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Diabetes und mentale Gesundheit – Schritte in die Therapie, Teil 2
4 Minuten

Krank genug für die Therapie?
Vielleicht wäre es schon eine gute Idee, sich einen Therapeuten zu suchen. Ich fühle mich zwar nicht krank, aber das Insulinspritzen fällt mir schwer. Eigentlich geht es mir gut, aber ich habe in letzter Zeit gar keine Lust mehr auf meine Hobbys und möchte am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen… und wenn ich nur an Folgeerkrankungen denke, dann fange ich an zu zittern und es fühlt sich so an, als müsste ich mich übergeben.
Brauche ich wirklich Hilfe…? Es ist doch normal, wenn man seinen Diabetes hasst! Oder etwa doch nicht?
Welchen Therapeuten nehme ich?
Das Zauberwort für gesetzlich Versicherte lautet „zugelassener Therapeut“, wie ich aus meinem Psychologie-Studium weiß! Wenn ihr gesetzlich versichert seid und die Therapie nicht selber bezahlt, dann braucht ihr einen Therapeuten, der mit eurer Krankenkasse abrechnen kann. Um so einen Therapeuten zu finden, ist eine kleine Google-Suche hilfreich oder ihr schaut auf der Website eurer Krankenkasse nach. Diese haben meist eine Liste mit zugelassenen Therapeuten in eurer Umgebung.

Einen Platz bei einem Psychotherapeuten zu bekommen, ist in Deutschland nicht immer ein leichtes Unterfangen, wenn man gesetzlich versichert ist. Wartezeiten von 6 Monaten sind keine Ausnahme und man braucht einen langen Atem, wenn man Hilfe haben möchte. Natürlich kann man auch Glück haben und schneller einen Platz bekommen, aber das ist leider oft die Ausnahme. Wenn der seelische Schmerz groß ist und das Diabetes-Management immer schlechter wird, sind 6 Monate eine lange Zeit. Daher ist es wichtig, sich früh genug um einen Therapieplatz zu bemühen. Bleibt hartnäckig und gebt nicht auf, es lohnt sich!
Der Start der Therapie?
Wenn ihr dann einen Termin habt, ist der nächste Schritt das Kennenlernen. Zu Beginn einer Therapie habt ihr immer einige Stunden, normalerweise zwei bis fünf, deren Kosten immer von der Krankenkasse übernommen werden und keiner Begründung bedürfen. Die Zahl ist je nach Alter unterschiedlich, fragt am besten euren Therapeuten, wie viele Sitzungen geplant sind. Diese Stunden nennt man Probatorische Sitzungen. Diese Zeit ist dafür gedacht, sich mit dem Therapeuten vertraut zu machen und zu entscheiden ob ihr bei ihm bleiben möchtet. Und bitte denkt daran, es ist absolut in Ordnung, sich einen anderen Therapeuten zu suchen, wenn man nicht zufrieden ist.
Was brauche ich?
Ein wichtiges Thema wird mit Sicherheit der Diabetes sein. Hier ist aber die Frage: Wie genau belastet euch der Diabetes? Manchmal hat man keine Kraft, sich um das Management zu kümmern, manchmal macht man sich Sorgen um die Zukunft und wiederum manchmal sind es vollkommen andere Gedanken, die einen runterziehen. Die Belastung, die vom Diabetes ausgeht, ist für jeden Menschen völlig unterschiedlich und daher ist es wichtig, das zu kommunizieren. Erst dann kann der Therapeut verstehen, wie es euch geht, und euch gut helfen. Ob es nun Angst vor Spritzen, eine Essstörung, Depressionen, Angststörungen oder etwas anderes ist, der Therapeut kann euch mit verschiedenen Methoden unterstützen.
Macht euch Gedanken, was wichtige Themen für euch sind, über die ihr sprechen wollt. Man kann in der ersten Stunde natürlich nicht alles auf einmal besprechen, aber man kann vieles anreißen, um ein möglichst vollständiges Bild seiner eigenen Situation zu zeichnen. Mein Tipp ist: Macht euch eine Liste mit allen Dingen, die euch beschäftigen. Schreibt euch alles von der Seele, alle Sorgen, Gedanken, Gefühle, alle kleinen und großen Dinge. Eine solche Liste ist aus zwei Gründen eine gute Hilfe: Erstens könnt ihr innerlich durch eine Liste schon einmal ein bisschen Ordnung in eure Gedanken bringen und das Schreiben an sich kann schon therapeutisch sein. Zweitens ist die Liste eine gute Gedankenstütze und kann die erste Stunde erleichtern. Wenn man ins Stocken gerät beim Erzählen seiner Probleme oder gar nicht weiß, wo man anfangen soll, ist ein kleiner Blick auf die Liste sehr hilfreich.
Wie kann mir die Person nicht helfen?
Ein guter Therapeut sollte neugierig sein, was es mit dem Diabetes auf sich hat, und dir Fragen dazu stellen und sich in dem Bereich ein bisschen schlaumachen. Der Diabetes gehört zu uns dazu und ist in jedem Bereich unseres Lebens präsent – gerade auch im Bereich der mentalen Gesundheit. In der ersten Stunde sollt ihr erzählen, dass ihr Diabetes habt, und am besten direkt fragen, ob der Therapeut dazu bereit ist, etwas über den Diabetes zu lernen. Der Therapeut muss kein „Profi“ auf dem Gebiet sein, aber er sollte die grundlegenden Dinge wissen, um euch verstehen zu können.

Erklärt der Therapeut sich einverstanden, sich im Bereich Diabetes weiterzubilden, habt ihr das große Los gezogen! Sollte der Therapeut aber zurückhaltend sein und sich nicht weiterbilden wollen – aus welchen Gründen auch immer –, dann ergibt die Zusammenarbeit nicht wirklich viel Sinn. Wenn ihr bei jeder Sitzung, die ihr habt, wieder neu erklären müsst, warum ihr spritzen müsst und warum euch das belastet, dann frisst das einfach zu viel Zeit und ihr geht mit einem schlechten Gefühl aus der Sitzung. Es ist absolut in Ordnung, wenn ein Therapeut keine Kapazitäten hat, sich weiterzubilden, aber das sollte am besten sofort geklärt werden, um nicht eure Zeit und Kraft zu verschwenden.
Am Anfang solltet ihr euch auf euer Bauchgefühl verlassen, und die probatorischen Sitzungen, die ihr zu Beginn macht, nutzen, um zu überlegen, ob ihr euch gut aufgehoben fühlt und ob ihr euch vorstellen könnt, der Person, die euch gegenübersitzt, von euren Problemen zu erzählen. Meist weiß man schon nach ein paar Minuten, wie sympathisch man sich ist.
Im nächsten Artikel werde ich euch etwas über Alternativen zum Psychotherapeuten erzählen und wie ihr Hilfe finden könnt, wenn ihr eine sehr lange Wartezeit für einen Termin habt: Diabetes und mentale Gesundheit – Phasen, Teil 3
Jessicas erster Beitrag zum Thema: Diabetes und mentale Gesundheit – wie finde ich eigentlich Hilfe? Teil 1
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kety22 postete ein Update vor 6 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
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Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück