Verschiedene Sorten und Therapie-Formen: Wenn bei Typ-2-Diabetes Insulin notwendig wird

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Verschiedene Sorten und Therapie-Formen: Wenn bei Typ-2-Diabetes Insulin notwendig wird | Foto: Alexander – stock.adobe.com
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Verschiedene Sorten und Therapie-Formen: Wenn bei Typ-2-Diabetes Insulin notwendig wird

Im Lauf des Lebens mit einem Typ-2-Diabetes muss die Therapie oft intensiviert werden – bis hin zum Insulin. Sinnvoll und nötig ist sie, wenn andere ­Medikamente nicht mehr ausreichend wirken. Dabei stehen unterschiedliche Arten der Insulin-Therapie zur Verfügung.

Eine Insulin-Therapie wird oft nur mit einem ­Typ-1-Diabetes verbunden. Verkannt wird dabei, dass auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Insulin-Produktion mit zunehmender Diabetesdauer nachlässt und irgendwann komplett versiegen kann. Ungefähr ein Viertel aller Menschen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland behandelt sich mit Insulin.

Wann eine Insulin-Therapie nötig ist

Eine Insulin-Therapie sollte nicht zu früh beginnen, wenn noch andere Maßnahmen und Medikamente ausreichend wirken. Aber sie sollte auch nicht hinausgezögert werden, wenn sie notwendig ist, um die Glukosewerte möglichst im Normbereich zu halten.

Laut aktueller Leitlinie zur Therapie des Typ-2-Diabetes wird der Beginn einer Insulin-Therapie in folgenden Situationen empfohlen:

  • wenn das individuelle Therapie-Ziel trotz Ausschöpfens der nicht medikamentösen Maßnahmen und der medikamentösen Therapie nicht erreicht wird,
  • bei Entgleisungen des Stoffwechsels,
  • bei Gabe von Blutzucker-erhöhenden Medikamenten wie Kortison, bei schweren Infekten, Verletzungen oder größeren Operationen – eventuell ist die Insulintherapie in diesen Situationen nur vorübergehend,
  • bei stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Beginnt jemand mit einer Insulin-Therapie, sollte immer eine entsprechende Schulung erfolgen. So versteht man, wie Insulin im Körper wirkt, welche Wirkkurven die unterschiedlichen Insuline besitzen und wie die Injektionen durchzuführen sind.

Insulin bei Typ-2-Diabetes

  1. Wenn eine Insulin-Therapie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes notwendig wird, sollte ihr Start nicht hinausgezögert werden.
  2. Der Mensch mit Diabetes und das Diabetes-Team sollten gemeinsam entscheiden, welche Form der Insulin-Therapie am besten zu einem passt.
  3. Eine entsprechende Schulung vor dem Start der Insulin-Therapie ist sinnvoll und hilfreich.

Lang und kurz wirksam

Für die Therapie mit Insulin stehen verschiedene Insulin-Sorten zur Verfügung. Ein entscheidendes Kriterium ist die Wirkdauer. Lang wirksame Insuline dienen dazu, den Grundbedarf des Körpers zu versorgen. Der Grundbedarf entsteht dadurch, dass vor allem die Leber auch in Hungerphasen Zucker (Glukose) ins Blut abgibt, damit die Zellen die nötige Energie bekommen.

Kurz wirksame Insuline werden dafür genutzt, um Glukose, die geballt vor allem aus Kohlenhydraten in Mahlzeiten stammt, in die Zellen zu bringen. Alle Insuline können nicht als Tabletten geschluckt, sondern müssen ins Unterhautfettgewebe gespritzt werden, weil das Eiweiß-Hormon im Magen durch die Magensäure zerstört würde.

Insulin in Kombination oder allein

Der Start in eine Insulin-Therapie bei Typ-2-Diabetes erfolgt oft mit einem lang wirksamen Insulin, das zu Blutzucker-senkenden Tabletten (oralen Antidiabetika, OADs) hinzugegeben wird. Diese Therapie nennt man auch basalunterstützte orale Therapie (BOT). Durch die zusätzliche Gabe des lang wirksamen Insulins sinken die morgendlichen Glukosewerte. Das Risiko für Unterzuckerungen (Hypo­glyk­ämien) bleibt aber niedrig. Praktisch ist, dass die Insulin-Injektionen zeitlich unabhängig von Mahlzeiten erfolgen.

Kombiniert man ein lang wirksames Insulin mit einem ebenfalls zu spritzenden Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) und bei Bedarf mit oralen Antidiabetika, benötigt man meist weniger Insulin als ohne die anderen Medikamente. Eine mögliche Zunahme des Körpergewichts, die bei Beginn einer Insulin-Therapie häufiger zu beobachten ist, fällt meist geringer aus oder das Gewicht bleibt unverändert.

Die nächste Stufe einer Insulintherapie ist die konventionelle Insulin-Therapie (conventional therapy, CT). Hierbei wird ein Insulin mit einer festen Mischung aus einem lang und einem kurz wirksamen Insulin gespritzt, ein- oder zweimal täglich. Auch wenn es bei dieser Therapie möglich ist, die Insulindosis bei Bewegung oder Krankheit selbst anzupassen, ist die Flexibilität eher gering.

Mehr zum Thema

Ein ausführlicher Überblick über Insulin und seine Sorten von Prof. Dr. Thomas Forst:
Insuline: Was können sie – worauf hoffen wir?

Flexibler mit der Therapie

Wer flexibler mit seiner Insulin-Therapie sein möchte, kann eine supplementäre Insulin-Therapie (SIT) beginnen. Dabei wird meist zu jeder Hauptmahlzeit ein kurz wirksames Insulin gespritzt. Die Dosis richtet sich nach den gemessenen Blutzuckerwerten oder kontinuierlich gemessenen Glukosewerten sowie nach der Menge der Kohlenhydrate, die gegessen und getrunken werden.

So sind Mahlzeiten zeitlich nicht festgelegt und auch die Mengen können problemlos variieren. Diese Art der Therapie eignet sich zum Beispiel, wenn jemand noch aktiv im Berufsleben steht und seinen Tagesablauf nicht gut planen kann. Auch ein „unruhiger“ Ruhestand lässt sich so bezüglich des Diabetes besser managen.

Die „höchste“ Form ist die intensivierte Insulin-Therapie (ICT). Prinzip ist, zwei Insuline zu spritzen. Das lang wirksame Insulin versorgt den Grundbedarf. Für die Mahlzeiten wird wie bei der SIT Glukose- und Kohlenhydrat-bezogen ein kurz wirksames Insulin gegeben, dessen Dosis für jede Mahlzeit selbst anhand von Kohlenhydrat-Faktoren und Korrektur-Faktoren bei erhöhten Glukosewerten zu berechnen ist.

Damit ist eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Essgewohnheiten möglich. Notwendig ist dabei das regelmäßige Kontrollieren der Glukosewerte. Vorteil und Nachteil: Die Mengen, die man isst, sind flexibel. So kann man weniger essen, wenn man keinen Appetit hat, aber auch mehr, als einem guttut.

Fazit

Eine Insulintherapie kann auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes notwendig werden. Dann sollte man den Start nicht hinauszögern. Sinnvoll ist, sich gemeinsam mit dem Diabetes-Team zu entscheiden, welche Insulin-Therapie am besten zur eigenen Lebenssituation passt. Vor dem Start ist eine entsprechende Schulung nötig und hilfreich.

Schwerpunkt „Typ-2-Diabetes: Therapie mit ­Spritzen“


von Dr. med. Katrin Kraatz

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Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 16-17

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  • schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche

    Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • calvin240 antwortete vor 1 Woche

      Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • uho1 antwortete vor 1 Woche

      @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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