Nebenwirkungen und Risiken abwägen

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Nebenwirkungen und Risiken abwägen

Um hohe Bluttfettwerte in den Griff zu bekommen, kann es manchmal richtig sein, die Risiken zu senken und Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.

Die Frage: Ich bin 64 Jahre alt und habe einen Typ-2-Diabetes, zu hohen Blutdruck und zu hohe Blutfettwerte. Gegen die Blutfette habe ich bis vor ca. 1 Jahr über einen längeren Zeitraum ein Statin-Arzneimittel eingenommen; ich bekam aber Muskelschmerzen und musste deshalb das Medikament absetzen. Nach kurzer Zeit war ich wieder beschwerdefrei.

Trotz entsprechender Ernährung und pflanzlichen Präparaten sind meine Fettwerte aber wieder angestiegen. Deshalb hat mir mein Hausarzt jetzt “Atorvastatin Hexal” verordnet. Im Beipackzettel werden aber als Nebenwirkungen wieder Muskelschmerzen genannt. Wie soll ich mich verhalten? Was und welches Medikament können Sie empfehlen?


Prof. Petzoldt: Ihre Fragen kann ich nicht verbindlich beantworten, das ist nur im direkten Patienten-Arzt-Behandlungsverhältnis möglich. Für Ihre weiteren Gespräche mit dem Arzt können Ihnen vielleicht aber folgende Gedanken helfen:

Alle Statine können, müssen aber nicht zwingend zu Nebenwirkungen führen. Abgesehen davon, dass das Auftreten solcher Nebenwirkungen zwar möglich, aber nicht zwingend ist, sollte man bedenken, dass Nebenwirkungen auch dosisabhängig sein können.

Auch Sie können und sollten dies bedenken und mit Ihrem Arzt besprechen, denn nach Ihrer Schilderung ist die Senkung erhöhter Blutfette für Sie sehr wichtig – so dass Sie eventuell auch erträgliche und vertretbare Nebenwirkungen in Kauf nehmen können, um den Risiken von Fettstoffwechselstörungen etwas entgegenzusetzen. Vielleicht genügt ja eine geringere und damit nebenwirkungsärmere Statin-Dosis (auch vom Atorvastatin), um bei Ihnen die Blutfette zu regulieren? Wenn Ihr Arzt so etwas vorschlägt, würde ich diesen Versuch in der Hoffnung machen, dass keine Nebenwirkungen auftreten.

Haben auch Sie eine medizinische Frage an Prof. Petzoldt?

… dann schreiben Sie ihm per Post oder E-Mail:

Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt​
Schubertstraße 6, 32545 Bad Oeynhausen
E-Mail: brpetzoldt@t-online.de

Beantwortete Fragen veröffentlichen wir im Diabetes-Journal sowie hier auf diabetes-online.de – natürlich anonym.


von Prof. Dr. med. R. Petzoldt
ehem. Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (3) Seite 40

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