Diabetes Kongress 2021: Das waren die Top-Themen

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Diabetes Kongress 2021: Das waren die Top-Themen

„Präzisionsmedizin – eine Reise in die Zukunft der Diabetologie“ – unter ­diesem Motto stand im Mai der virtuelle Diabetes Kongress. Alle saßen also am Bildschirm, auch wir von der Redaktion. Zwei besonders interessante Tagungs-­Themen waren der Übergang zum Erwachsenenarzt und die Adipositas-­Chirurgie. Und: Wir stellen den neuen DDG-Präsidenten Prof. Andreas Neu vor.

Dieser Beitrag ist eine Vorabveröffentlichung aus der Juli-Ausgabe des Diabetes-Journals, die am Freitag, 25. Juni 2021 erscheint.

Das Diabetes-Journal bekommen Sie im Kirchheim-Shop, als ePaper sowie an Kiosken auf Flughäfen und Bahnhöfen.

Vor der Pandemie kaum denkbar, jetzt Realität: ein Kongress mit fast 5 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der nicht in einem Messezentrum, sondern nur am Bildschirm stattfindet. Die Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) war trotzdem eine lebendige, ergiebige Veranstaltung. Zwei der dort diskutierten relevanten Themen haben wir uns für Sie genauer angeschaut.

Wie geht es für Jugendliche weiter?

Für Jugendliche mit Typ-1-Diabetes bringt das Erwachsenwerden auch den Wechsel vom vertrauten Kinderdiabetologen hin zum Erwachsenendiabetologen mit sich. Hier keine Lücke in der ärztlichen Betreuung entstehen zu lassen und eine Ärztin/einen Arzt zu finden, die/der zu einem passt, ist oft schwierig.

Auf dieses Thema machte in einer Pressekonferenz Kongress-Präsident Prof. Hendrik Lehnert (Salzburg) aufmerksam: In einer aktuellen Studie konnte mittels einer Online-Befragung der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie der DDG klar gezeigt werden, dass noch ein erheblicher Bedarf an strukturierten Überleitungsprogrammen (Programmen für die Transition) besteht.

Das Ergebnis: Überwiegend fand die „Übergabe“ der Patienten in der Altersgruppe 18 bis 21 Jahre statt. Der Bedarf für solche Transitionsprogramme wurde von allen als extrem hoch eingeschätzt. Auch der Forschungsbedarf ist hier sehr hoch; bislang liegen nur wenige Studien vor, die eine Verbesserung der Diabeteseinstellung durch ein strukturiertes Transitionsprogramm belegen.

Lehnert zitierte aus einer weiteren Arbeit, wonach die strukturellen Prinzipien der Transi­tion so skizziert werden können:

  • Alter 16 bzw. 18 bis 21 Jahre,
  • frühzeitige Vorbereitung auf den Wechsel,
  • vorausschauende Diskussion der Weiter­behandlungsmöglichkeiten,
  • unbedingt Einbeziehen des Umfelds,
  • erneute Schulungen,
  • Förderung des Selbstmanagements,
  • interdisziplinäres Behandlungsteam (fließender Übergang zwischen Kinderdiabetologe und Internist/Erwachsenendiabetologe) und eventuell der Einsatz eines Mittlers (Case-Manager/Fallmanager) zur Unterstützung der Kommunikation zwischen den Behandlungsteams.

Schlussendlich wären auch aus gesundheitspolitischen Gründen eine einheitliche Struktur, Organisation und Finanzierung (Beispiel Berliner Transitions-Programm) der Transitionsprogramme in Deutschland sehr sinnvoll; es sollte nicht für jede einzelne Leistung ein gesonderter Vertrag abgeschlossen werden.

Der neue DDG-Präsident: ein Kinderdiabetologe aus Tübingen

Beim Themenkomplex Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes kommt auch Prof. Dr. med. Andreas Neu ins Spiel. Seit Ende Mai ist der Kinderdiabetologe aus Tübingen der Präsident der DDG. Neu leitet an der Kinderklinik Tübingen am Universitätsklinikum Tübingen die Behandlungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Diabetes.

Professor Dr. Andreas Neu im Video-Interview


Kurz bevor er sein neues Amt als Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) angetreten hat, haben wir Prof. Dr. Andreas Neu in Tübingen besucht, um mit ihm über seine Ziele für die zukünftige Aufgabe sowie die zu erwartenden Herausforderungen zu sprechen:

Auch wenn er als DDG-Präsident die gesamte Bandbreite des Faches vertreten wird, will er während seiner Amtszeit verstärkt Schwerpunkte in der pädiatrischen Diabetologie setzen. Er folgt Prof. Dr. med. Monika Kellerer, die nun das Amt der Past-Präsidentin innehat. Zum Vizepräsidenten der DDG hat die Mitgliederversammlung Prof. Dr. med. Andreas Fritsche gewählt.

Diabetes Typ 1 versus Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen

Während des Diabetes Kongresses meldete sich Neu, der erst einige Tage später das Amt des Präsidenten übernahm, zu Wort und setzte sich für eine bessere Unterscheidung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes ein: „Kinder und Jugendliche mit Diabetes sehen sich häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, dass Fehl­ernährung, Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität ursächlich für ihre Erkrankung seien.“

Aber: Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmun­erkrankung, die ohne eigenes Zutun und unabhängig von Lebensstil und Ernährung auftritt. Typ-2-Diabetes dagegen entsteht in aller Regel schleichend auf der Basis einer genetischen Disposition besonders dann, wenn Übergewicht und Bewegungsmangel hinzukommen.

Eine Folge der nicht klaren Unterscheidung zwischen den Diabetes-Typen kann sein, dass gerade bei Kindern erste Symptome einer Erkrankung an Diabetes Typ 1 häufig übersehen oder fehlinterpretiert werden, was das Risiko für eine lebensgefährliche Ketoazidose erhöht. Eine verbesserte Aufklärung, Früherkennung und Prävention sind für Neu deswegen ein wichtiges Anliegen seiner Amtszeit.

„Diabetes-Chirurgie“: Was ist das?

Mit „Diabetes-Chirurgie“ ist die metabolische Chirurgie gemeint. Obwohl die metabolische Chirurgie Operationsmethoden aus der Adipositas-Chirurgie nutzt, mit der krankhaftes Übergewicht (Adipositas) behandelt wird, unterscheiden sich die beiden operativen Therapiekonzepte: Unter metabolischer Chirurgie versteht man die nicht ausschließlich gewichtsabhängige chirurgische Therapie von Stoffwechsel­erkrankungen, deren oberstes Ziel ist, die chronische Überzuckerung (Hyper­glykämie) zu reduzieren.

Nach der Leitlinie „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“ ist eine Maßnahme der metabolischen Chirurgie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und einem Body-Mass-Index (BMI) über 35 kg/m² möglich, wenn diabetesspezifische individuelle Zielwerte nicht erreicht werden können. Ab einem BMI über 40 kg/m² soll die metabolische Operation sogar als mögliche Therapieoption auch unabhängig von Parametern der glykämischen Kontrolle oder der medikamentösen Diabetestherapie empfohlen werden.

Trotzdem wird die metabolische Chirurgie bisher nur von wenigen Menschen mit Typ-2-Dia­betes in Anspruch genommen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass durch moderne Antidiabetika eine sichere, langfristige Blut­zucker­einstellung im Zielbereich möglich ist – ohne Unterzuckerungen und Gewichtszunahme und bei guter Lebensqualität. Eine weitere Hürde stellen Operationsrisiken dar.

Trotzdem sollten auch nicht chirurgisch tätige Ärzte die metabolische Chirurgie nicht grundsätzlich ablehnen, da Patientinnen und Patienten in vielfacher Hinsicht profitieren können von einer rechtzeitigen chirurgischen Therapie des mit Adipositas verbundenen Typ-2-Diabetes.

Wie geht es im Herbst weiter?

Stand Juni: Am 5. und 6. November möchten sich die Diabetologinnen und Diabetologen sowie Diabetesberater/innen etc. wieder vor Ort treffen – und zwar in Wiesbaden, zur Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft.


Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) | Redaktion

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (7) Seite 10-11

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  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag

    Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 19 Stunden

    Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • michatype3 antwortete vor 1 Tag

      Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

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