Durchblutungsstörung­en: Beinschmerzen nicht immer ein Fall für Orthopäden

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Durchblutungsstörungen – Beinschmerzen sind nicht immer ein Fall für Orthopäden
Foto: NVB Stocker – stock.adobe.com
Durchblutungsstörung­en: Beinschmerzen nicht immer ein Fall für Orthopäden

Beinschmerzen beim Laufen können ein erstes Anzeichen für Durchblutungsstörungen sein. Daher sollte man sich damit an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden, um diesen Verdacht abzuklären. Darauf macht die Fachgesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) aufmerksam. Denn viele Menschen interpretieren dieses Warnsignal falsch und suchen zunächst direkt eine orthopädische Praxis auf. Das führe häufig zu zahlreichen ergebnislosen ärztlichen Kontakten und unnötigem Zeitverlust bis zur korrekten Krankheitsdiagnose, warnt die DGG.

In Deutschland haben derzeit bis zu acht Millionen Menschen, viele davon mit Diabetes, eine Durchblutungsstörung in den Beinen, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). „Viele, ohne davon zu wissen“, betont Professor Dr. med. Markus Steinbauer. „Denn die pAVK ist eine sich langsam entwickelnde Erkrankung, die oft jahrzehntelang kaum Beschwerden bereitet“, fügt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin hinzu. Ist die Krankheit weit fortgeschritten, sind aufwendige Gefäßeingriffe oder Operationen erforderlich. Im schlimmsten Fall droht eine Amputation an den unteren Extremitäten. „Deshalb ist es so wichtig, die Früherkennung der pAVK zu verbessern“, mahnt Prof. Steinbauer.

Beinschmerzen beim Laufen sind Frühwarn­zeichen für Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen treten häufig als Folge einer Diabetes-Erkrankung auf. Das häufigste Frühwarnzeichen für eine beginnende pAVK sind Muskelschmerzen, die bei längerer Laufstrecke oder während des Treppensteigens wiederholt in Waden, Oberschenkeln oder der Gesäßregion einsetzen. „Betroffene denken dann häufig an einen Magnesiummangel oder eine Knochenfehlstellung und suchen eine Orthopädin oder Orthopäden auf“, berichtet Dr. med. Konstantinos Stavroulakis, Gefäßchirurg an der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Doch das ist oft die falsche Fährte.“ Zu weiteren Anzeichen für eine Durchblutungsstörungen zählen Taubheitsgefühle und Schwäche in den Beinen, kalte, blasse Füße und Zehen, schlecht heilende Wunden oder Fuß- und Beinschmerzen in Ruhe.

„Wer solche Symptome an sich feststellt, sollte Hausärztin oder Hausarzt darauf ansprechen“, rät der Münchener DGG-Experte. Eine erste Maßnahme ist, die Durchblutung körperlich zu untersuchen und die Pulse an Leiste, Kniekehle und Fuß zu tasten. „Dann folgt die wichtigste Technik zur Früherkennung einer pAVK: die Doppler-Druckmessung mit Ultraschall an Arterien an Arm und Fußknöchel“, so Stavroulakis. Die Untersuchung bestimmt den sogenannten Knöchel-Arm-Index oder englisch Ankle-Brachial-Index (ABI). Der Index gibt an, wie stark Gefäßablagerungen die Blutzirkulation behindern, und liegt bei gesunden Menschen zwischen 0,9 bis 1,3. Bei einem ABI-Wert unter 0,9 ist der Patient an pAVK erkrankt.

Durchblutungsstörungen sollten in spezialisierten Praxen behandelt werden

Mit einer solchen Diagnose wenden sich Betroffene am besten an Fachärztinnen und -ärzte für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. „Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten für pAVK-Anfangsstadien“, betont Stavroulakis. So könne eine konservative Behandlung die Erkrankung über längere Zeit aufhalten. „Dabei steht eine Reduktion der Risikofaktoren durch eine Änderung der Lebensführung mit Rauchverzicht, gesunder Ernährung und körperlicher Bewegung an erster Stelle“, erläutert der DGG-Experte. Parallel dazu erfolgt eine langfristige medikamentöse Begleittherapie.

Erreicht die Durchblutungsstörung ein kritisches Stadium, in dem sich Beinschmerzen auch in Ruheposition oder nicht heilende Wunden an Fuß oder Bein zeigen, ist eine rasche Diagnostik und Therapie in spezialisierten Gefäßzentren erforderlich. Ansonsten können schwerwiegende Komplikationen bis hin zur Amputation die Folge sein. Hier findest Du eine Liste der von der DGG zertifizierten Gefäßzentren an Kliniken.


Ab 25. November online: „Amputation – nein danke!“

pAVK-Patienten haben zudem ein erhöhtes Rsiko für andere lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 70 Prozent der pAVK-Erkrankten erleiden langfristig einen Herzinfarkt, weitere fünf Prozent erliegen einem Schlaganfall. „Aktuelle Studien zeigen eindeutig, dass die genannten Medikamente die Herzinfarktrate um 42 Prozent und die Schlaganfallrate um 14 Prozent senken und den Krankheitsverlauf erheblich verbessern“, so Stavroulakis.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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