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DIAlog 11 – die Heilung
4 Minuten
„Kann ich dich was fragen?“
Der Diabetes klang unsicher und mied meinen Blick.
Verwirrt hielt ich inne. So kannte ich ihn gar nicht.
„Äh, ja, klar“, antwortete ich.
„Nun, also.“ Der Diabetes knetete nervös seine Hände. „Die Nachbarn in der Neuro haben erzählt, duhättestnachneuenstudiengesucht.“
Ich sah ihn verdutzt an, bis ich endlich den Sinn hinter dem schnellen Wortschwall verstand.
Und ja, das hatte ich. Nichts sonderlich Neues gefunden, aber ich hatte mich durch ein paar aktuelle Zeitungsartikel bezüglich Diabetesforschung gelesen.
„Das stimmt“, bestätigte ich also.
„Aber warum?“ Der Diabetes blickte mir endlich ins Gesicht. „Ich dachte, wir kämen jetzt miteinander klar. Warum willst du mich immer noch loswerden?“
Die perfekte Kurve
Für einen Moment war ich überrascht, wie verletzt er klang.
Ich seufzte und unterdrückte das Bedürfnis, eine Hand tröstend auf seine Schulter zu legen.
„Zwischen uns läuft es besser, da hast du Recht. Aber manchmal, wenn ich überzeugt davon bin, dich wirklich vollkommen akzeptiert zu haben, da erwischt mich die Erkenntnis, dass du für immer bleibst, trotzdem erneut ganz kalt“, versuchte ich zu erklären. „Da liege ich abends im Bett und scrolle durch das Internet, nur, um auf einen Vater zu stoßen, dessen Tochter Typ-1-Diabetikerin ist und der ein paar Tage lang einen Dexcom-Sensor getragen hat, weil er neugierig war, wie der Zuckerverlauf bei einem Nicht-Diabetiker sein würde. Dann sehe ich diese wunderbare, glatte Kurve, die sich selbst von einer 80-g-Kohlenhydrat-Pizza nicht beirren lässt. Diese Kurve, für die andere nichts tun müssen, als einfach nur zu leben, und für die wir jeden Tag so viel Kraft und Energie hergeben müssen, nur, um sie doch nie so perfekt erreichen zu können.

Und dann? Ja, dann breche ich kurz in Tränen aus, weil mich für einen Moment wieder das Gefühl überkommt, wie unglaublich unfair das alles scheint. Dann bin ich wieder so aufgewühlt, als hätte ich erst gestern die Diagnose erhalten. Dann tut es wieder weh.
Denn das ist es, worauf es am Ende hinausläuft: Kein Jahr ist genug, um sich endgültig an dich zu gewöhnen. Man passt sich an, man lernt, damit zu leben, man hat keine Alternative.
Aber man vergisst dich nicht. Und das würde ich manchmal gerne. Einfach vergessen können.“
Über Heilung und Hoffnung
Der Diabetes schniefte. „Also schmeißt du mich jetzt raus?“
Ich lachte auf. „Nein, nein. Ich meine, wer weiß, vielleicht irgendwann. Aber ich würde behaupten, du bist noch eine Weile lang sicher.“
Heilung – ein Wort, an das ich erst sämtliche Hoffnungen gehängt habe, nur, um zu verstehen, dass es eher ein Spiel mit der Hoffnung ist. Heilung ist so unglaublich verlockend, denn es verspricht ein Enddatum statt eines Lebenslangs. Ein „Du musst nur so lange durchhalten und dann bist du erlöst“. Aber Heilung ist genau deswegen auch gefährlich – es ist keine Garantie. Eine Möglichkeit, vielleicht, aber eben auch nicht mehr. Tatsache hingegen ist, dass ich Diabetes habe. Heute, morgen und vielleicht eben tatsächlich bis zum allerletzten meiner Tage.
Das ist oft ein ernüchternder Gedanke. Aber er ist notwendig, denn mein Körper wird nicht auf eine potentielle Heilung in der Zukunft warten können. Er braucht mich jetzt. Ich muss mich jetzt genug um ihn kümmern, damit später noch genug von ihm übrig ist, sollten wir den Diabetes tatsächlich irgendwann loswerden können. Damit sich bis dahin nicht noch weitere unfreiwillige Bewohner eingenistet haben.
Zukunfts(technik)wunder
Das bedeutet nicht, dass ich komplett die Hoffnung aufgegeben habe. Dafür ist die Sehnsucht in manchen Momenten zu groß. Dafür lese ich Beiträge über neue Forschungsansätze mit zu viel Interesse. Und dann frage ich mich, wie lange ich wohl brauchen würde, um nicht mehr instinktiv nach der Kohlenhydratmenge auf einem Produkt zu schauen? Wie lange wohl, bis der erste Blick am Morgen nicht mehr meinem Zuckerwert gilt? Wie lange, bis Jahrzehnte voller Diabetes endgültig meinen Körper und meinen Geist verlassen?

An manchen Tagen brauche ich den Trost, den mir diese Vorstellungen schenken.
Und es gibt ja durchaus neue Entwicklungen. Bei meiner Diagnose damals klangen 24 Stunden Zuckerwerte auf dem Handy ohne Stechen in die Fingerbeere noch wie eine Illusion, jetzt könnte ich nicht mehr darauf verzichten. Loopen ist heute schon für viele normal geworden. Die Technik wird immer besser und genauer, kann ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Vielleicht wird meine Bauchspeicheldrüse niemals mehr einen einzigen Tropfen Insulin produzieren, aber Diabetes wird trotzdem angenehmer.
Ideen gibt es immerhin zur Genüge, mal sehen, was davon tatsächlich funktionieren wird.
Aber ich erwarte nichts. Sollte die Heilung, in welcher Form auch immer, kommen, dann treffen wir uns alle und essen ein ganzes Wochenende lang Süßigkeiten. Sollte sie nicht kommen – nun, dann machen wir dasselbe und hauen uns danach eine ordentliche Portion Insulin hinein.
Hoffnung auf Heilung? Damit hat sich auch Katharina im Rahmen der Diabetes-Blogwoche beschäftigt: #DBW2019 – Tag 1: Heilung?!
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 4 Tagen, 21 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 4 Tagen, 20 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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