“Ich mag meine Schuhe nicht und muss sie trotzdem tragen …”

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“Ich mag meine Schuhe nicht und muss sie trotzdem tragen …”

Bei Schuhen, die Menschen mit Diabetes und einer diabetischen Nervenstörung (Polyneuropathie) zum Schutz ihrer Füße tragen sollten, hat sich viel getan. Trotzdem mögen sie einige nicht, aus unterschiedlichen Gründen. Welche Möglichkeiten es gibt, die Schuhe trotzdem zu tragen, lesen Sie im Folgenden.

Wenn Sie entschieden haben, diesen Artikel zu lesen, haben Sie vermutlich entweder selbst das Problem erlebt oder Sie kennen es von einem Familienmitglied: Ärzte empfehlen bestimmte Schuhe zum Schutz Ihrer Füße und Sie oder Ihre Angehörigen mögen sie nicht tragen. Die Gründe hierfür können sehr unterschiedlich sein:

  • Sie sind nicht davon überzeugt, dass die Schuhe notwendig sind, denn Sie haben keine Beschwerden. Ihre Füße tun nicht weh. Es ist Ihnen gesagt worden, Sie haben eine gute Durchblutung.
  • Die Schuhe erleben Sie als zu groß, zu weich, zu wenig unterstützend für den Fuß, zu “wabbelig”. Ohne die Schuhe laufen Sie schneller und sicherer.
  • Sie befürchten, dass Ihre Mitmenschen, wie Arbeitskollegen, Nachbarn und Freunde, merken werden, dass Sie eine Krankheit haben.
  • Sie mögen sich so in der Öffentlichkeit nicht zeigen. Die verordneten Schuhe sehen nicht aus wie Schuhe, die Sie sich selbst kaufen würden.

Wie ist es nun? Sind die Schuhe sinnvoll? “Müssen” Sie sie tragen? Und überall? Immer?

Um diese Fragen zu beantworten, werde ich auf jeden der oben genannten Gedanken eingehen.

Ein kleine Geschichte vorab

Michael geht spazieren am Strand, barfuß natürlich. Er riecht die schöne, frische Nordseeluft, beobachtet seinen Hund, einen Jack Russell, der die Wellen anbellt. Michael ist entspannt und zufrieden, im Kopf denkt er an die letzte Woche mit dem guten Unterricht in seiner Abiturklasse. Plötzlich tritt er auf eine sehr scharfe Muschel. Er schreit kurz auf, zieht seinen Fuß sofort zurück, setzt sich hin, schaut seine Fußsohle an. Da ist eine offene und sandige Wunde. Ein Stück Muschel steckt noch drin. Michael zieht es heraus und kehrt zurück zu seinem Van. Er säubert die Wunde und schützt sie mit einem Pflaster. Den restlichen Tag humpelt er ein bisschen und geht nicht mehr spazieren.

Thorsten geht ebenfalls am Strand spazieren, auch barfuß und mit Hund. Sein Hund, ein Labrador, springt sofort in die Wellen. Thorsten denkt zufrieden an seinen Geschäftsabschluss von letzter Woche. Er hat seit 15 Jahren Diabetes. Seine Nerven sind inzwischen davon betroffen. Da die längsten Nerven im Körper in den Beinen sind, hat er am wenigsten Gefühl in seinen Füßen. Er tritt auf eine spitze Muschel – und schreit nicht vor Schmerz auf.Die Nerven in seinen Füßen haben nicht an sein Gehirn weitergeleitet, dass etwas Gefährliches passiert ist. Er läuft weiter. Die entstandene und dreckige Wunde kann er nicht wahrnehmen. Zurück in seinem Van, geht er duschen. Dabei merkt er, dass etwas Blut in der Wanne ist. Er schaut sich seine Füße an und entdeckt unter dem rechten Fuß eine kleine Stelle, die etwas rot erscheint, aber nicht wehtut. Er macht sich keine weiteren Gedanken dazu: Wenn es nicht wehtut, kann es nicht schlimm sein. Das sagt der gesunde Menschenverstand und war bisher immer seine Erfahrung.

Drei Tage später wirkt sein Fuß rot und geschwollen. Thorsten hat weiterhin keine Schmerzen, geht aber trotzdem zu seinem Diabetologen, weil er weiß, dass die Füße von Menschen mit Diabetes ein wichtiges Thema sind. Sein Diabetologe weist ihn ins Krankenhaus ein. Thorsten muss schnellstens komplette Bettruhe halten und Antibiotika einnehmen, für mehrere Wochen. Er ist komplett überrascht und macht sich große Sorgen um sein Unternehmen.

Gesunder Menschenverstand oder medizinisches Wissen über die Nervenstörung bei Diabetes?

Gesunder Menschenverstand ist das, womit wir bisher im Leben gute Erfahrungen gemacht haben: “Was von alleine kommt, geht von alleine”, “Schmerzen bedeutet krank oder verletzt; keine Schmerzen bedeutet meist, dass alles in Ordnung ist”, “gute Durchblutung bedeutet, dass meine Füße in Ordnung sind”, “Bewegung ist gut für Diabetes”, “Man geht nicht zum Arzt wegen jeder Lappalie”.

Die Nervenstörung, die durch Diabetes entstehen kann (diabetische Neuropathie), setzt viele dieser üblichen Regeln außer Kraft. Wenn die Nerven nicht mehr richtig funken, ist es nicht möglich, zu wissen, ob man eine Wunde hat oder nicht. Man kann sich nicht auf das Signal Schmerz verlassen.

Diese zunehmende Schmerzlosigkeit passiert allmählich, sodass sie schwer zu erkennen ist: Wenn die Raumtemperatur über drei Stunden von 22 °C auf 18 °C abfällt, würden Sie es schwerer merken, als wenn der gleiche Abfall innerhalb von fünf Minuten passierte. Es ist so ähnlich wie die Schwerhörigkeit: Man stellt den Fernseher immer lauter und merkt dabei nicht, dass man nicht mehr gut hört.

Das heißt: Auf der einen Seite ist ein Mensch, der nicht gemerkt hat, dass seine Füße gefährdet sind, weil er keine Schmerzen spürt. Er könnte in zu engen Schuhen eine Blase bekommen, die sich dann unbemerkt entzündet. Auf der anderen Seite sind Diabetologen und Podologen, die über Jahre immer wieder sehen, welche Folgen diese fehlende Schmerzleitung erzeugen kann. Sie empfehlen angepasste Schuhe, aber für die Betroffenen ist der Sinn oft nicht nachvollziehbar. Schmerzlosigkeit ist nicht sein Problem. Seine Probleme sind der Druck im Unternehmen, seine geschiedene Ehefrau, seine schwierige Tochter, der Labrador, der jeden Tag Bewegung braucht, seine Rückenschmerzen.

Die Schuhe fühlen sich zu groß an

Wenn die Nerven in den Füßen nicht mehr korrekt anzeigen, was los ist, kann das ein stumpfes, taubes Gefühl machen. Viele Menschen mit dem Verlust von Schmerz-Empfindungen fangen an, kleinere Schuhgrößen zu kaufen, weil sie nur durch die engeren Schuhe das gewohnte Gefühl erzeugen können, dass die Schuhe passen.

Die verordneten Therapieschuhe sind extra so gemacht, dass kein gefährlicher Druck auf die Füße ausgeübt wird. Sie ermöglichen, dass man mehr in Bewegung bleiben kann, ohne zu befürchten, dass Blasen und Wunden entstehen – wenn man sich einmal an das neue Gefühl in den Schuhen gewöhnt hat. Da die Nerven taub sind, fühlen sich die neuen Schuhe allerdings manchmal zu groß an. Einige Menschen berichten, sie fühlen sich unsicher, haben Angst, zu stolpern. Sie ziehen dann lieber ihre gewohnten Schuhe an, die objektiv zu klein sind und Geschwüre erzeugen können, weil sie sich damit normaler fühlen und besser in ihrem Alltag zurechtkommen.

Manchmal geht das sogar eine Zeitlang gut. Aber wenn es schiefgeht und man ins Krankenhaus muss, lange Bettruhe bewahren und Antibiotika einnehmen, ist das ein deutlicherer Eingriff in ihr Leben. Wer sich mit den Schuhen unsicher fühlt, sollte seinem Arzt und Orthopädietechniker seine Sorgen mitteilen. Es gibt Möglichkeiten, dem abzuhelfen: Krankengymnastik, um sicher in den Schuhen gehen zu können; der Orthopädietechniker kann eventuell Kompromisse in der Schafthöhe, Fersenerhöhung oder über die Steifheit der Sohlen eingehen.

Ein kleiner Tipp: Sagen Sie nicht: “Ich kann mit den Schuhen nicht gehen.” Viele Behandler denken, Sie mögen die Schuhe wegen der Optik nicht. Sagen Sie deutlich, dass Sie sich unsicher fühlen und Angst haben, zu stolpern. Dann wissen die Experten, was zu tun ist.

Ich will nicht, dass meine Mitmenschen merken, dass ich krank bin

Sich zu outen mit einer chronischen Erkrankung, ist eine sehr persönliche Entscheidung. In früheren Diabetesschulungen hat man versucht, die Betroffenen davon zu überzeugen, Insulin in der Öffentlichkeit zu spritzen. Die Idee war gut: Wenn man sich nicht verstecken muss, erleichtert das einiges im Alltag. Allerdings habe ich mich nach Gesprächen mit Betroffenen sehr schnell davon distanziert, denn es gibt viele gute Gründe, eine chronische Erkrankung verstecken zu wollen: berufliche Gründe, das erste Date, übergriffige Schwiegereltern usw.

Man kann den Diabetes nicht sehen. Das heißt, dass es Ihnen komplett überlassen bleibt, wem Sie Informationen über Ihre Selbstbehandlung mitteilen. Mit den Schuhen ändert sich diese Situation. Wenn Sie sonst Boots getragen haben, werden die neuen Schuhe kaum auffallen. Sind Sie in einem Beruf oder einer sozialen Gruppe (Freunde, Sportgruppe, Nachbarn), wo eine andere Kleiderordnung üblich ist mit Pumps, Slippern oder Sneakers, wird es schwieriger. Vielleicht schämen Sie sich für Ihre Krankheit. Es kursieren viele stigmatisierende Gerüchte über den Diabetes, v. a. dass die Betroffenen selbst schuld seien. Das macht das Tragen der Schuhe nicht leichter.

Leider gibt es hier keine perfekte Lösung: Tragen Sie weiterhin Ihre gewohnten Schuhe und bekommen eine Wunde, die sich infiziert, stehen Ihnen vielleicht lange Krankenhausaufenthalte bevor. Vielleicht gibt es für Sie einen Kompromiss: Manche Menschen ändern ihren Kleidungsstil, damit die Schuhe nicht so auffällig sind. Andere tragen die Schuhe viel, wählen aber bei einem sehr wichtigen Anlass kurz eine Alternative, die nicht zu “gefährlich” ist, sitzen dabei viel und überprüfen hinterher ihre Füße sorgfältig. Andere erzählen, sie hätten einen Sportunfall, der schlecht heilen würde.

Kleider machen Leute

Wie ich mich nach außen gebe, wie ich mich anziehe, gibt das Signal an die Menschen in meiner Umgebung: So bin ich. Gezwungen werden, mich anders zu kleiden, als ich möchte, ist für einige Menschen relativ unbedeutsam. Für andere wiederum ist ihre Identität mit der Art, wie sie sich nach außen zeigen, eng verwoben. Das hat nichts mit Eitelkeit zu tun, es ist eine Lebensentscheidung. Die Empfehlung, Schuhe zu tragen, die nicht zu mir passen, ist ein Eingriff in meine Autonomie. Hier kann ich nur empfehlen: Sprechen Sie offen mit Ihrem Orthopädieschuhtechniker, denn es gibt innerhalb der gleichen Preiskategorie viele Möglichkeiten. High Heels und Riemchen-Sandalen gehen nicht, aber vieles ist möglich, was zu Ihnen passen könnte.

Ein kleiner Tipp: Nehmen Sie Fotos mit und entwerfen Sie etwas, was Sie vom Aussehen her eher tragen mögen.

Wie an die Schuhe gewöhnen?

Die Gründe für das Tragen von verordneten Schuhen bei einer diabetischen Nervenstörung sind in vielen Studien nachgewiesen worden. Wenn Sie Ihre Füße bestmöglich vor Wunden schützen wollen, kann man nur empfehlen: Tragen Sie die Schuhe immer und überall. Seien Sie hartnäckig mit Ihrem Behandlungsteam, bis Sie mit den Schuhen sicher gehen können. Die psychische Gewöhnung kann allerdings ein bisschen dauern: Wer bin ich jetzt mit solchen Schuhen? Merken die anderen was? Wie reagieren sie? Reagieren sie überhaupt?

Manchmal hilft es, sich nicht vorzustellen, Sie müssen die Schuhe tragen, sondern Sie überlegen sich eine Probezeit: So und so viele Wochen werden Sie die Schuhe tragen und danach werden Sie eine Entscheidung treffen. Machen Sie ein kleines Verhaltensexperiment mit sich selbst. Vielleicht hilft es auch, sich die Schuhe als hilfreichen Schutz vorzustellen: Sie sind außen hart und innen ganz weich. Sie schmiegen sich an Ihre Füße und halten sie fern von Druck und Gefahr.

Seien Sie fürsorglich

Zum Schluss möchte ich Ihnen etwas aus meiner eigenen Überzeugung sagen: Sie haben eine Krankheit bekommen, die Sie nicht wollten und die Sie – bei allem Wissen über Ernährung und Bewegung – nicht zu 100 Prozent steuern konnten und können. Nun haben Sie auch eine Nervenstörung in den Füßen, die Sie auch nicht haben wollten. In vielen Gesprächen mit Menschen mit Diabetes hat mich immer wieder erstaunt, wie gemein sie sich selbst gegenüber waren. Sie haben sich geschämt für ihre Krankheit, für die Stoffwechsel-Schwankungen, für das schwer kontrollierbare Gewicht und für die Folgen, die daraus entstehen.

Schämen Sie sich und machen Sie sich Vorwürfe für den Diabetes und für die Probleme mit Ihren Füßen? Was würden Sie einem Menschen wünschen, der im Leben zweimal Pech mit der Gesundheit hatte? Ich vermute, eher Verständnis und Fürsorge. Wenn Sie sich für Ihre Schuhe entscheiden, tun Sie es aus Fürsorge sich selbst gegenüber. Stehen Sie für sich selbst ein.

Schwerpunkt: „Zeigt her Eure Schuh…“


von Susan Clever

Avatar von susan-clever

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (1) Seite 26-29

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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