- Aus der Community
In ein paar Tagen ist der Spuk wieder vorbei
3 Minuten
Heute funktioniert wieder gar nichts, wie es soll – selbst wenn ich Essen auch nur anschaue, steigt der Zucker schon. Insulin? Hält mein Körper gerade für Wasser. Ich bin frustriert, genervt, und irgendwie total emotional. Nach einem Vormittag voller Frust gehe ich meine innere Checkliste durch.

- Sitzt der Katheter noch richtig, oder könnte die Spritzstelle ein Problem sein? Da passt alles, und gestern lief es ja noch.
- Ist mit meinem Insulin alles in Ordnung? Ja, das Reservoir ist gerade frisch gefüllt.
- Habe ich genug geschlafen und genug Wasser getrunken? Jep, alles gut.
- Habe ich mich in den letzten Tagen so viel bewegt wie sonst auch? Ja, gestern sogar mehr als sonst!
- Habe ich in letzter Zeit ungewöhnlich viel Käse, Butter, Sahne oder Nüsse gegessen? Nein, eigentlich nicht…
- Bin ich gestresst? Eigentlich nicht – aber so langsam schon!
Veränderter Insulinbedarf
So langsam gehen mir die Ideen aus. Als ich in meinen Kalender schaue, fällt der Groschen schließlich. Es sind die Tage um den Eisprung. Meine Insulinempfindlichkeit verändert sich im Laufe des Zyklus extrem. An manchen Tagen brauche ich insgesamt nur 24 Einheiten und bin trotzdem meist eher niedrig unterwegs, an anderen Tagen esse ich weniger, mache mehr Sport und brauche 35-40 Einheiten, ohne dass ich jemals auch nur in die Nähe einer „Hypo“ kommen würde.

Viele Mädchen und Frauen mit Diabetes kennen das: An einigen Tagen im Monat spielen die Werte irgendwie verrückt, entweder ist man ständig zu tief oder zu hoch, und es läuft einfach gar nichts so wie sonst. So langsam scheint das auch in der Diabetologie anzukommen. Als ich vor einigen Jahren das Thema zum ersten Mal erwähnte, meinte mein damaliger Diabetologe, so sehr könne der Insulinbedarf doch gar nicht schwanken. Eine andere Diabetologin nahm es zur Kenntnis und riet mir, meinen Körper zu beobachten und alles aufzuschreiben, um ein Muster zu finden – da gäbe es noch keine guten Daten zu. Auch heute noch kann mir niemand sagen, was denn eigentlich wann im Zyklus zu erwarten ist.

Mittlerweile weiß ich für mich: In der Mitte des Zyklus, um den Eisprung herum, wird mein Zucker unberechenbar und mein Körper ignoriert geflissentlich das Insulin, das ich ihm gebe. Nach vier Tagen ist der Spuk vorbei und wir sind wieder Freunde. In den zwei Wochen vor der Periode sinkt mein Insulinbedarf immer weiter, bis ich gefühlt fast nichts spritze und trotzdem häufig relativ niedrig bin (klarer Vorteil: mein Körper will in der Zeit immer Süßes, und das kann ich ihm geben, ohne meine Werte damit komplett zu zerschießen). Mit der Periode steigt dann auch wieder der Insulinbedarf, bis zum Feuerwerk um den Eisprung. Und dann geht alles wieder von vorne los.
Ein Schema erkennen
Das ist zwar nervig, aber sobald man für sich ein Muster gefunden hat, gibt es auch Vorteile. Für mich heißt das: In der Phase um den Eisprung herum kann ich völlig unbesorgt Ausdauersport treiben. Lange Wanderungen oder Radtouren klappen dann, ohne dass ich mir allzu viele Gedanken über „Hypos“ machen müsste. Kraftsport dagegen oder anderer Sport, bei dem der Zucker durch die Belastung erstmal steigt, passt gut in die zwei Wochen vor der Periode. Und wenn ich in dieser Phase wandern will, kann ich das Insulin extrem stark reduzieren und muss leider ein bisschen mehr Süßes essen 😉. Schlimmes Schicksal!
Quelle: Johanna Mechler
In jedem Fall gilt: Je besser ich meinen Körper kenne, desto besser kann ich mich mit ihm und meinem Zucker anfreunden und desto netter kann ich auch zu mir selbst sein. Gerade wenn die Hormone und Emotionen Achterbahn fahren, wenn mich der Anblick eines kleinen Kätzchens zum Weinen oder ein unerwarteter Zuckerwert an den Rand des Wahnsinns bringt, dann tut es mir gut zu wissen, dass der ganze Spuk in ein paar Tagen wieder vorbei ist.
Über den veränderten Insulinbedarf während des Zyklus sprechen auch Ramona und Katharina in der Podcastfolge Diabetes-Hormon-Chaos!
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Technik
8 Minuten
- Behandlung
17 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
anseaticids postete ein Update vor 2 Tagen, 12 Stunden
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 5 Tagen, 10 Stunden
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more
-
othenbuehler postete ein Update vor 6 Tagen, 2 Stunden
Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.
Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.
👉 Wen suchen wir?
Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.👉 Was bedeutet die Teilnahme?
Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙
Mehr Infos im Flyer 👇




