- Behandlung
Digitale Hilfsmittel helfen bei der Diabetes-Therapie auch im Alter
4 Minuten
Die Digitalisierung ist aus dem Management des Diabetes nicht mehr wegzudenken. Auch viele ältere Menschen mit Diabetes stehen dem Thema interessiert gegenüber. Digitale Hilfsmittel können ihnen die Diabetestherapie erleichtern und möglicherweise länger die Selbstständigkeit erhalten. Aber diese Hilfsmittel können in bestimmten Situationen auch zu Problemen führen.
Werden Menschen mit Diabetes älter, kann durch funktionelle und geistige Beeinträchtigungen das selbstständige Durchführen der Diabetestherapie erheblich behindert werden. Nehmen die geistigen Beeinträchtigungen weiter zu oder entwickelt sich eine Demenz, braucht es Hilfe von Angehörigen und möglicherweise auch von Pflegekräften.
Wichtig: Lebensqualität, Selbstständigkeit, Teilhabe
Dennoch wünschen sich die meisten Menschen, in der eigenen Häuslichkeit bis ins hohe Alter bleiben zu können. Außerdem besteht der Wunsch nach höchstmöglicher Selbstbestimmung und Selbstmanagement. Damit wird klar, dass der Erhalt der Lebensqualität ein vorrangiges Therapieziel ist und alle Möglichkeiten – medizinische wie technologische – genutzt werden sollten.
Bei älteren Menschen ist besonders wichtig, Unterzuckerungen zu verhindern, denn sie können besonders gefährliche Folgen nach sich ziehen. Zum einen erhöhen sie das Risiko von Stürzen, zum anderen fördern sie das Entstehen einer Demenz und wirken sich negativ auf die Gedächtnisleistung und die Motorik aus. Entsprechend muss die medikamentöse Therapie ausgerichtet werden.
Welchen Stellenwert hat die moderne Diabetestechnologie?
Die Digitalisierung hat viele Bereiche unseres Lebens erfasst. Gerade ältere Menschen können von digitalen Innovationen hinsichtlich eines selbstständigen und selbstbestimmten Lebens profitieren. Grundsätzlich besteht bei älteren Menschen eine Offenheit für digitale Unterstützung beim Diabetesmanagement, insbesondere, wenn diese einen Nutzen und Mehrwert für die angestrebten Ziele bietet.
Technologische Möglichkeiten sollen daher die Diabetestherapie erleichtern. Dazu können z. B. Telemonitoring, kontinuierliche Glukosemessung, Gesundheitsclouds und E-Learning-Programme gehören, aber auch sensorgestützte Assistenzsysteme wie Notrufsysteme, die das tägliche Leben unterstützen. Grundlegend für den Einsatz der Technik ist das individuelle Anpassen an Fähigkeiten, Bedürfnisse und Wünsche der Patienten.
Mechanische Hilfsmittel:
- Lupen und andere Sehhilfen, sprechendes Blutzuckermessgerät
- Blutzuckermessgerät mit großem Display und einfacher Bedienung
- Insulinpens mit einfacher Auslösung und geringem Daumendruck
- Medikamenten-Dosetten mit Wochenvorrat
Technische Hilfsmittel:
- Gehhilfen bei Polyneuropathie und/oder Gebrechlichkeit
- Schutz vor Knochenbrüchen (z. B. Schutzhosen, Antirutschsocken)
Elektronische Hilfsmittel:
- technische Hilfen zur Erinnerung an Medikamenteneinnahme oder Insulininjektion
- Computer-Programme zur Analyse erhobener Messwerte und Daten
- Apps zum Datenmanagement und zur Blutzuckersteuerung
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat die zentralen Ziele der Therapie in der Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Alter“ beschrieben und die verschiedenen digitalen Hilfsmittel (siehe Kasten) bewertet. Im Folgenden sollen einige, sehr nützliche, elektronische Hilfsmittel näher dargestellt werden.
Kontinuierliches Glukosemonitoring und Alarmfunktionen
Ein zentrales Ziel der Diabetestherapie ist das Verhindern von Unterzuckerungen, denn diese erhöhen die Gefahr von Stürzen und Knochenbrüchen, beeinträchtigen Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Motorik und begünstigen Herz-Kreislauf-Probleme sowie die Entwicklung einer Demenz.
Kontinuierliche Glukosemesssysteme bieten Alarme, die vor und bei tiefen und hohen Werten warnen. Die Alarme lassen sich auch als Vibrationsalarm einstellen, was z. B. bei Schwerhörigkeit von Vorteil ist. Gerade auch bei feinmotorischen Störungen erleichtern diese Systeme den Messvorgang.
Apps individuell einstellen
Lässt man sich die kontinuierlich gemessenen Glukosewerte direkt in Apps auf dem Smartphone anzeigen, können Schriftgröße, Helligkeit und Kontrast auf dem Bildschirm angepasst werden. Alternativ kann auch eine Sprachausgabe der Werte ausgewählt werden.
Extra für ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen und deren Angehörige ist die vom TÜV hinsichtlich Datenschutz- und Datensicherheit geprüfte MyTherapy-App. Sie bietet verschiedene Funktionen vom Gesundheitstagebuch bis zu Follower-Funktionen für Angehörige. Auf der Website von DiaDigital (www.diadigital.de) findet man von Fachkräften zertifizierte Apps für das Selbstmanagement.
Weitere Möglichkeiten bietet die Telemedizin. Blutzuckerwerte und sonstige Vitalfunktionen können durch Telemonitoring über räumliche Distanz hinweg von Ärzten oder Pflegepersonal überwacht werden. Die Daten werden von Diabetesteams bewertet, sodass den Patienten entsprechende Handlungsempfehlungen gegeben werden können.
Insulinpumpentherapie im Alter
Eine besondere Herausforderung betrifft die Insulinpumpentherapie von Menschen mit Typ-1-Diabetes im Alter. Grundsätzlich kann die Pumpentherapie bis ins hohe Lebensalter durchgeführt werden. Voraussetzung ist ein gutes Beherrschen der Bedienschritte, eine ausreichende Feinmotorik, aber auch gutes Sehen, Hören und Denken. In Zukunft sollten daher vermehrt Insulinpumpen mit großen Displays und Sprachsteuerung auf dem Markt verfügbar sein, die auch von älteren Patienten bedient werden können. Patch-Pumpen, die ohne Schlauch auskommen, können eine Option sein. Diese sind einfacher zu bedienen und bieten dennoch flexible Therapiemöglichkeiten.
Für ältere Menschen mit Typ-1-Diabetes ist der Wechsel von einer Insulinpumpentherapie auf eine intensivierte Insulintherapie (ICT) ein großer Rückschritt, der auch mit großen Ängsten einhergeht. Sie befürchten, dass durch die Abgabe komplexer Diabetestechnologie ihre langfristigen Anstrengungen im Diabetes-Selbstmanagement zunichtegemacht werden. Angehörige und Fachpersonal sollten daher frühzeitig bei der Unterstützung und Durchführung der Insulinpumpentherapie einbezogen werden.
Besondere Vorsicht in Kliniken und Pflegeeinrichtungen nötig
Noch ist besondere Achtsamkeit bei Krankenhausaufenthalten und anderen stationären Behandlungen geboten. Oft ist das Pflegepersonal nicht auf den Umgang mit Patienten mit langjährigem Typ-1-Diabetes geschult. So kann es vorkommen, dass bei der Aufnahme aus einem Typ-1-Diabetes ein Typ-2-Diabetes in der Krankenakte gemacht wird. Durch eine daraus folgende falsche Behandlung kann der Diabetes schnell entgleisen und sich zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln. Was bei Patienten mit Typ-2-Diabetes oft nicht so kritisch ist, kann bei Vorliegen eines Typ-1-Diabetes fatale Folgen haben.
Nach wie vor ist der Umgang mit der Insulinpumpe unzureichend, da Klinik- und Pflegepersonal oft wenig Erfahrung im Umgang mit komplexen Insulintherapien haben. Daher sollte bei jedem Krankenhausaufenthalt auf den Diabetes und die aktuelle Behandlung hingewiesen werden, am besten nimmt man seine komplette Diabetesausrüstung mit.
Fazit
Das Vorliegen mehrerer chronischer Erkrankungen (Multimorbidität) im Alter hat Auswirkungen auf die Fähigkeiten im Selbstmanagement. Vielen Menschen fällt es gerade in der Übergangsphase von noch erhaltenen geistigen Funktionen zur Demenz schwer, Selbstständigkeit abzugeben oder das Vereinfachen der Therapie zu akzeptieren.
Ältere Menschen mit Diabetes mellitus können durch die technischen und digitalen Entwicklungen unterstützt werden. Diese können ihnen helfen, ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Bei älteren Menschen ist die Akzeptanz für neue Technologien hoch, vorausgesetzt, sie sind effektiv, einfach handhabbar und bringen nachvollziehbare Vorteile im Alltag. Die Industrie muss gerade für ältere und kognitiv eingeschränkte Menschen neue Lösungen entwickeln.
Auch wenn im fortgeschrittenen Alter nicht jeder Mensch mit Diabetes automatisch pflegebedürftig ist, so ist die Verschlechterung der Mobilität früher oder später ein Thema. Die Patienten sind dann auf die Hilfe anderer angewiesen, z. B. bei der Insulinpumpentherapie, Blutzuckermessung, Essenszubereitung – Dinge, die sie jahrelang selbst gemacht haben, gehen nun nicht mehr so leicht von der Hand.
All diese Themen bedürfen vieler Gespräche, um Diabetespatienten zu vermitteln, dass die veränderte Lebenssituation neue Herausforderungen mitbringt. Die Vorschläge und Hilfen von Angehörigen sind keine Bevormundung. Das zu akzeptieren, kann ein langwieriger und aufwendiger Prozess sein. Dabei kommt es vor allem auf das Einfühlungsvermögen und die Vertrauensbasis zwischen dem Betroffenen und dem betreuenden Diabetesteam an.
Auch der Altersdurchschnitt der Patienten, die ins Krankenhaus kommen, steigt in den meisten Abteilungen. Die Patienten leiden unter verschiedenen Krankheiten und diversen Funktionsstörungen wie Sturzneigung, Hirnleistungsstörungen oder Gebrechlichkeit. Für die Behandlung des Diabetes braucht es daher spezielle Strukturen und Prozesse sowie ein kompetentes multidisziplinäres Team.
Die Versorgung von Menschen mit Diabetes ist gerade im höheren Alter überaus komplex. Die Betroffenen sind aufgrund oft vieler körperlicher und geistiger Einschränkungen sehr gefährdet. Sie sind besonders auf ein funktionierendes Zusammenspiel der verschiedenen Berufsgruppen angewiesen.
Schwerpunkt „Älter werden und gut und sicher leben“
- Diabetes-Problemen im Alter vorbeugen
- Therapie des Diabetes bei älteren Menschen
- Digitale Hilfsmittel helfen bei der Diabetes-Therapie
- Durch Weiterbildung zum Thema Diabetes kompetent pflegen
von Prof. Dr. med. Erhard Siegel
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (11) Seite 26-28
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 5 Tagen, 22 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 5 Tagen, 21 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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