„Psychologische Insulinresistenz“: Keine Angst vor Insulin!

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„Psychologische Insulinresistenz“: Keine Angst vor Insulin | Foto: Elnur/IndiaPix – stock.adobe.com
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„Psychologische Insulinresistenz“: Keine Angst vor Insulin!

Für die Therapie des Typ-2-Diabetes gibt es inzwischen einige neuere Medikamente. Dennoch bleibt Insulin die Therapie der Wahl, wenn die körpereigene Produktion von Insulin nach längerer Diabetesdauer nicht mehr ausreicht. Manchen fällt es aber schwer, mit dem Spritzen von Insulin zu beginnen – doch Dipl.-Psychologin Eva Küstner rät, sich nicht abschrecken zu lassen.

Nicht wenige Menschen, die wegen ihres Typ-2-Diabetes Tabletten einnehmen, stehen einer Therapie mit Insulin ablehnend gegenüber. Dieser Widerstand gegenüber einer Insulintherapie wird auch als „psychologische Insulinresistenz“ bezeichnet. Dass die Glukosewerte dadurch langfristig über dem Normbereich liegen, nehmen die Menschen in Kauf. Der akute Widerstand gegen Insulin ist größer als die Angst vor gesundheitlichen Folgen.

Warum sich manche gegen Insulin wehren

Dass sich Menschen gegen eine Insulintherapie wehren, kann unterschiedliche Gründe haben, z.B.:

  • Falsche Informationen über Typ-2-Diabetes: Vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes ist nicht klar, dass im Krankheitsverlauf die Insulinproduktion nachlässt, wenn auch deutlich langsamer als bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Deshalb benötigen auch die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes nach längerer Diabetesdauer eine Insulintherapie.
  • Falsche Informationen über die Insulintherapie: Wer als Patientin oder Patient noch keine Berührungspunkte mit einer Insulintherapie hatte, stellt sie sich oft als gefährlich oder ­besonders schwierig vor.
  • Ungünstige Erfahrungen mit der Insulintherapie bei Verwandten oder Bekannten können eine Rolle spielen.
  • Dass eine Insulintherapie das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen kann, haben viele Menschen mitbekommen. Angst vor den möglichen Unterzuckerungen, vor sozialem Stigma und vor Einschränkungen im Alltag kann den Einstieg in eine Insulintherapie erschweren.
  • Es kann auch die Überzeugung bestehen, dass man selbst ­inkompetent und nicht in der Lage ist, eine Insulintherapie durchzuführen.
  • Auch Angst, sich selbst zu spritzen, spielt hinein.

Was Studien zeigen

In verschiedenen Studien mit Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigte sich als stärkste Barriere gegenüber dem Start einer Insulintherapie, dass keine Besserung des Befindens erwartet wurde. Weitere Barrieren waren die Angst vor Unterzuckerungen, die Überzeugung der eigenen Inkompetenz und diffuse Einstellungen zu Insulin wie „Insulin macht abhängig“.

Erst weiter hinten kam die Angst vor Schmerzen beim Spritzen. Die Angst vor Versagen bei der Insulintherapie war auch ein oft genannter Grund. Weitere Sorgen waren die Angst vor einer möglichen Gewichtszunahme, vor einer Verschlechterung der Therapie und die Endgültigkeit der Therapie-Entscheidung.

In einer empathischen und offenen Atmosphäre in der Arztpraxis ist es möglich, gemeinsam herauszufinden, warum die Befürchtungen bestehen, und möglicherweise falsche Vorstellungen zurechtzurücken. Wichtig ist dabei, zu erkennen, dass die Therapie mit Insulin effektiv ist – „mit Insulin wird es mir wieder besser gehen“ – und dass man es schaffen kann.

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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