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Verschiedene Sorten und Therapie-Formen: Wenn bei Typ-2-Diabetes Insulin notwendig wird
3 Minuten

Im Lauf des Lebens mit einem Typ-2-Diabetes muss die Therapie oft intensiviert werden – bis hin zum Insulin. Sinnvoll und nötig ist sie, wenn andere Medikamente nicht mehr ausreichend wirken. Dabei stehen unterschiedliche Arten der Insulin-Therapie zur Verfügung.
Eine Insulin-Therapie wird oft nur mit einem Typ-1-Diabetes verbunden. Verkannt wird dabei, dass auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Insulin-Produktion mit zunehmender Diabetesdauer nachlässt und irgendwann komplett versiegen kann. Ungefähr ein Viertel aller Menschen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland behandelt sich mit Insulin.
Wann eine Insulin-Therapie nötig ist
Eine Insulin-Therapie sollte nicht zu früh beginnen, wenn noch andere Maßnahmen und Medikamente ausreichend wirken. Aber sie sollte auch nicht hinausgezögert werden, wenn sie notwendig ist, um die Glukosewerte möglichst im Normbereich zu halten.
Laut aktueller Leitlinie zur Therapie des Typ-2-Diabetes wird der Beginn einer Insulin-Therapie in folgenden Situationen empfohlen:
- wenn das individuelle Therapie-Ziel trotz Ausschöpfens der nicht medikamentösen Maßnahmen und der medikamentösen Therapie nicht erreicht wird,
- bei Entgleisungen des Stoffwechsels,
- bei Gabe von Blutzucker-erhöhenden Medikamenten wie Kortison, bei schweren Infekten, Verletzungen oder größeren Operationen – eventuell ist die Insulintherapie in diesen Situationen nur vorübergehend,
- bei stark eingeschränkter Nierenfunktion.
Beginnt jemand mit einer Insulin-Therapie, sollte immer eine entsprechende Schulung erfolgen. So versteht man, wie Insulin im Körper wirkt, welche Wirkkurven die unterschiedlichen Insuline besitzen und wie die Injektionen durchzuführen sind.
Insulin bei Typ-2-Diabetes
- Wenn eine Insulin-Therapie bei Menschen mit Typ-2-Diabetes notwendig wird, sollte ihr Start nicht hinausgezögert werden.
- Der Mensch mit Diabetes und das Diabetes-Team sollten gemeinsam entscheiden, welche Form der Insulin-Therapie am besten zu einem passt.
- Eine entsprechende Schulung vor dem Start der Insulin-Therapie ist sinnvoll und hilfreich.
Lang und kurz wirksam
Für die Therapie mit Insulin stehen verschiedene Insulin-Sorten zur Verfügung. Ein entscheidendes Kriterium ist die Wirkdauer. Lang wirksame Insuline dienen dazu, den Grundbedarf des Körpers zu versorgen. Der Grundbedarf entsteht dadurch, dass vor allem die Leber auch in Hungerphasen Zucker (Glukose) ins Blut abgibt, damit die Zellen die nötige Energie bekommen.
Kurz wirksame Insuline werden dafür genutzt, um Glukose, die geballt vor allem aus Kohlenhydraten in Mahlzeiten stammt, in die Zellen zu bringen. Alle Insuline können nicht als Tabletten geschluckt, sondern müssen ins Unterhautfettgewebe gespritzt werden, weil das Eiweiß-Hormon im Magen durch die Magensäure zerstört würde.
Insulin in Kombination oder allein
Der Start in eine Insulin-Therapie bei Typ-2-Diabetes erfolgt oft mit einem lang wirksamen Insulin, das zu Blutzucker-senkenden Tabletten (oralen Antidiabetika, OADs) hinzugegeben wird. Diese Therapie nennt man auch basalunterstützte orale Therapie (BOT). Durch die zusätzliche Gabe des lang wirksamen Insulins sinken die morgendlichen Glukosewerte. Das Risiko für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) bleibt aber niedrig. Praktisch ist, dass die Insulin-Injektionen zeitlich unabhängig von Mahlzeiten erfolgen.
Kombiniert man ein lang wirksames Insulin mit einem ebenfalls zu spritzenden Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) und bei Bedarf mit oralen Antidiabetika, benötigt man meist weniger Insulin als ohne die anderen Medikamente. Eine mögliche Zunahme des Körpergewichts, die bei Beginn einer Insulin-Therapie häufiger zu beobachten ist, fällt meist geringer aus oder das Gewicht bleibt unverändert.
Die nächste Stufe einer Insulintherapie ist die konventionelle Insulin-Therapie (conventional therapy, CT). Hierbei wird ein Insulin mit einer festen Mischung aus einem lang und einem kurz wirksamen Insulin gespritzt, ein- oder zweimal täglich. Auch wenn es bei dieser Therapie möglich ist, die Insulindosis bei Bewegung oder Krankheit selbst anzupassen, ist die Flexibilität eher gering.
Ein ausführlicher Überblick über Insulin und seine Sorten von Prof. Dr. Thomas Forst:
➤ Insuline: Was können sie – worauf hoffen wir?
Flexibler mit der Therapie
Wer flexibler mit seiner Insulin-Therapie sein möchte, kann eine supplementäre Insulin-Therapie (SIT) beginnen. Dabei wird meist zu jeder Hauptmahlzeit ein kurz wirksames Insulin gespritzt. Die Dosis richtet sich nach den gemessenen Blutzuckerwerten oder kontinuierlich gemessenen Glukosewerten sowie nach der Menge der Kohlenhydrate, die gegessen und getrunken werden.
So sind Mahlzeiten zeitlich nicht festgelegt und auch die Mengen können problemlos variieren. Diese Art der Therapie eignet sich zum Beispiel, wenn jemand noch aktiv im Berufsleben steht und seinen Tagesablauf nicht gut planen kann. Auch ein „unruhiger“ Ruhestand lässt sich so bezüglich des Diabetes besser managen.
Die „höchste“ Form ist die intensivierte Insulin-Therapie (ICT). Prinzip ist, zwei Insuline zu spritzen. Das lang wirksame Insulin versorgt den Grundbedarf. Für die Mahlzeiten wird wie bei der SIT Glukose- und Kohlenhydrat-bezogen ein kurz wirksames Insulin gegeben, dessen Dosis für jede Mahlzeit selbst anhand von Kohlenhydrat-Faktoren und Korrektur-Faktoren bei erhöhten Glukosewerten zu berechnen ist.
Damit ist eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Essgewohnheiten möglich. Notwendig ist dabei das regelmäßige Kontrollieren der Glukosewerte. Vorteil und Nachteil: Die Mengen, die man isst, sind flexibel. So kann man weniger essen, wenn man keinen Appetit hat, aber auch mehr, als einem guttut.
Fazit
Eine Insulintherapie kann auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes notwendig werden. Dann sollte man den Start nicht hinauszögern. Sinnvoll ist, sich gemeinsam mit dem Diabetes-Team zu entscheiden, welche Insulin-Therapie am besten zur eigenen Lebenssituation passt. Vor dem Start ist eine entsprechende Schulung nötig und hilfreich.
Schwerpunkt: „Typ-2-Diabetes: Therapie mit Spritzen“
- „Psychologische Insulinresistenz“: Keine Angst vor Insulin!
- Spritzen bei Typ-2-Diabetes, aber kein Insulin: Therapie mit Darmhormonen
- Sorten und Therapie-Formen: Wenn bei Typ-2-Diabetes Insulin notwendig wird
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (1/2) Seite 16-17
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





