- Aus der Community
Hilfe – mein Insulin wirkt nicht mehr!
3 Minuten
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Seit ein paar Wochen bemerke ich, dass mein aktuelles Insulin – NovoRapid – nach dem Essen merklich schlechter wirkt. Wie macht sich das bemerkbar? Besonders nach dem Essen steigt mein Blutzucker besonders hoch und will nach dem Essen (trotz Bolus) nicht wieder absinken. Ich habe schon dankend auf die zahlreichen Anregungen (vergleiche meinen Artikel zum Frühstücks-Dilemma) reagiert und meinen SEA (Spritz-Ess-Abstand) verlängert. Leider gestaltet sich das im Alltag schwierig für mich. Ich habe oft ein begrenztes „Zeitfenster“ zum Essen. Neben meinem Diabetes manage ich noch meine Tochter, meinen Hund und den Job. Dann gestaltet es sich schwieriger, so lange Zeiten zwischen Essen und Spritzen einzuhalten. Manchmal kommt dann noch dieser Heißhunger dazu! Genau in dem Moment, wo ich etwas essen möchte, muss ich noch so lange warten … Ist dies das Schicksal von uns Diabetikern?
Wo liegt die Ursache für diese lange Wirkdauer?
Ich habe diese Frage bei meinem letzten Termin bei meinem Diabetologen gestellt. Er schlug mir vor, andere Kurzzeit-Insuline, das bedeutet Insulinanaloga, auszuprobieren.
Wirkung: tritt sofort ein, die stärkste Wirkung nach etwa einer Stunde
Wirkdauer: 2 bis 3 Stunden, max. bis 4 Stunden
Ein Spritz-Ess-Abstand und Zwischenmahlzeiten sind in der Regel nicht notwendig.
Beispiele: Liprolog, Humalog, NovoRapid, Apidra
Das sind ja sehr hohe Versprechungen. Aber können diese schnell wirkenden Insuline dem in der Wirklichkeit gerecht werden? Ich habe drei verschiedene Insuline ausgetestet und berichte euch über meine individuellen Erfahrungen.

- NovoRapid: NovoRapid war mein die letzten 6 Jahre durchgehend verwendetes Insulin. Da es scheinbar die Wirkung aufgegeben hatte, wollte ich mal ein anderes Insulin ausprobieren.
- Apidra: Apidra war von Anfang an mein Favorit. Obwohl es die vergleichbare Wirkkurve wie das NovoRapid hat, wollte ich schauen, ob mein Körper auf dieses Insulin anders reagiert.
- Fiasp: Das neue Insulin „Fiasp“ ist ein Turboinsulin und soll noch um einiges schneller wirken im Vergleich zu seinen „Mitstreitern“. Ich hatte daher vor diesem Insulin etwas Respekt. Außerdem hatte ich von einer möglichen Gewichtszunahme im Zusammenhang mit Fiasp gehört. Das machte mir etwas Angst. Leider ist dieses Insulin von meiner Krankenkasse in Österreich auch noch nicht bewilligt. Das bedeutet, es wird nicht bezahlt. Wenn es für mich in Frage käme, müsste ich um eine extra Bewilligung ansuchen.
Mir stellte sich zunächst die Frage, ob mein Körper etwas resistent gegen mein NovoRapid geworden war?
In der ersten Woche habe ich Fiasp benutzt. Es wirkte schneller als NovoRapid, aber nicht wirklich besser. Ich musste immer noch bis zu 30 Minuten auf seine Wirkung warten. Für mich kein wirkliches Turbo-Insulin. In der zweiten Woche kam dann Apidra an die Reihe. Auch hier wieder eine größere Wartezeit.
Der große Aha-Effekt kam in der dritten Woche …
Ich veränderte beim Setzen meines Katheters gezielt die Einstichstelle. Und stellte dann plötzlich fest, dass die Wirkung des Insulins und meine Katheterstelle sehr großen Einfluss haben. Ich setzte meine Katheter früher vorwiegend am Bauchbereich. Nun wechsle ich jedoch öfter und setze die Katheter auch schon fast am Rücken. Ich bin gewohnheitsmäßig ein „Bauchstecher“. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, welchen großen Einfluss diese veränderte Einstichstelle hat. Aber das Insulin wirkt seitdem tatsächlich schneller und besser.
Fazit dieses Experiments
Als mein Insulin zuerst so schlecht wirkte, hatte ich zunächst das Insulin in Verdacht. Beim Diabetes müssen jedoch immer auch alle anderen Bausteine angeschaut werden. In meinem Fall war es die Einstichstelle des Katheters. Seit ich mir nun andere Einstichstellen suche, wirkt mein Insulin rascher. Wenn auch nicht „turbomäßig“, wie angegeben. Ich habe jetzt zum Apidra gewechselt und vertraue die nächste Zeit auf dieses Kurzzeit-Insulin.
Gibt es ähnliche Erfahrungen mit Kurzzeit-Insulinen? Ich freue mich, von euch zu lesen!
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 13 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 4 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 4 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 4 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße