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Tsotso – die gute Seele für Menschen mit Diabetes in Togo
3 Minuten
Hallo Tsotso, schön, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Damit wir einen Eindruck von deinem Leben bekommen, beschreibe einen typischen Tagesablauf.
Zunächst messe ich morgens meinen Blutzucker, injiziere Insulin und frühstücke. Um 7 Uhr morgens gehe ich dann zur Arbeit.
Mein Job ist es, Menschen mit Diabetes zu schulen. Ich rede mit ihnen darüber, wie sie mit Diabetes leben sollten, kläre sie über mögliche Komplikationen auf und erzähle, wie sie diese vermeiden können. Ich liebe diese Arbeit. Da ich selbst mit Diabetes lebe, weiß ich, was diese Krankheit bedeutet. Ich bilde mich viel weiter und habe auch schon internationale Kurse zur Diabetes-Prävention erfolgreich absolviert. Das Wissen aus den Schulungen und eigenen Erfahrungen möchte ich teilen und dafür sorgen, Diabetes-Komplikationen zu verhindern.
In der Mittagspause und, bevor ich um 17 Uhr nach Hause gehe, messe ich erneut meinen Blutzucker. Abends spritze ich mir Insulin. Ich manage meinen Blutzucker, so gut ich kann, um Komplikationen in der Zukunft zu vermeiden und ein gutes Leben zu führen.

Seit wann hast du Diabetes mellitus Typ 1?
Mein Diabetes hat sich im Juli 2006 entwickelt. Damals war ich 15 Jahre alt. Ich musste sehr oft auf die Toilette und trank deshalb sehr viel Wasser. Ich verlor viel Gewicht und fühlte mich sehr schlapp. Nachts konnte ich kaum schlafen, weil ich so oft auf die Toilette musste. Meine Eltern fanden das seltsam und brachten mich ins Krankenhaus. Nach einer Reihe von Tests stellten sie fest, dass mein Blutzucker viel zu hoch war. Seitdem verschreibt mir mein Arzt Insulin.
Ist es schwierig, mit Diabetes in Togo zu leben?
In Togo sterben einige Menschen mit Diabetes, weil ihnen die notwendigen Mittel fehlen. In unser Diabetes-Zentrum kommen Menschen mit Hyperglykämien und Diabetischem Fuß-Syndrom. Viele von ihnen können sich Medikamente oder Insulin finanziell nicht leisten. Manche verzichten vier Tage oder länger auf eine Insulinspritze und warten, bis sie genügend Geld haben, um das Insulin zu bezahlen. Sie messen ihren Blutzucker nicht regelmäßig, weil sie kein Geld haben, um ein Messgerät und Teststreifen zu kaufen. Das führt zu Komplikationen. Diabetes ist eine Krankheit, die langsam töten kann. Um das zu vermeiden, müssen wir kontrollieren, was wir täglich essen, und wir müssen uns bewegen.

Hintergrundinformation:
169 US-Dollar stehen einer Person in Togo durchschnittlich an Gesundheitsausgaben im Zusammenhang mit Diabetes pro Jahr zur Verfügung. Im Vergleich dazu sind es in Deutschland 4.600 US-Dollar. Diese und weitere Informationen und Daten sind auf der Website des Diabetes Atlas der Internationalen Diabetes-Föderation zu finden.
Was machst du in deiner Freizeit?
Ich treibe gerne Sport. Jeden Samstag spiele ich mit meinen Freunden Fußball. Ab 8 Uhr morgens sind alle auf dem Platz. Ich spiele in der Abwehr. Manchmal gewinnen wir und manchmal verlieren wir. Das Wichtigste ist der gemeinsame Spaß. Nach dem Spiel trinken wir Saft, um die Energie zurückzubekommen, die wir auf dem Feld eingesetzt haben.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Mein Wunsch ist es, Kinder zu haben, trotz Diabetes. Zudem träume ich davon, ein Bildungszentrum für Menschen mit Diabetes aufzubauen.
Hast du eine Frage an andere Menschen mit Diabetes?
Ich würde gerne wissen, wie Menschen in anderen Ländern mit Diabetes leben und wie sie ihren Blutzucker managen.
Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast.
Sehr gerne.
Hier kommt Ihr zu weiteren Interview-Beiträgen:
Die Zügel in der Hand behalten – ein Interview mit Johann Kimmerle
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bloodychaos postete ein Update vor 6 Tagen, 5 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri

Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGM
Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.