„Meine Verwandte unterzuckert“ – Diabetes zu befürchten?

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„Meine Verwandte unterzuckert“ – Diabetes zu befürchten?

Was ist davon zu halten, wenn bei Nicht-Diabetikern häufiger Werte bis 30 mg/dl gemessen werden, ohne das Unterzuckerungssymptome auftreten?

Die Frage:
Ich spritze seit über 40 Jahren Insulin und hatte und habe eigentlich von Anfang an und bis heute immer auch Unterzuckerungen. Es geht mir aber mehr um eine nahe Verwandte, die keinen Diabetes hat und auch kein Insulin spritzt, aber bei Messungen mit meinem Blutzuckermessgerät bei sich selbst Werte runter bis 30 mg/dl (1,7 mmol/l) misst; aber die kehren immer wieder in den normalen Bereich zurück. Ist bei ihr nun die Zuckerkrankheit zu befürchten?


Prof. Petzoldt: Nein, das glaube ich nicht. Aber dazu kann Ihnen nur der Arzt Ihrer Verwandten sicher etwas Genaueres sagen, wenn er sie einmal untersucht hat. Bei dieser Untersuchung sollten auch Blutzuckerwerte gemessen werden, allerdings im Arztlabor und nicht mit einem kleinen Messgerät zur Blutzuckerselbstkontrolle, wie Sie es besitzen.

Denn diese Geräte sind zwar sehr gut für die Selbstkontrolle zu gebrauchen, aber sie sind nicht genau genug für die grundsätzliche Untersuchung auf einen Diabetes mellitus. Bei erhöhten Blutzuckerwerten im Test muss man auch für Ihre Verwandte an einen Diabetes denken.

Die mit Ihrem Messgerät gemessenen zu niedrigen Blutzuckerwerte bei Ihrer Verwandten sind vielleicht gar nicht mit einer Unterzuckerung gleichzusetzen, wenn Ihre Verwandte dabei gar keine Unterzuckerungsbeschwerden hatte und wenn ihre späteren Messwerte von allein wieder im Normbereich lagen. War es nicht so? Dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt auch einmal darüber, ob wirklich weitere Untersuchungen nötig sind und welche Untersuchungen er Ihrer Verwandten vorschlägt.

Haben auch Sie eine medizinische Frage an Prof. Petzoldt?

… dann schreiben Sie ihm per Post oder E-Mail:

Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt​
Schubertstraße 6, 32545 Bad Oeynhausen
E-Mail: brpetzoldt@t-online.de

Beantwortete Fragen veröffentlichen wir im Diabetes-Journal sowie hier auf diabetes-online.de – natürlich anonym.


von Prof. Dr. med. R. Petzoldt
ehem. Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (3) Seite 40

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