Online-Event: „Leben mit Diabetes – (k)eine Frage der Zeit“

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© Novo Nordisk | Screenshot: Kirchheim-Verlag
Online-Event: „Leben mit Diabetes – (k)eine Frage der Zeit“

Anlässlich des 100-jährigen Insulinjubiläums in diesem Jahr, hatte das Unternehmen Novo Nordisk am 13. April zu einer Veranstaltung per Online-Livestream geladen. Mit dabei waren Gäste aus der Ärzteschaft, Patienten sowie Vertreter von Selbsthilfe-Organisationen und Krankenkassen.

Bis vor 100 Jahren war Diabetes eine tödliche Erkrankung. Erst die Entdeckung von Insulin brachte 1921 die entscheidende Kehrtwende: Fortan war Diabetes behandelbar und ein Jahrhundert bahnbrechender Innovationen begann. Auch heute ist Insulin ein zentraler Bestandteil der modernen Diabetestherapie, das durch viele weitere innovative Medikamente und Injektionshilfen ergänzt wird:

„Noch immer gibt es viel zu tun“

„Die heutige Diabetesbehandlung hat eine unglaublich große Facettenvielfalt“, betonte Dr. Dieter Burchert, Diabetologe aus Mainz, bei dem von Novo Nordisk unterstützten Livestream „Leben mit Diabetes – (k)eine Frage der Zeit“ anlässlich des 100-jährigen Insulinjubiläums. Denn dank moderner Therapieoptionen haben Menschen mit Diabetes heute nur wenig Einschränkungen im Alltag und ihre Lebensqualität hat sich enorm verbessert.

Trotzdem gebe es immer noch viel zu tun: „Medizinische Innovationen spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, die Versorgung von Menschen mit Diabetes nachhaltig zu verbessern“, so Jesper Wenzel Larsen von Novo Nordisk Deutschland. „Wir sehen es als unsere zentrale Aufgabe, Forschung und Entwicklung in diesem Bereich immer weiter voranzutreiben.“ Aufgrund der steigenden Prävalenz des Typ-2-Diabetes sei diese Aufgabe heute relevanter denn je: Allein in Deutschland sind laut Schätzungen rund acht Millionen Menschen betroffen [1].

Neben Innovationen seien aber auch eine frühe und rechtzeitige Diagnose sowie eine gute und vertrauensvolle Begleitung im weiteren Krankheitsverlauf wichtig, darin waren sich die Diskutierenden einig. „Wir sind alle in der Pflicht“, stellte Judith Krämer, Vorsitzende der Deutschen Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes e. V. (DDH-M) und selbst Patientin mit Typ-2-Diabetes, fest.

„Das Wichtigste ist, nie aufzugeben“

„100 Jahre sind eine gar nicht so lange Zeit, wenn man bedenkt, wie sich die Diabetesbehandlung in dieser Zeit weiterentwickelt hat“, machte Oliver Behringer, Typ-1-Diabetes-Patient und Profi-Radsportler, gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Er ist Teil des Team Novo Nordisk, einem Radsport Team, das ausschließlich aus professionellen Radfahrern mit Typ-1-Diabetes besteht.

„Für mich persönlich war es vor allem der technologische Fortschritt, der das Diabetesmanagement verbessert hat, zusammen mit immer besseren und physiologischeren Insulinen“, sagte er auf die Frage hin, was für ihn persönlich die größten Errungenschaften der letzten 100 Jahre seien. Der Sport helfe ihm dabei, seinen Diabetes zu kontrollieren und aus eigener Erfahrung weiß er: „Wenn man Sport macht, lässt sich der Blutzucker sogar leichter stabilisieren.“

Das gelte nicht nur für den Profisport, betonte er und machte anderen Betroffenen Mut: „Das Wichtigste ist, nie aufzugeben. Wenn es gelingt, den Diabetes gut zu managen, dann ist nichts unmöglich.“

Menschen mit Diabetes nicht allein lassen

Dass trotz Diabetes sehr Vieles möglich sei, das ist auch die Botschaft, die Burchert seinen Patientinnen und Patienten mit auf den Weg gibt. Dabei sehe er seine Rolle als Arzt vor allem darin, die Betroffenen in ihrer individuellen Lebens- und Krankheitssituation abzuholen: „Wir öffnen ihnen die Tür und zeigen ihnen Wege auf, wie sie mit ihrer Erkrankung umgehen können.“ Wichtig sei es, die Patienten und Patientinnen nach der Diagnose nicht zu verlieren, sondern sie auch im weiteren Krankheitsverlauf eng zu begleiten.

Das gelte insbesondere auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes. „Denn nicht alle sind Profis wie Oliver Behringer, die ihre Erkrankung auf Hochleistungssportniveau selbst managen.“ An der Stelle leisteten auch die Selbsthilfegruppen einen großen Beitrag. Sie seien für Menschen mit Diabetes eine zentrale Anlaufstelle für ihre Sorgen und Nöte, erklärte Krämer. Leider gäbe es heute immer weniger Selbsthilfegruppen, betonte sie und wünscht sich für die Zukunft. „Dass die Ärzteschaft uns und das, was wir leisten, mehr sieht und anerkennt.“

Diabetes managen – Folgeschäden vermeiden

Für Burchert sind es vor allem die Disease-Management-Programme (DMP), die eine gute Blutzuckereinstellung unterstützen. Allerdings würden sie nur von der Hälfte der Versicherten genutzt. Ein möglicher Grund: „Viele Patienten haben Angst davor, zu stark und oft kontrolliert zu werden“, erklärte er. Zentrales Ziel der strukturieren Behandlungsprogramme ist es, diabetische Folgekomplikationen rechtzeitig zu erkennen bzw. hinauszuzögern. Noch besser sei es allerdings, so Burchert, Menschen erst gar nicht in die „Diabetes-Karriere“ einsteigen zu lassen.

Er nimmt damit Bezug zu der hohen Dunkelziffer an nicht-diagnostizierten Menschen mit Typ-2-Diabetes, die sich in Deutschland auf schätzungsweise 1,5 bis 2 Mio. beläuft [1]. Rund 20 bis 30 Prozent der Betroffenen hätten bei Erstdiagnose bereits Folgeschäden, z. B. an den Beinnerven, Niere oder Herz. „Die sind nachher kaum noch rückgängig zu machen.“

Dem pflichtete Sven Füssel, Leiter Regionales Vertragswesen in Rheinland-Pfalz bei der Techniker Krankenkasse, bei und betonte hier die Rolle unterstützender Check-Up-Angebote und Bonusprogramme seitens der Krankenkassen. „Vor allem aber geht es darum, über eine gesunde Lebensweise aufzuklären“, berichtete Füssel.

Mit Digitalisierung Compliance verbessern

Einen großen Beitrag zu einem verbesserten Diabetesmanagement bieten inzwischen auch die digitalen Kommunikationswege, ob per E-Mail, Video-Chat oder Telefon. „Ich bin froh über jede technologische Weiterentwicklung, die die Compliance verbessert“, unterstrich Burchert. Rund ein Drittel seiner Patienten käme inzwischen aktiv mit Daten auf ihn zu. In seiner Schwerpunkt-Praxis habe sich das E-Mail-Aufkommen seit COVID-19 verfünffacht. Er weiß aber auch, dass es in dem Bereich noch viel zu tun gibt, sei es von Seiten der Datenverarbeitung wie von Seiten der ärztlichen Vergütung.

„Das ist ein wirkliches dickes Schiff, das wir schieben.“ COVID-19 habe das Gesundheitssystem in diesem Bereich auf die Probe gestellt, so Füssel. „Es hat aber gezeigt, dass das System flexibel ist und reagieren kann, z. B. mit kurzfristigen Ausnahmeregelungen im Bereich der Video- oder Telefonsprechstunden.“ Trotz aller Vorteile könnten die digitalen Kommunikationswege aber niemals den persönlichen Kontakt ersetzen, betonte Krämer, und wünschte sich für die nahe Zukunft, dass das persönliche Gespräch wieder mehr die Versorgung der Patientinnen und Patienten bereichert.

Diabetes besiegen – eine langfristige Aufgabe

Die Versorgung von Menschen mit Diabetes steht auch bei Novo Nordisk seit fast 100 Jahre im Fokus: Nachdem das dänische Ehepaar August und Marie Krogh die Erlaubnis erhalten hatte, Insulin in Skandinavien herzustellen und als Arzneimittel zu vertreiben, begann das Nordisk Insulinlaboratorium 1923 mit der kommerziellen Insulinproduktion. „Insulin ist also quasi unsere DNA“, erläuterte Jesper Wenzel Larsen die Historie von Novo Nordisk.

Seitdem ist es das unveränderte Ziel von Novo Nordisk, durch Innovationen Veränderungen voranzutreiben, um das Leben von Menschen mit Diabetes und anderen schweren chronischen Erkrankungen zu verbessern – immer mit dem Anspruch, diese Krankheiten zu besiegen. „Defeat Diabetes – das ist unser Purpose, der sich primär auf Forschung und Entwicklung stützt, aber auch darüber hinausgeht und unsere ganzheitliche soziale Verantwortung beschreibt“, so Larsen.

Auch wenn die Versorgung von Menschen mit Diabetes heute schon sehr gut ist, gebe es durchaus Verbesserungspotenzial, so das Fazit der Veranstaltung. Jede und jeder hat dabei seine eigenen Wünsche und Ziele für die Zukunft. „Ich wünsche mir ganz viel“, sagte Krämer zum Abschluss. „Aber am meisten wünsche ich mir, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes irgendwann einen ganz normalen und unbeschwerten Schul- oder Kindergartenalltag haben, ohne Unterschiede und Einschränkungen.“

Für die älteren Patientinnen und Patienten liegt ihr vor allem eines am Herzen: „Dass sie auch in einem Seniorenheim gut versorgt sind und im Alter nicht den Lohn eines langjährigen Selbstmanagements verlieren.“


→Literatur
[1] Deutsche Diabetes Gesellschaft, diabetesDE (Hrsg.). Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2021. (PDF-Datei; letzter Zugriff am 27. April 2021)

Quelle: Novo Nordisk | Redaktion

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?