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Kampf gegen Fettleber: neuer potenzieller Therapieansatz entdeckt
2 Minuten
Ein Forschungsteam hat einen molekularen Mechanismus entdeckt, der ein potenzieller Therapieansatz für die Fettleber-Erkrankung sein könnte.
Ein deutsches Forscherteam unter der Leitung von Wissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) hat einen potenziellen neuen Ansatz im Kampf gegen die Fettleber-Erkrankung entdeckt. In ihrer kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Nature Cardiovascular Research veröffentlichten Studie berichten die Forschenden, dass eine bestimmte gesättigte Fettsäure, Palmitinsäure, in Blutgefäßen die Produktion des Signalmoleküls SEMA3A anregt. Dieses Molekül schließt spezielle Poren in den Blutgefäßen, wodurch der Fetttransport zum Fettgewebe behindert wird und sich Fett in der Leber ansammelt.

Quelle: HHU / Sydney Balkenhol
Auch in einem Tiermodell mit Mäusen, die eine Fettleber sowie Typ-2-Diabetes aufweisen, waren diese 50 bis 300 Nanometer großen Poren in den kleinsten Blutgefäßen der Leber verschlossen, erklärt Sydney Balkenhol, Erstautorin der Studie vom Institut für Stoffwechselphysiologie an der HHU. Sie und das Team fanden heraus, dass die Hemmung des Signalmoleküls die Poren wieder öffnen und die Fettansammlung in der Leber verringern kann. Dr. Daniel Eberhard ergänzt: „Indem wir das Signalmolekül hemmten, konnten wir die Leber entfetten und so ihre Funktion wieder verbessern.“
Nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung: weltweit rund ein Drittel der Menschen betroffen
Diese Entdeckung sei besonders bedeutsam angesichts der Tatsache, dass weltweit etwa ein Drittel der Menschen von der Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen („Metabolischen Dysfunktion-assoziierten Steatotische Lebererkrankung“, engl.: „metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease“, kurz: MASLD) betroffen sind. Diese Krankheit kann aufgrund ungesunder Lebensweise mit energiereicher Nahrung und wenig Bewegung entstehen und zunächst symptomlos bleiben. Langfristig jedoch kann sie zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Leberzirrhose, Leberversagen oder sogar Leberkrebs führen.
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Es gibt keine langfristig funktionierende Ersatztherapie für die Leberfunktion, was die Betroffenen in eine schwierige Lage bringt. In vielen Fällen bleibt nur die Lebertransplantation als letzte Rettung. Darüber hinaus haben Menschen mit MASLD ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Interessanterweise sind nicht nur übergewichtige Menschen betroffen, sondern auch schlanke Menschen können an MASLD erkranken.
Entdeckung der Forschenden: potenzieller Therapieansatz für die Fettleber-Erkrankung?
Die molekularen Mechanismen, die zur Entwicklung von MASLD führen, sind noch nicht vollständig verstanden. Das Forschungsteam der HHU, des DDZ, des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) und des Forschungszentrums Jülich (FZJ) hat jedoch einen wichtigen Mechanismus identifiziert. Die Poren in den Blutgefäßzellen, die den Stoffaustausch zwischen Leberzellen und Blut ermöglichen, spielen dabei eine zentrale Rolle. Diese verschließen sich durch das Signalmolekül SEMA3A, das der Organismus unter dem Einfluss von Palmitinsäure vermehrt produziert.
Prof. Dr. Eckhard Lammert, Korrespondenzautor der Studie und Leiter des Instituts für Stoffwechselphysiologie an der HHU, sieht in der Entdeckung großes Potenzial für die Entwicklung neuer Therapien: „Möglicherweise kann das von uns identifizierte Signalmolekül SEMA3A genutzt werden, um die MASLD und ihre Folgen frühzeitig zu verhindern. Doch müssen wir zunächst die Prozesse auch beim Menschen näher untersuchen.“
Redaktion Diabetes-Anker
mit Materialien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 4 Tagen, 4 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 4 Tagen, 12 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 4 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 4 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 3 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 2 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 3 Tagen, 8 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 2 Tagen, 18 Stunden
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jasminj antwortete vor 2 Tagen, 17 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂