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Oft vergessene Katheter
4 Minuten
Diabetes-Technologie: Meistens verbinden sich heutzutage mit diesem Begriff, auch bei mir, Insulinpumpen und Systeme zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring (CGM-Systeme). Das finde ich naheliegend, denn das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Fortschritte aus den letzten Jahren in der Diabetes-Therapie.
Neulich aber fiel mir auf, dass ein ganz wichtiger Faktor dabei so gut wie nie erwähnt wird: Wie sieht es bei den Fortschritten in Bezug auf die Katheter für die Insulinpumpen aus? Es fiel mir deshalb auf, weil ich mich mal wieder ziemlich geärgert hatte über das, was einem als Fortschritt angeboten wird…
„Bastelei“ mit der Kanüle
Seit dem Beginn meiner Therapie mit Insulinpumpen – das war am 1. September 1991 – verwende ich Katheter, die eine Kanüle haben, die ich nicht senkrecht, sondern in einem schrägen Winkel einsteche. Damals gab es nur die schräg einzustechenden Kanülen aus Stahl, festkleben musste man sie mit einem separaten Pflaster. Das war manchmal schon ziemliche Bastelarbeit, damit die Kanüle nicht wieder herausrutschte, bevor sie festgeklebt war. Die Kanüle und der Schlauch des Katheters waren fest verbunden. Die Insulinpumpe musste ich deshalb, weil sie nicht wasserdicht war, z.B. beim Duschen in einem Plastikbeutel, der extra für diesen Zweck vom Hersteller angeboten wurde, an die Duschstange hängen. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt, mich unter der Dusche so zu bewegen, dass ich die Kanüle nicht herausriss und ich mich nicht im Schlauch verhedderte.
Drei echte Fortschritte

Im Laufe der Zeit kam es zu drei wesentlichen Veränderungen, die ich durchaus als Fortschritte empfunden habe: Zum einen bekamen die Kanülen ein integriertes Pflaster, sodass das Einstechen und das Festkleben keine Bastelei mehr waren. Zum Zweiten konnte ich Kanüle und Schlauch nun voneinander trennen, also abkoppeln und die Pumpe zum Beispiel beim Duschen beiseitelegen – die Duschverrenkungen waren nicht mehr nötig. Und zum Dritten konnte ich nun wählen zwischen Kanülen aus Stahl und Kanülen aus Teflon.
Kanülen sind Fremdkörper in der Haut

Die Haut muss dabei viel aushalten. Fremdkörper, was Kanülen nun einmal für meinen (wie für jeden) Körper sind, erzeugen in meiner Haut (wie das physiologisch normal ist) Abwehrreaktionen in Form von Entzündungen. Diese können mal nahezu nicht wahrnehmbar, mal deutlich sicht- und spürbar ausfallen. In den bald 30 Jahren meiner Karriere mit Insulinpumpen konnte ich diesbezüglich viel beobachten, kann aber glücklicherweise berichten, dass ich nie schwerwiegende Entzündungen hatte. Das lag zum einen sicher daran, dass ich immer auf Sauberkeit achtete, wie das jedem empfohlen wird. Es lag sicher auch daran, dass ich immer Kanülen bzw. am Anfang Pflaster hatte, bei denen ich die Einstichstelle unter dem Pflaster sehen und bei Rötungen schnell reagieren konnte. Aber es lag offenbar auch daran, dass ich die Kanülen nicht mit einer Setzhilfe einstach, sondern per Hand. So war nach meinem Empfinden der Einstich sanfter, die Verletzung der Haut nicht so stark. Außerdem merkte ich so sofort, wenn ich eine schmerzhafte Stelle erwischte, und konnte die noch nicht weit eingestochene Kanüle wieder herausziehen und an einer anderen Stelle einstechen.
Von Einstechen per Hand zum Einstechen mit Setzhilfe
Das funktionierte bis vor Kurzem. Dann aber wurden für meinen Pumpentyp die einzig verfügbaren schräg einzustechenden Kanülen von Hand-Einstechen auf Einstechen ausschließlich mit Setzhilfe umgestellt. Alternativ gibt es zwar senkrecht einzustechende Kanülen, die ich per Hand setzen kann, aber beim Ausprobieren zeigte sich sehr schnell, dass diese bei mir nicht funktionieren – während ich in den vielen Jahren vorher geschätzt insgesamt zwei bis drei Verschlüsse der Kanüle hatte, gab es hier bei spätestens jeder zweiten Kanüle Verstopfungsalarm. Also musste ich die neuen schrägen Kanülen mit Setzhilfe verwenden…
Fortschritt ist für mich Rückschritt
Seitdem liegt fast jede Kanüle an einer schmerzenden Stelle und ich entwickele an der Einstichstelle relativ schnell eine Rötung. Nach dem Herausziehen der Kanüle nach zwei, maximal drei Tagen ist fast immer eine zwar kleine, aber ordentlich harte Stelle zu fühlen. Diese geht zwar innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück, aber dass sich überhaupt diese Veränderungen einstellen, die ich beim Einstechen per Hand so gut wie nie hatte, ärgert mich schon. Immerhin soll meine Haut noch ein paar Jahrzehnte so intakt bleiben, dass ich die Insulinpumpentherapie gut durchführen kann. Aber was bleibt mir übrig? Das Pumpenmodell zu wechseln, kommt wegen der mir sehr helfenden Funktionen dieses Modells nicht infrage, obwohl es für andere Pumpen noch meine Wunsch-Katheter gibt (abgesehen davon, dass man eine Insulinpumpe nicht wie eine Kaffeemaschine einfach ersetzen kann, wenn einem etwas nicht gefällt). Aber als „Fortschritt” empfinde ich diese Entwicklung der Katheter wahrlich nicht! Im Bereich der Katheter und Kanülen ist auch sicher noch viel Forschung nötig, was medizinisch geeignet ist und was weniger.
Habt Ihr im Diabetesbereich auch schon Dinge als Fortschritt angeboten bekommen und wart enttäuscht?
Erfahrt von Caro mehr zum Unterschied von Stahl- und Teflonkanüle: Kathetervergleich – Stahl- oder Teflonkanüle
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bloodychaos postete ein Update vor 5 Tagen, 5 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Tagen, 22 Stunden
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri
