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Lipohypertrophien: Wie erkennt man Stellen, an denen das Insulin nicht wirkt?
4 Minuten
Lipohypertrophien sind geschwulstartige Vermehrungen von Binde- und Fettgewebe, die rund um Injektionsstellen entstehen können. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern verschlechtert auch die Insulinwirkung. Beim DDG-Kongress in Hamburg berichtete ein Diadoc von einem Feldversuch in seiner Praxis, der diese Fettknubbel mit einer Wärmebildkamera sichtbar machte.
Die Forderung des Diabetologen: dem Patienten mal auf den Bauch schauen
Dieser experimentierfreudige Diabetologe heißt Dr. Matthias Kaltheuner und arbeitet in Leverkusen. Er hält Lipohypertrophien für ein vernachlässigtes Problem in der Diabetologie: „Leider scheuen sich viele Diabetologen, bei ihren Patienten mal den Bauch anzuschauen.“ Dabei sollten sie dort unbedingt genauer hinsehen, „schließlich erlebt der Bauch im Laufe eines Diabetikerlebens enorm viele Injektionen pro Quadratzentimeter Haut.“ Jede einzelne Injektion aber sei eine kleine Hautverletzung, die in der Summe dann zu Lipohypertrophien führen kann. Dr. Kaltheuner rechnete vor: „Gehen wir mal von 40 Jahren Diabetesdauer mit vier Injektionen an 365 Tagen im Jahr aus: Das macht insgesamt also 58.400 subkutane Injektionen – bei längerer Diabetesdauer und häufigeren Injektionen auch entsprechend mehr.“ Die Botschaft an seine Kolleginnen und Kollegen war daher eindeutig: „Kümmern Sie sich mehr um dieses Problem!“
Stellt euch Ringe wie Tarifzonen rund um euren Bauchnabel vor
Aber auch wir Patienten sind nicht ganz unschuldig an der Misere. Hand aufs Herz: Wer von euch achtet wirklich bei jeder Injektion mit dem Insulinpen darauf, reihum die Spritzstelle zu wechseln? In meiner Schulung hatte ich ein Spritzschema gesehen, das ein wenig einer Zielscheibe ähnelte: In der Mitte der Nabel (in den man natürlich niemals spritzen sollte!) und um ihn herum Ringe wie die Tarifzonen in einem U-Bahn-Plan. Die Diabetesberaterin riet uns also, um bei diesem Bild zu bleiben, immer schön reihum einen Ring abzuarbeiten und dann in die nächste „Tarifzone“ zu wechseln.
Es gibt auch andere Schemazeichnungen: etwa Zickzackkurse von der linken hinüber zur rechten Bauchseite. Oder die Aufteilung des Bauchs wie ein Tortendiagramm (wieder mit dem Nabel als Mittelpunkt), wobei man mit den Injektionsstellen jeden Tag ein Tortenstück weiterwandern sollte. Dr. Kaltheuner schwört auf das Schema einer Schreibmaschinentastatur: Erst nach und nach die obere Bauchreihe durchspritzen, dann ein Stückchen tiefer eine neue Reihe beginnen.
Einfach das T-Shirt lüpfen und knapp über dem Hosenbund spritzen
Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich habe noch nie eines dieser Spritzdiagramme angewendet. Nicht weil ich so furchtbar beratungsresistent wäre. Sondern weil ich mir bei einem so alltäglichen und häufigen Handgriff wie der Insulininjektion schlicht nicht merken kann, in welcher Gegend meines Bauchs ich zuletzt gespritzt habe.
Hinzu kommt, dass ich unterwegs froh bin, wenn ich für eine Insulininjektion einfach nur das T-Shirt lüpfen kann, um dann irgendwo knapp über dem Hosenbund den Pen in die Haut zu rammen, ohne dass mein gesamtes Umfeld innehält und mich anstarrt. Da komme ich gar nicht auf die Idee, erst eine (echte oder fiktive) Schablone anzulegen, damit ich nicht immer in derselben Gegend spritze.
In den Fettknubbeln wirkt das Insulin manchmal erst nach etlichen Stunden
Allerdings zeigte mir der Vortrag von Dr. Kaltheuner, dass man Lipohypertrophien nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass sie die Aufnahme und Wirkung von Insulin erheblich beeinflussen können. „Das ist besonders mit Blick auf den zunehmenden Einsatz von Insulinpumpen und CGM-Systemen, in naher Zukunft auch von Closed-Loop-Systemen, relevant“, erklärte Dr. Kaltheuner.
Denn natürlich betreffen die Fettknubbel nicht nur Diabetiker, die mit dem Insulinpen spritzen, sondern auch Insulinpumpenträger mit ihren Lieblingsstellen für Katheter. „Jeder von uns kennt Patienten, bei denen Insulin mal wirkt und mal wieder nicht – oder erst um viele Stunden verzögert, wenn sie längst zum Teil mehrfach einen Korrekturbolus abgegeben und sich damit in eine Hypoglykämie katapultiert haben“, sagte Dr. Kaltheuner. Und wer von uns auf Facebook in Diabetesgruppen unterwegs ist, der kennt diese Geschichten natürlich auch.
Kann man Lipohypertrophien mit einer Wärmebildkamera erkennen?
Doch wie kann man erkennen, welche Stellen man beim Spritzen oder Kathetersetzen besser aussparen sollte, weil sich dort eine Lipohypertrophie gebildet hat? Der Doktorand Lars Kaltheuner hat im Rahmen seiner Dissertation untersucht, ob man Lipohypertrophien möglicherweise auch mit einer Wärmebildkamera ausmachen kann. Denn Fettgewebe ist weniger stark durchblutet und hat daher eine niedrigere Temperatur. Dafür untersuchte Kaltheuner junior in einem experimentellen Feldversuch die Haut verschiedener Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes und ohne. Er ließ ihre Haut nach dem Entkleiden des Bauchs für 20 Minuten auskühlen und fertigte dann Aufnahmen mit einer hochwertigen Wärmebildkamera an.
Möglicherweise reicht auch eine einfachere Kamera oder sogar eine App
Dr. Kaltheuner betonte, dass ein Zusammenhang zwischen Hauttemperatur und Insulinwirkung bislang nicht wissenschaftlich belegt ist. Doch es zeigte sich, dass die Hauttemperatur an häufig genutzten Katheterstellen um bis zu 6 Grad Celsius niedriger lag als an anderen Arealen. Dies waren denn auch Stellen, an denen die Patienten über schlechte Insulinwirkung berichtet hatten.
Allerdings war die Hauttemperatur auch bei Menschen ohne Diabetes und entsprechend ohne Injektionsstellen nicht über den gesamten Bauch hinweg homogen. Dennoch fand Dr. Kaltheuner: „Dieses Phänomen sollte näher untersucht werden.“ Möglicherweise reichen für die zu messenden Unterschiede in der Hauttemperatur auch kostengünstigere Wärmebildkameras – und für den Hausgebrauch vielleicht sogar Smartphone-Apps. Vielleicht inspiriert ja dieser Bericht jemanden, die Feldforschung mit einer App fortzusetzen und von seinen Erfahrungen zu berichten.
Dieser Patient gibt an, dass am linken Unterbauch seine Pumpe nicht immer funktioniert. Zum Vergleich dazu ein Bild mit der Wärmebildkamera, das deutlich niedrigere Hauttemperaturen in den betreffenden Arealen zeigt. (Was noch auffällt: Der Katheter liegt sehr am Bauchnabel. Empfohlen wird ein Abstand von mindestens drei Zentimetern.)
Für alle anderen gibt es hier noch ein paar Tipps, wie man auch ohne die Hilfe einer Wärmebildkamera Lipohypertrophien vermeiden kann:
- Wie oben bereits erwähnt: Spritz- und Katheterstellen immer wechseln, damit die Haut sich von den Verletzungen durch die Injektion erholen kann. Es ist kein gutes Zeichen, wenn du eine absolute Lieblingsstelle hast…
- Immer eine frische Kanüle für den Insulinpen verwenden. Mit jedem Gebrauch stumpft die Penkanüle ab und lässt die Haut bei der Injektion ein bisschen mehr leiden.
- Bei der Injektion möglichst nicht herumwackeln, sondern die Kanüle ruhig ins Unterhautfettgewebe gleiten lassen – auch eine ruhige Hand schont die Haut.
- Kurze Penkanülen verwenden, die zum einen die Haut weniger stark verletzen und zum anderen auch keine Hautfalte für die Injektion erfordern. Im Normalfall reichen Kanülen mit einer Länge von 4mm aus, auch bei korpulenteren Menschen.
- Wer aus früheren Schulungen noch verinnerlicht hat, dass man immer mit der Hand eine Hautfalte bilden sollte, der greift fast nur zum Unterbauch, wo sich leichter eine solche Falte fassen lässt. Damit wird die Haut am Unterbauch stärker beansprucht und neigt eher zu Lipohypertrophien. Also: einfach auf die Hautfalte verzichten, meint Dr. Kaltheuner.
Auch Katharina hat mit Lipohypertrophien zu tun – schaut mal nach ihren Hä-Momenten. Und auch in ihrem Artikel über ihr Diabetes-Jubiläum geht sie auf Knubbel an ihrem Bauch ein.
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 15 Stunden, 3 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 10 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 8 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 1 Tag, 5 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 15 Stunden, 29 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 15 Stunden, 6 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 20 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
