- Behandlung
Studie: automatisierte Insulingabe ohne Angabe von Mahlzeiten
2 Minuten

Das Unternehmen Diabeloop hat bekanntgegeben, dass es eine klinischen Studie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes startet. Darin testet es die Wirksamkeit eines Systems für die automatisierte Insulingabe (Hybrid-Closed-Loop), das keine Angabe der Mahlzeiten erfordert.
Derzeit findet in Berlin die International Conference on Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD) statt. Im Rahmen dieser weltweit führende Tagung für Diabetes-Technologie hat das Unternehmen Diabeloop gestern den Start einer klinischen Studie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes in Frankreich, Belgien und Deutschland bekanntgegeben. Hauptziel der Untersuchung ist die Überprüfung der Wirksamkeit seines Hybrid-Closed-Loop-Systems, das keine Angabe der Mahlzeiten erfordert. Dies sei ein wichtiger Schritt hin zu vollautomatisierten Lösungen für die Insulingabe, so das Unternehmen.
System für die automatisierte Insulingabe mit nicht angegebenen Mahlzeiten wird auch in Deutschland getestet
An der vierwöchigen ambulanten Studie nehmen 50 junge Menschen mit Typ-1-Diabetes im Alter von 12 bis 18 Jahren teil. Sie soll die Wirksamkeit der integrierten Lösung von Diabeloop unter realen Bedingungen untersuchen. Dabei wird auch erstmals ein Modul für das Management von nicht angegebenen Mahlzeiten (Unannounced Meal Management; UMM) erprobt. In das automatisierte System zur Insulingabe ist auch die Patch-Pumpe „Medisafe WITH“ der Terumo Corporation integriert. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten die beiden Unternehmen erweiterte Entwicklungs- und Handelsvereinbarungen angekündigt. Die tragbare, leichte Patch-Pumpe soll den Komfort für die Teilnehmenden der Studie optimieren.
An der Studie beteiligt sind drei Referenzkrankenhäuser in Frankreich (Necker-Enfants Malades Hospital in Paris), Belgien (Katholische Universität in Leuven) und Deutschland (Kinder- und Jugendkrankenhaus „Auf der Bult“ in Hannover). Prof. Thomas Danne, Chefarzt am deutschen Studienstandort, erklärt: „Im Diabeteszentrum Auf der Bult behandeln wir fast 800 Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. Geräte für die Diabetestechnologie sind in unserem Zentrum mittlerweile ein Standard. Dennoch ist es für viele Jugendliche nach wie vor eine Belastung, die Kohlenhydratwerte auch bei der automatisierten Insulintherapie einzugeben. Wir sind bestrebt, neue Ansätze zur Verringerung dieser Belastung in unserem klinischen Forschungszentrum zu untersuchen. Wie z. B. diese internationale Verbundstudie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen”
Management nicht angegebener Mahlzeiten (UMM): mehr Automatisierung, mehr Personalisierung
Und so soll das zu erprobende System funktionieren: Das Modul für nicht angegebene Mahlzeiten (UMM) ist direkt in den selbstlernenden Algorithmus von Diabeloop eingebettet. Die UMM-Funktion aktiviert sich automatisch, wenn der Algorithmus einen erheblichen Anstieg des Blutzuckerspiegels feststellt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Mahlzeit zurückzuführen ist. Der Algorithmus erkennt also ein unerwartetes Glukose-Hoch und korrigiert es durch Anpassung der Insulindosen, ohne dass die Anwendenden selbst aktiv eingreifen müssen.
Erik Huneker, CEO und Mitbegründer von Diabeloop kommentiert: „Jeder Mensch mit Diabetes ist einzigartig und verdient Lösungen, die sich an seine Physiologie und seinen Lebensstil anpassen. Deshalb ist ein hohes Maß an Personalisierung wirklich wichtig. Bis zu einer vollständigen Closed-Loop-Lösung ist es noch ein weiter Weg, aber die Integration des UMM-Moduls wäre ein sehr wichtiger Meilenstein. Die Wirksamkeit des UMM-Moduls wird zunächst bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Diabetes geprüft, die diese wichtige Verbesserung dringend benötigen, aber in naher Zukunft wird es verallgemeinert und in alle Lösungen für die automatisierte Insulindosierung (AID) von Diabeloop integriert.”
Redaktion Diabetes-Anker
mit Materialien von Diabeloop
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Leben mit Diabetes

8 Minuten
- Bewegung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 3 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





