Diabetes-Charity-Gala: „Ich schäme mich nicht, weil ich Diabetes Typ 2 habe!“

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Aufklärung und Glamour auf der Diabetes-Charity-Gala: Promiente Projektpatinnen und -paten, wie Sportmoderator-Legende Waldemar Hartmann (3.v.l.) übergaben die Spendenchecks gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der spendenden Firmen. Knapp 100.000 Euro kamen zusammen.
Foto: Dirk Hasskarl/diabetesDE
Diabetes-Charity-Gala: „Ich schäme mich nicht, weil ich Diabetes Typ 2 habe!“

Die diesjährige Diabetes-Charity-Gala mit rund 300 Gästen bot viel Glamour und jede Menge spürbare Diabetes-Aufklärung.

Seit sie sich mit Diabetes befasse, sei ihr bewusst geworden, dass Menschen mit einer chronischen Erkrankung „die stärksten der Welt sind, und was sie den ganzen Tag leisten müssen“: Charlotte „Lottie“ Mellahn ist Moderatorin, Podcasterin und Schauspielerin aus Berlin – und besser bekannt als Visa Vie. Durch eine Corona-Infektion ist sie seit knapp einem Jahr selbst an Typ-1-Diabetes erkrankt, geht offen damit um, klärt auf.

Auf der Bühne wird aufgeräumt – mit Vorurteilen

Lottie alias Visa Vie war eine der Influencerinnen und Influencer, die während der Gala auf der Bühne standen, so wie auch TikTok-Star Fiorella, und so dem Event viel Reichweite bescherten: Fotos und Kurzvideos aus dem TIPI am Kanzleramt wurden im Netz sofort geliked und geteilt. Auf Facebook, Instagram, Twitter, YouTube und TikTok berichten diese jungen Stars der sozialen Medien aus ihrem Diabetesleben, erreichen mitunter bis zu 170.000 Followerinnen und Followern. Sie machen Mut und tragen aktiv zur Entstigmatisierung des Diabetes bei.

Schauspielerin Tanja Wedhorn mit Dr. Jens Kröger, diabetesDE. Sie zeigte sich beeindruckt von den vielen ideenreichen Projekten, er stellte Forderungen an die Politik, wie die Zuckersteuer auf Süßgetränke. | Foto: Dirk Hasskarl
Schauspielerin Tanja Wedhorn mit Dr. Jens Kröger, diabetesDE. Sie zeigte sich beeindruckt von den vielen ideenreichen Projekten, er stellte Forderungen an die Politik, wie die Zu­ckersteuer auf Süßgetränke. | Foto: Dirk Hasskarl
Aufklärung und Glamour auf der Diabetes-Charity-Gala: Andreas Wartha ist ein sogenannter „Lautsprecher“ der diabetesDE-Kampagne #SagesLaut. Moderator Harry Wijnvoord, selbst von Typ-2-Diabetes betroffen, findet dieses Projekt stark. | Foto: Dirk Hasskarl
Aufklärung und Glamour auf der Diabetes-Charity-Gala: Andreas Wartha ist ein sogenannter „Lautsprecher“ der diabetesDE-Kampagne #SagesLaut. Moderator Harry Wijnvoord, selbst von Typ-2-Dia­betes betroffen, findet dieses Projekt stark. | Foto: Dirk Hasskarl

Die Online-Community rund um den Typ-1-Diabetes habe in den letzten Jahren „einen wahnsinnigen Sprung erlebt“, erklärt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. „Relativ sparsam“ gingen dagegen Menschen mit Typ-2-Diabetes mit den sozialen Medien um. Wegen der Vorurteile: Hättest du dich mal mehr bewegt, gesünder gegessen, dann wärst du nicht krank. Heute sagen sie aber: „Jetzt reicht’s. Wir wehren uns gegen die Stigmatisierung!“ – in Blogs, Instagram- und TikTok-Portalen. „Es werden immer mehr und wir sind sehr glücklich über diese Bewegung“, so Mattig-Fabian Inzwischen würden sich Influencerinnen und Influencer aus dem Typ-1- auch mit jenen aus dem Typ-2-Bereich vernetzen.

Moderatorin Kay-Sölve Richter: „Nicht jeder Typ-2-Patient hat undiszipliniert gelebt!“

TV-Journalistin Kay-Sölve Richter räumte ebenfalls mit einem Diabetes-Klischee auf. „Nicht jeder Typ-2-Patient hat undiszipliniert gelebt!“, betonte sie und erhielt spontanen Zwischenapplaus. Harry Wijnvoord, der mit Andrea Ballschuh den Abend moderierte, erklärte: „Ich schäme mich nicht, weil ich Diabetes Typ 2 habe, auch wenn ich vorher Falsches gemacht habe, aber es waren die Gene: Mein Vater, mein Bruder jetzt auch – alles Typ-2er. Ich habe keine Angst vor Schuldzuweisungen, da stehe ich drüber.“ Die Kampagne #SagEsLaut findet er stark.

Die Preisträgerin und der Preisträger des Thomas-Fuchsberger-Preises zusammen mit Julien und Jennifer, den Kindern von Thomas Fuchsberger. | Foto: Dirk Hasskarl
Die Preisträgerin und der Preisträger des Thomas-Fuchsberger-Preises zusammen mit Julien und Jennifer, den Kindern von Thomas Fuchsberger. | Foto: Dirk Hasskarl
Auch die Politik mischte sich unter die Gäste, hier MdB Dietrich Monstadt, CDU (2. v.l.). | Foto: Jens Jeske
Auch die Politik mischte sich unter die Gäste, hier MdB Dietrich Monstadt, CDU (2. v.l.). | Foto: Jens Jeske

Impressionen von der Diabetes-Charity-Gala im Video:

Einer der „Lautsprecher“ ist Andreas Wartha. Seit seiner Typ-2-Diabetes-Diagnose hat er 35 Kilo abgenommen, muss seither keine Tabletten mehr nehmen. Die Politik forderte er auf, die Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse zu senken. Dass ein gesundes Ernährungsverhalten schon in Kita und Schule beginnen muss, betonte Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Es muss cool sein, Wasser zu trinken und nicht Limo!“

Höhepunkt der Diabetes-Charity-Gala: die Verleihung des Thomas-Fuchsberger-Preises

Höhepunkt der Gala ist jedes Jahr die Verleihung des Thomas-Fuchsberger-Preises, bei der auch Jennifer und Julien dabei sind, Tochter und Sohn von Thomas Fuchsberger, der 2010 verstarb. Erstmals ging der Preis an zwei Projekte: an Christa Mischke, die das Diabetes-Journal für sehbehinderte und blinde Menschen als Hörbuch ehrenamtlich einliest, und an Dr. Martin Holder für seine bundesweite Ketoazidose-Präventionskampagne mit den vier Warnzeichen für Typ-1-Diabetes. Die Laudatio hielt die Schauspielerin Tanja Wedhorn, deren Vater wegen seines Diabetes auch an der Dialyse war. „Ich bin so beeindruckt“, sagte sie über die vielen Initiativen.

In bester Gesellschaft – das MedTriX-Team bei der Gala im TIPI, mit Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE, (3.v.l., vorne), Birgit Härtle, Boehringer Ingelheim (1. v.l. ,vorne), Ariane Schmidt und Anselm Bellia von Doctolib (2. u. 3. v. rechts). | Foto:  Christian Duda/MedTriX
In bester Gesellschaft – das MedTriX-Team bei der Gala im TIPI, mit Nicole Mattig-Fabian, diabetesDE, (3.v.l., vorne), Birgit Härtle, Boehringer Ingelheim (1. v.l. ,vorne), Ariane Schmidt und Anselm Bellia von Doctolib (2. u. 3. v. rechts). | Foto: Christian Duda/MedTriX
DDG-Präsident Prof. Dr. Andreas Neu (r.) mit Lauf-Ass Daniel Schnelting und dessen Frau Christina. | Foto: Dirk Hasskarl
DDG-Präsident Prof. Dr. Andreas Neu (r.) mit Lauf-Ass Daniel Schnelting und dessen Frau Christina. | Foto: Dirk Hasskarl

Podcast-Reihe zum Thomas-Fuchsberger-Preis
Wissenswertes und Hintergründe zum Thomas-Fuchsberger-Preis bieten unsere Sonderfolgen auf dem Diabetes-Audio-Anker, die wir zusammen mit der Gesundheits­organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe präsentieren.
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Das Preisgeld von 10.000 Euro stiftete die MedTriX Group. Knapp 100.000 Euro kamen an Spenden zusammen, die in den nächsten zwei Jahren an das „Ketoazidose-Projekt aus Sachsen“, an #SagEsLaut“ und das Notfalltelefon „Dia-Engel“ gehen. Die Diabetes-Charity-Gala wurde unterstützt von der MedTriX Group, Abbott, Dexcom, IKK classic, Medtronic, Melitta, Wort & Bild und Boehringer Ingelheim.


von Angela Monecke

Angela Monecke ist eine erfahrene und bestens vernetzte Journalistin, die für den Diabetes-Anker aus Berlin über gesundheitspolitische Themen Berichtet. Die gebürtige Schwäbin hat selbst Typ-1-Diabetes und ist zudem Chefredakteurin der Zeitschrift „Der Nierenpatient“.

(zuletzt aktualisiert am 7. November 2022)

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Tag, 16 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂