Reisen mit Diabetes – darauf ist zu achten

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Reisen mit Diabetes: Ein Paar in Liegestühlen genießt im Urlaub den Sonnenuntergang
Foto: Song_about_summer – stock.adobe.com
Reisen mit Diabetes – darauf ist zu achten

Ob in die weite Ferne oder zu nahgelegenen Zielen, ins In- oder Ausland, ans Meer oder in die Berge, in den Entspannungs- oder Aktivurlaub: Beim Reisen mit Diabetes sollten vor allem im Vorfeld einige Faktoren bedacht werden. Dann steht dem unbekümmerten Urlaubsgenuss aber nichts mehr im Wege.

Mit den Sommerferien beginnt nun die Hauptreisezeit und nach über zwei Jahren Einschränkungen im Alltag, die durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie entstanden sind, freuen sich viele Menschen, endlich wieder ohne zusätzliche Hürden in den Urlaub fahren zu können. Aus diesem Anlass hat die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe einige Tipps und Informationen zusammengetragen, die Menschen mit Diabetes bei der Planung und während der Reise selbst unterstützen können.

Reisen mit Diabetes: vorher mit dem Behandlungsteam sprechen

Denn dank moderner Therapie-Optionen ist eine Diabetes-Erkrankung mittlerweile kein Hindernis mehr für Reisen jeglicher Art. Professor Dr. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim, betont: „Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 können bei einer stabilen Stoffwechsellage grundsätzlich genauso verreisen wie jene ohne Stoffwechselerkrankung.“ Allerdings sollte man dabei unbedingt auf eine gute Vorbereitung achten. Dies gilt vor allem für Menschen, die nach der Diagnose zum ersten Mal eine Reise mit Diabetes antreten wollen. Ihnen wird empfohlen, vorab zunächst mit ihrem Behandlungsteam zu besprechen, was für den Urlaub bedacht, organisiert und geplant werden muss.

Dabei sollte man unter anderem klären, ob sich die geplante Reiseart und das Urlaubsziel überhaupt für die individuellen Bedürfnisse eignen, empfiehlt Professor Haak: „Wir raten, die Reiseart an die körperliche Leistungsfähigkeit und entsprechende Vorerfahrungen anzupassen.“ So stelle ein Aktivurlaub, bei dem eine neue Sportart erlernt werden soll, höhere Anforderungen an die körperliche Belastbarkeit als eine Entspannungsreise.

Eine gute Vorbereitung ist essentiell für Reisen mit Diabetes

Weitere wichtige Fragen, die vor einer Reise mit Diabetes geklärt werden müssen, sind:

  • Wie groß sollte der Vorrat an Medikamenten und Hilfsmitteln sein, die ich für meine Diabetes-Therapie benötige?
  • Wie bringe ich den benötigten Therapievorrat im Reisegepäck unter?
  • Was muss ich beim Transport von Diabetes-Medikamenten bei der Anreise, aber auch bei der Lagerung vor Ort beachten?
  • Bekomme ich in einer Notfallsituation im Ausland die gleiche Behandlung wie in Deutschland?

„Menschen mit Diabetes nehmen idealerweise die zwei- bis dreifache Menge des voraussichtlichen Therapiebedarfs mit“, rät Professor Haak. Damit die Medikamente sicher am Reiseziel ankommen, sollte man sie in einer Kühltasche transportieren und auch in der Unterkunft kühl lagern. Bei Flugreisen muss zudem eine Bescheinigung zum Mitführen von Insulin und Diabetes-Hilfsmitteln ins Handgepäck. Für den Notfall empfiehlt es sich, stets einen internationalen Diabetes-Pass oder ein Dokument in der Landessprache des Urlaubslandes bei sich zu tragen, das über die bestehende Diabetes-Erkrankung Auskunft gibt.

Art und Ziel der Reise können den Stoffwechsel beeinflussen

Darüber hinaus können klimatische Veränderungen und Wechsel der Zeitzonen den Stoffwechsel und damit die Diabetes-Therapie stark beeinflussen: Während einer Kreuzfahrt mit Aufenthalten in tropischen Ländern kann sich die Glukosetoleranz verschlechtern: Nach den Mahlzeiten kann es daher zu einem stärkeren Glukoseanstieg als gewohnt kommen. In extremer Kälte oder Höhe hingegen entgleist der Stoffwechsel schneller als zu Hause.

Weitere Informationen, Tipps und Ratschläge fürs Reisen mit Diabetes findest du hier.

„Zudem verursachen Flug, Zeitverschiebung und eine neue Umgebung bei vielen Menschen Stress, der den Glukosespiegel ansteigen lassen kann“, betont Professor Haak. Darauf müssen Menschen mit Diabetes zeitnah reagieren, indem sie beispielsweise mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen oder die Insulin- bzw. Tablettenmenge erhöhen. „Hingegen kann sich bei intensiven Sportarten wie Bergsteigen oder Wassersport die übliche Insulindosis deutlich verringern“, erklärt der Diabetologe. Um extreme Glukoseschwankungen zu vermeiden, empfiehlt Haak, die Glukosewerte während der Reise häufiger zu überprüfen als zu Hause.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?