. Oft läuft es sehr gut mit uns, einfach nebenbei. Ich messe, checke, spritze, esse, kontrolliere, korrigiere, schaue mir meine Linien an. Aber manchmal, ja, manchmal geht es einfach für einen Tag nicht mehr. Vielleicht kennt ihr das, vielleicht ist es aber auch eine ganz unbekannte Erscheinung für euch.

Manchmal geht es einfach einen Tag lang nicht mehr.
Mein Wecker klingelt und ich spüre bereits die Welle, die anrollt und sich sogleich über mich werfen und mich unter ihr begraben wird. Unter ihr begraben bin ich recht machtlos und leider nur zu sehr, sehr wenig in der Lage. Ich stehe auf und gucke kurz auf meinen Handybildschirm. 132 mg/dl (7,3 mmol/l) wird mir dort angezeigt, mein Sensorwert. Okay, mehr wird heute schlichtweg nicht gehen und besser wird es für mich auch nicht werden. Ich frühstücke irgendetwas, das ich gut schätzen kann, und spritze irgendeine sehr grob geschätzte Einheit. Das nächste Mal werde ich erst abends wieder meinen Wert kontrollieren.
Manchmal geht es einfach einen Tag lang nicht mehr.
Die Tatsache, dass ich dann zum Aufstehen noch den Wert anschaue, ist schon eine sehr große Leistung für einen solchen Tag. Oft kann ich mich an Tagen wie diesem nur schlecht um mich kümmern. Den ersten Schluck Wasser trinke ich meist erst zur Mittagszeit oder noch später. Ich bin gefangen in meinen Gedanken, in meinem Kopf, unter dieser Welle und ich schaffe es kaum raus. Auch wenig anderes kann ich an diesem Tag erarbeiten. Nicht nur der Diabetes leidet, aber wegen ihm sehr vieles.
Manchmal geht es einfach einen Tag lang nicht mehr.
Abends schaue ich auf mein Handydisplay und überprüfe meinen Sensorwert. Heute hatte ich Glück, denn der Wert war aus irgendeinem Grund den ganzen Tag in meinem Zielbereich, daher gab es keinerlei Alarme und ich hatte vollkommen meine Ruhe. Aber ich habe mich auch kaum um mich gekümmert und nur sehr wenig gegessen. Für einen Tag, an dem ich vom Diabetes einfach mal Ruhe brauchte, waren die Werte auf jeden Fall eher Glück im Unglück. Ich weiß aber, dass es so nicht für mich funktioniert, dass ich mir nichts Gutes tue, wenn ich meinen Glukosewert nur zwei Mal am Tag beiläufig prüfe und den Rest des Tages nicht über meinen Diabetes nachdenke. Aber, wie gesagt:
Manchmal geht es einfach einen Tag lang nicht mehr.

Obwohl ich den Diabetes an einem solchen Tag in den Hintergrund rücke, habe ich den ganzen Tag ein unglaublich schlechtes Gewissen. Ich sollte mich eigentlich kümmern, messen, kontrollieren, rechnen, spritzen, checken, essen, korrigieren, denn ich habe nun mal Diabetes. Kann ich aber nicht. Ich brauche auch mal Ruhe von all dem, Urlaub vom Diabetes. Leider kann ich ihn nicht einfach einen Tag ablegen. Stattdessen laufe ich einen Tag lang mit einem schlechten Gewissen durch die Gegend, gönne mir nichts Gutes und behandle meinen Körper schlecht.
Manchmal geht es einfach einen Tag lang nicht mehr.
Und am nächsten Tag stehe ich auf, atme tief ein und aus und mache da weiter, wo ich vorgestern aufgehört habe. Kümmern, kontrollieren, rechnen, messen, spritzen, checken, essen, korrigieren, die Werte beobachten. Und dann geht es wieder, weil ich einen Tag alles versucht habe abzulegen. Manchmal brauche ich einen solchen Tag. Einen Tag, an dem ich sage: Ich kann heute nicht! Ein Tag, an dem dann nur das Aller-, Allernötigste passiert. So lange ich nach diesem einen Tag zurückkehren kann, ist alles in Ordnung.
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße