Hast du schon einmal etwas von „Insulin-Blasen“ gehört?

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Community-Beitrag
Hast du schon einmal etwas von „Insulin-Blasen“ gehört?

Ich und Theorien, wenn ich das schon lese, muss ich über mich selbst lachen. Natürlich weiß ich, der Esel nennt sich immer zuerst, aber genau diese Kontroversität wollte ich ja damit darstellen. Denn mein folgendes Thema ist die Kontroversität in sich.

Eingeschlossenes Insulin in einem Depot unter der Haut

Theorie und meine Wenigkeit sind so gut wie keine Freunde, entfernte Brieffreunde vielleicht, aber mehr lässt sich da auch nicht hineininterpretieren. Dennoch ist es für manche Dinge, ja sogar für sehr viele diabetische Dinge, von großem Vorteil, theoretische Grundlagen und Theorien zum Nachlesen zu haben. So bekommt man Sicherheit, steht nicht mehr alleine im Dunkeln und fühlt sich daraufhin meist bestätigter oder, naja, wenigstens wissender.

So eine Theorie zur Grundlage und zum Nachlesen bräuchte ich auch für ein Problem, welches noch gar nicht allzu lange in meiner Diabetes-Laufbahn auftauchte. Ich fragte mich: „Gibt es so etwas wie Insulin-Blasen?“

Damit ist jetzt auch kein Ausschlag, eine Verbrennung oder eine Blase, die man bekommt, wenn die Schuhe neu sind, gemeint. Nein, viel eher so eine Art Depot unter der Haut, in welches mein Insulin eingeschlossen ist und nicht herausgelangt.

Wie ihr merkt, für einen wissenschaftlichen Artikel mit klarer Lösung würde dieser Beitrag nicht reichen, weil es laut meiner Rechercheergebnisse so etwas wie „Insulin-Blasen“ im World Wide Web (www…) einfach gar nicht erst gibt.

Aber dennoch lässt es mir keine Ruhe, denn ich denke, einige von euch werden die nachfolgend beschriebene Situation ebenfalls kennen.

Situation:
Ich spritze/bole etwas für mein Essen. Zuvor waren die Blutzuckerwerte tipptopp. Keine Verstopfung in Sicht, Spritzstelle strahlt wie nie zuvor, Insulin ist blasenfrei und die weiteren möglichen Rahmenbedingungen sind super.

Nach dem Essen = hohe Werte. Viel zu hohe Werte für eine so exakte Berechnung und Abgabe von Insulin.

Der Wert ist hoch und da bleibt er mindestens für die die nächsten vier Stunden, ganz genau da. Da wird man schon einmal leicht frustriert, nachdem man schon 1,5l Wasser wie ein ausgetrockneter Kaktus in sich hineingeschüttet hat und immer ordnungsgemäß einen Korrektur-Bolus abgegeben/gespritzt hat. Selbst die Insulinpumpe konnte mit einer erhöhten Basalrate nicht mehr helfen.

Das Problem nur ein Phänomen?

Nach besagten Stunden der hohen Blutzuckerwerte fängt dann allerdings der Wert von jetzt auf gleich schlagartig an abzufallen. Nicht in einem geschmeidigen, sanften Abfall, sondern eher wie im Sturzflug. ZACK – runter! Und da diese Situation ziemlich befremdlich ist und man meist mit der „Zucker-Zufuhr“ kaum hinterherkommt, stellte ich mir die Frage: Wie genau kann das sein?

Liegt es etwa an meinen Spritzstellen oder daran, dass mein Gewebe nach all den Jahren evtl. verwachsen ist und das Insulin keinen Weg findet? Oder durch die ganzen Einstiche?
Gibt es denn so etwas wie „Insulin-Blasen“ wirklich? Sodass sich unter unglücklichen Umständen das Insulin verkapselt und einfach nicht dahin gelangt, wo es eigentlich hin soll?

Fragen über Fragen und ich fand und habe bis heute keine Antworten gefunden.
Da dieses Phänomen leider nicht nur einmal aufgetreten ist, fing ich allmählich an, das Internet nach meinem „Problem“ zu durchforsten. Mit eher wenig Erfolg.

Das Einzige, was man dort findet und was einigermaßen ein Lösungsansatz wäre, ist, dass sich die Haut, also auch das Gewebe, durch das ganze Piksen verändert. Ist ja auch irgendwie logisch! Früher oder später hat man alle verfügbaren Stellen durch und trifft dann irgendwann auf „alte Bekannte“. Dass das die Haut und tatsächlich das Gewebe gar nicht so cool finden, ist uns auch allen bewusst, aber ein Ausweg aus dem Spritzen, Stechen und Piksen wurde leider noch nicht erfunden. 🙁

Let’s GO – Community!

Ich habe tatsächlich akribisch gesucht und wäre ich meinem Plan-E-Berufswunsch nachgegangen und Chirurgin geworden, hätte ich mich wahrscheinlich längst bemüht, schon einmal ein Stück „diabetisches Gewebe“ untersuchen zu können. Bin jetzt aber leider kein Chirurg.

Ich weiß, dieser Beitrag hier ist nicht wie viele andere Beiträge, mit Lösungs-Vorschlägen, gut gemeinten Tipps oder bestärkenden Worten. Aber auch so etwas soll es geben.
So ist es eher ein „offener Frage und Austausch“-Beitrag geworden, an euch, die große BSL-Community.

Also, wenn ihr angehende Chirurgen, Wissenschaftler, wandelnde Lexika oder Recherche-Könige seid (oder ebenfalls im selben Boot sitzt wie ich), dann her mit euren Lösungsvorschlägen, Theorien und Meinungen.

Ich bin schon ganz gespannt, von euch zu lesen und evtl. des Rätsels Lösung mit euch zu finden. Let’s GO Community, lasst uns den Fall lösen.

P.S.: Googelt NIEMALS!!! nach diabetischem Gewebe, also auf jeden Fall nicht vor dem Essen. Mensch, da listet euch Google nur die schlimmsten der schlimmen Fotos auf. Holla!

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  • moira postete ein Update vor 11 Stunden, 19 Minuten

    Ich warte, dass das Community Meeting beginnt, habe ich die Zeit falsch verstanden?

  • bloodychaos postete ein Update vor 1 Tag, 19 Stunden

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

  • thomas55 postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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