- Behandlung
„Psychologische Insulinresistenz“: Keine Angst vor Insulin!
5 Minuten
Für die Therapie des Typ-2-Diabetes gibt es inzwischen einige neuere Medikamente. Dennoch bleibt Insulin die Therapie der Wahl, wenn die körpereigene Produktion von Insulin nach längerer Diabetesdauer nicht mehr ausreicht. Manchen fällt es aber schwer, mit dem Spritzen von Insulin zu beginnen – doch Dipl.-Psychologin Eva Küstner rät, sich nicht abschrecken zu lassen.
Nicht wenige Menschen, die wegen ihres Typ-2-Diabetes Tabletten einnehmen, stehen einer Therapie mit Insulin ablehnend gegenüber. Dieser Widerstand gegenüber einer Insulintherapie wird auch als „psychologische Insulinresistenz“ bezeichnet. Dass die Glukosewerte dadurch langfristig über dem Normbereich liegen, nehmen die Menschen in Kauf. Der akute Widerstand gegen Insulin ist größer als die Angst vor gesundheitlichen Folgen.
Warum sich manche gegen Insulin wehren
Dass sich Menschen gegen eine Insulintherapie wehren, kann unterschiedliche Gründe haben, z.B.:
- Falsche Informationen über Typ-2-Diabetes: Vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes ist nicht klar, dass im Krankheitsverlauf die Insulinproduktion nachlässt, wenn auch deutlich langsamer als bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Deshalb benötigen auch die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes nach längerer Diabetesdauer eine Insulintherapie.
- Falsche Informationen über die Insulintherapie: Wer als Patientin oder Patient noch keine Berührungspunkte mit einer Insulintherapie hatte, stellt sie sich oft als gefährlich oder besonders schwierig vor.
- Ungünstige Erfahrungen mit der Insulintherapie bei Verwandten oder Bekannten können eine Rolle spielen.
- Dass eine Insulintherapie das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen kann, haben viele Menschen mitbekommen. Angst vor den möglichen Unterzuckerungen, vor sozialem Stigma und vor Einschränkungen im Alltag kann den Einstieg in eine Insulintherapie erschweren.
- Es kann auch die Überzeugung bestehen, dass man selbst inkompetent und nicht in der Lage ist, eine Insulintherapie durchzuführen.
- Auch Angst, sich selbst zu spritzen, spielt hinein.
Was Studien zeigen
In verschiedenen Studien mit Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigte sich als stärkste Barriere gegenüber dem Start einer Insulintherapie, dass keine Besserung des Befindens erwartet wurde. Weitere Barrieren waren die Angst vor Unterzuckerungen, die Überzeugung der eigenen Inkompetenz und diffuse Einstellungen zu Insulin wie „Insulin macht abhängig“.
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moira postete ein Update vor 8 Stunden, 24 Minuten
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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