Gefährliches Mikroplastik: Welche Auswirkungen Kunststoffe auf Gesundheit und Umwelt haben

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Gefährliches Mikroplastik: Welche Auswirkungen Kunststoffe auf Gesundheit und Umwelt haben | Foto: SIV Stock Studio – stock.adobe.com
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Gefährliches Mikroplastik: Welche Auswirkungen Kunststoffe auf Gesundheit und Umwelt haben

Wenn Kunststoffe zerfallen, entsteht Nano- und Mikroplastik, also kleinste Plastikpartikel. Diese gelangen über die Umwelt auch in den menschlichen Körper – mit verschiedenen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Kunststoffe, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Wirtschaft eingeführt wurden, haben durch ihre leichten, flexiblen und kostengünstigen Eigenschaften zahlreiche industrielle, medizinische und kommerzielle Anwendungen revolutioniert. Kunststoffe können sich jedoch über die Zeit zu Mikro- und noch kleineren Nanopartikeln zersetzen. Diese schädigen Ökosysteme und reichern sich in unseren Nahrungsketten an. Zahlreiche chemische Zusatzstoffe, bezeichnet als Additive, bestimmen Eigenschaften wie Elastizität oder Härtegrad von Kunststoffen.

Unter ihnen befinden sich z.B. Weichmacher und weitere hormonell wirkende Stoffe, denen ein gesundheitsschädliches Potenzial zugeschrieben wird. Studien legen den Verdacht nahe, dass sie das Risiko für bösartige Erkrankungen steigern sowie die Fortpflanzung schädigen können. Bei der Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Produkten aus Kunststoff können Kunststoff-Partikel mit ihren Additiven in die Umwelt freigesetzt werden und schließlich in den menschlichen Körper gelangen.

Die menschliche Nahrungskette ist eine wichtige Quelle für die Aufnahme von Mikroplastik. Quelle: Wasser 3.0

Mikro- und Nanoplastik sind überall

Wie jüngste Studien zeigen, finden sich inzwischen relevante Mengen Mikroplastik in menschlichen Strukturen wie Blut, Darm, Herz, Leber, Blase sowie weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen. Das Mikroplastik wird durch die Luft, das Wasser und die Nahrung aufgenommen. Dies birgt gesundheitliche Gefahren und hat zudem Auswirkungen auf die Umwelt.

Sowohl Mikro- als auch Nanoplastik wurden bereits in Bier, Salz, Zucker, Honig, Fisch, Krabben, Muscheln und Trinkwasser nachgewiesen. Welche Konzentrationen in verschiedenen Quellen vorliegen, haben Untersuchungen ergeben (siehe Abbildung unten). Prognosen deuten auf einen Anstieg der globalen Kunststoff-Produktion um 40 Prozent zwischen 2015 und 2030 hin, sofern keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden.

Anzahl der in verschiedenen Quellen nachgewiesenen Mikroplastik-Partikel pro Liter (für Luft: Partikel pro Kubikmeter). Quelle: Wasser 3.0

Auswirkungen von Mikroplastik auf Menschen mit Diabetes

Auch für eine weitere chemische Substanz, die poly- und perfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), die für die Herstellung wasser-, fett- und schmutzabweisender Produkte wie Fast-Food-Verpackungen, Outdoor-Bekleidung oder antihaft-beschichtete Pfannen verwendet werden, sind gesundheitsbelastende Auswirkungen nachgewiesen.

Bevölkerungsbezogene Studien geben Hinweise auf Zusammenhänge zwischen der Konzentration bestimmter PFAS im Blutserum und dem Auftreten gesundheitlich relevanter Veränderungen wie ein geschwächtes Immunsystem. PFAS sind – wie Mikroplastik – nicht biologisch abbaubar. Sie reichern sich dauerhaft in der Umwelt an und stellen daher eine gesundheitliche Gefahr dar.

Auswirkungen von Mikroplastik auf die Gesundheit. Quelle: Wasser 3.0

Für Personen mit Diabetes mellitus sind die Auswirkungen hormonell wirkender Zusatzstoffe in Kunststoffen sowie PFAS von besonderer Bedeutung, da sie das hormonelle Gleichgewicht stören und die Insulinresistenz beeinflussen können. Das erhöht das Komplikationsrisiko für Menschen mit Diabetes.

Kunststoffe in der Diabetes-Therapie

Arzneimittel, Diabetes-Technik und Hilfsmittel sind unverzichtbar in der modernen Diabetestherapie. Die Zusammensetzung der genutzten Verbundstoffe von z. B. Pens ist sehr vielschichtig. So bestehen die Pens aus Kunststoffen, Batterien und wertvollen anderen Rohstoffen. Mit ihrer zunehmenden Verbreitung steigt die Menge an genutzten Kunststoffen und damit die Belastung für Menschen und Umwelt.

Bisher sind keine konkreten Daten über die Menge des eingesetzten Plastiks im Rahmen der Diabetestherapie bekannt. Mit ihnen wird jedoch täglich sehr viel Einweg-Abfall erzeugt, der bisher weder systematisch gesammelt und getrennt noch konsequent recycelt wird.

Potentielle Gesundheitsfolgen durch die Kunststoff-Exposition Quelle: Plastikatlas

Fazit

Gerade die zwiespältige Natur von Kunststoffen im Gesundheitssektor verdient besondere Beachtung. Kunststoffe sind wegen ihrer Flexibilität und Kosten-Effizienz zwar unverzichtbare Komponenten im medizinischen Alltag, doch bergen sie auch Gesundheitsrisiken und stellen eine Belastung für die Umwelt dar.

Dringend erforderlich sind weitere Untersuchungen, die die spezifischen Prozesse aufdecken, welche diesen Risiken zugrunde liegen. Zudem ist die Entwicklung strenger Regulierungen seitens der Europäischen Union (EU) geboten, um die Auswirkungen schädlicher Substanzen auf Mensch und Umwelt deutlich zu reduzieren.

Weitere Informationen zu Kunststoff, Umwelt und Gesundheit gibt es auf der Website der gemeinnützigen GmbH Wasser 3.0


von Dr. med. Dipl.-Biol. Susanne Saha

Dr. med. Dipl.-Biol. Susanne Saha ist Fachärztin für Dermatologie und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AGN) der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (3) Seite 40-42

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  • thomas55 postete ein Update vor 5 Tagen, 7 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 6 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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