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Tag der Organspende am 4. Juni 2022 setzt Zeichen
5 Minuten

Zeichen können ganz groß sein, auffällig oder bunt. Manche Zeichen sind aber auch klein, leise und jeder kann sie für sich alleine setzen, wie zum Beispiel auf einem Organspendeausweis. Gemeinsam ist allen Zeichen der Wunsch, dass sie etwas bewirken – vielleicht sogar das Leben eines Menschen verändern. Die Organisatoren des Tags der Organspende am 4. Juni 2022 wollen in diesem Sinne viele verschiedene Zeichen setzen, hinter denen ein großes Ziel steht: Menschen überall in Deutschland dazu zu motivieren, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen.
Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie findet am ersten Samstag im Juni wieder eine Vor-Ort-Veranstaltung in der diesjährigen Partnerstadt Mainz statt. Dies gibt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in einer Pressemitteilung bekannt. Oberbürgermeister Michael Ebling hat die Schirmherrschaft für die Aktionen in Mainz übernommen:
„Das Thema Organspende ist wahrlich kein leichtes, zugleich aber gesellschaftlich hochrelevant. Am Tag der Organspende erinnern wir an die Wichtigkeit des Themas und an die Menschen, die durch ihre Organspende Menschenleben gerettet haben. Auf dem Gutenbergplatz und in der gesamten Innenstadt begegnen uns am 4. Juni Informationen und Aktionen rund um die lebenswichtige Organspende. Als Schirmherr für den diesjährigen Tag der Organspende freue ich mich auf den Austausch und die verschiedenen thematischen Impulse.“
Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.
RICHTIG: Eine Organspende ist ein großartiges Geschenk – eine Chance auf ein neues Leben. Dafür möchten die Organempfänger DANKE sagen: Den Menschen, die mit einer Organspende geholfen haben. Den Menschen, die sich zu Lebzeiten für eine Organspende entschieden haben. Und allen Menschen, die sich Gedanken machen über das Thema Organspende.
WICHTIG: Jeder von uns sollte eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung treffen und diese auch dokumentieren. Zum Beispiel in einem Organspendeausweis und einer Patientenverfügung. Das ist wichtig, um Leben retten zu können und seinen Angehörigen im Fall des Falles die Bürde der Entscheidung abzunehmen.
LEBENSWICHTIG: Noch immer stehen viele tausend Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan. Die meisten von ihnen warten bereits seit Jahren – und zu viele warten vergeblich. Noch immer sterben täglich Patienten, denen mit einer Transplantation hätte geholfen werden können.
Organempfängerinnen und Organempfänger, Angehörige von Spendern, Menschen, die auf ein Organ warten sowie Institutionen und Vereine rufen das Thema Organspende überall in der Mainzer Innenstadt ins Gedächtnis. Sie erzählen ihre ganz persönliche Geschichte und beantworten Fragen rund um die Themen Organspende, Transplantation und die aktuelle Situation in Deutschland. Der gemeinsame Appell aller beteiligten Partner: Organspende ist wichtig und kann Leben retten. Die Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten dürfen trotz politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen wie zum Beispiel der Coronavirus-Pandemie nicht in Vergessenheit geraten, so die DSO.
„Soll ich nach meinem Tod wirklich Organe spenden?“
In diesem Jahr findet der Tag der Organspende zum 40. Mal statt. Und obwohl sich die Transplantationsmedizin seit 1983 kontinuierlich weiterentwickelte und sich damit die Chancen für eine erfolgreiche Organübertragung verbessert haben, gibt es immer noch Vorurteile gegenüber einer Organspende in der Bevölkerung, erklärt die DSO.
Am Tag der Organspende soll daher informiert und aufgeklärt werden, damit alle Bürgerinnen und Bürger sich mit dem Thema auseinandersetzen und eine selbstbestimmte und ganz persönliche Entscheidung zur Organspende treffen können. Denn eine solche Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren ist wichtig: Zum einen wird so sichergestellt, dass der eigene Wunsch bezüglich einer Organspende befolgt wird. Zum anderen entlastet dies im Ernstfall die Angehörigen.
Die häufigsten Fragen und Vorbehalte zum Thema Organspende hat die DSO zusammengetragen:
Ich bin mir nicht sicher, ob alles für mich getan wird, wenn ich lebensbedrohlich erkranke und einen Organspendeausweis habe?
Diese Sorge ist völlig unbegründet. Das Ziel aller medizinischen Maßnahmen im Falle eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung ist es, das Leben des Patienten zu retten. Notärzte, Rettungsteams und Intensivmediziner, die sich um das Leben des Patienten bemühen, haben nichts mit der Organentnahme und Transplantation zu tun. Manchmal kann die Patientin oder der Patient trotz aller Bemühungen nicht mehr gerettet werden, Krankheit oder Unfallfolgen sind zu weit fortgeschritten. Mitunter tritt der Tod dabei durch den unumkehrbaren Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms ein, auch Hirntod genannt. Kreislauf und Atmung können nur noch künstlich durch Beatmung und Medikamente aufrechterhalten werden. Nur bei dieser kleinen Gruppe von Verstorbenen stellt sich die Frage einer Organspende.
Bin ich automatisch Organspender, wenn ich auf der Intensivstation liege?
Nein. Für eine postmortale Organspende müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Einerseits muss der irreversible Hirnfunktionsausfall („Hirntod“) zweifelsfrei nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt worden sein. Dazu führen zwei entsprechend qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte unabhängig voneinander mehrere Untersuchungen durch. Diese Ärzte dürfen weder an der Entnahme oder an der Übertragung der Organe des Organspenders beteiligt sein, noch der Weisung eines beteiligten Arztes unterstehen.
Andererseits muss eine Einwilligung zur Organspende vorliegen. Dies kann eine schriftliche Einverständniserklärung des Spenders (z. B. Organspendeausweis oder Patientenverfügung) sein oder sie kann durch eine Person erfolgen, der die Entscheidung übertragen wurde. Andernfalls werden die Angehörigen um eine Entscheidung nach dem mündlichen oder dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebeten.
Bereits mit 60 Jahren bin ich bestimmt schon zu alt, um Organe zu spenden?
Es gibt keine Altersbegrenzung für eine Organspende. Was zählt, ist die jeweilige Funktionsfähigkeit der Organe. Diese hängt nur bedingt vom jeweiligen Lebensalter ab.
Ob ein Organ transplantiert werden kann, entscheiden medizinische Voruntersuchungen und der Arzt zum Zeitpunkt der Entnahme. Die bisher älteste Organspenderin Deutschlands war 98 Jahre alt und ihre Leber konnte erfolgreich transplantiert werden.
Komme ich überhaupt als Organspender in Frage, wenn ich eine chronische Erkrankung habe?
Eine Organentnahme wird in der Regel nur dann ausgeschlossen, wenn beim Verstorbenen eine akute maligne Tumorerkrankung oder ein positiver HIV-Befund vorliegen. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte nach den vorliegenden Befunden, ob Organe für eine Entnahme in Frage kommen. So kann es beispielsweise sein, dass ein Mensch mit Typ-1-Diabetes zwar seine Bauchspeicheldrüse nicht spenden kann, aber möglicherweise andere Organe.
Die COVID-19-Pandemie ist noch nicht vorbei. Da kann es doch passieren, dass mit den gespendeten Organen SARS-CoV-2 weitergegeben wird?
Die ausgiebigen medizinischen Untersuchungen im Vorfeld einer Organspende umfassen auch den Test auf SARS-CoV-2. Fällt dieser positiv aus, wird die Transplantation einer Lunge nach wie vor kritisch gesehen und aktuell nicht empfohlen. Bei allen anderen Organen ist laut den neuesten Empfehlungen von Experten in einem Papier der Bundesärztekammer bei sorgfältiger Spender- und Empfängerauswahl eine Transplantation durchführbar, wobei in jedem Fall eine individuelle Nutzen- und Risikoabwägung durch die Transplantationszentren vorausgehen muss und der Empfänger darüber aufzuklären ist.
Lohnt sich eine Transplantation überhaupt für die Empfänger?
Eine Organtransplantation kommt immer dann für einen Menschen in Frage, wenn ein lebensnotwendiges Organ seine Funktion im Körper nicht mehr aufrechterhalten kann und es dafür auch keine andere Therapiemöglichkeit mehr gibt. So ist für Patienten, deren Leber, Lunge oder Herz endgültig versagt, eine Transplantation derzeit die einzige Behandlungsmöglichkeit. Rund 9.000 schwer kranke Menschen stehen derzeit in Deutschland auf der Warteliste für ein Organ.
Zwar birgt jede Transplantation neben dem Risiko einer Abstoßungsreaktion auch Risiken im Hinblick auf die Übertragung von Erkrankungen. Doch für die Patienten auf den Wartelisten geht es um das Überleben und die Chance, wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen. Grundsätzlich gelten für die Organspende und die Transplantation hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards, damit die Risiken für die Übertragung von Krankheiten möglichst ausgeschlossen werden.
Kann die Familie nach der Organspende noch einmal in Ruhe Abschied nehmen?
Während und nach der Organentnahme ist der pietätvolle und respektvolle Umgang mit dem Verstorbenen selbstverständlich. Da eine Organspende unter den gleichen Bedingungen wie jede andere Operation erfolgt, verschließen die Chirurgen im Anschluss auch die Operationswunden sorgfältig und übergeben den Spender in würdigem Zustand. Er wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet, sodass die Angehörigen sich nach der Organentnahme in gewünschter Weise von dem Verstorbenen verabschieden können.
Doch nicht nur Betroffene setzen Zeichen – an diesem Tag steht ganz Mainz unter dem Banner der Organspende. Als Auftakt findet in der Kirche St. Quintin ein ökumenischer Gottesdienst zum Dank an die Organspenderinnen und Organspender statt. Mainzer Geschäfte und Cafés können sich mit Aktionsideen beteiligen, Lastenfahrräder mit Mitmach-Aktionen bahnen sich ihren Weg durch die Innenstadt, eine Wanderausstellung wird präsentiert und Themenzelte auf dem Gutenbergplatz bieten vielfältige Informationen.
Kurzum: Verschiedenste Aktivitäten an unterschiedlichen Orten setzen eine Vielzahl an Impulsen, mehr über Organspende zu erfahren und eine Entscheidung zu treffen. In der Nacht wird dann die Mainzer Innenstadt selbst zum Zeichen für Organspende. Gebäude werden angeleuchtet und geben mit Botschaften und Bildern einen abschließenden Anstoß für die Bürgerinnen und Bürger, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen.
Weitere Informationen zum Tag der Organspende
Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.
mit Materialien der Deutschen Stiftung Organtransplantation
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 5 Tagen, 11 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
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Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



