Diabetes und Sport – eine gute Kombination

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Diabetes und Sport – eine gute Kombination

Lisa hat immer gerne Sport gemacht, doch seit ihrer Diabetes-Diagnose ist das nicht mehr so einfach. Gerade hat sie losgelegt, da sinken ihre Zuckerwerte und sie muss eine Essenspause einlegen. Was kann sie tun, um mit Spaß und ohne Stress sportlich aktiv zu bleiben?

Eine neue Studie des „Type 1 Diabetes Exercise Initiative“ (T1DEXI) Teams hat untersucht, wie sich unterschiedliche Trainingsarten auf den Glukoseverlauf auswirken. Daraus lassen sich praktische Tipps ableiten: Bei leichtem aerobem Training, wie beispielsweise einem Spaziergang, sinkt der Zuckerwert am stärksten (um durchschnittlich 18mg/dl bzw. 1,0 mmol/l), bei Intervalltrainingseinheiten etwas weniger (um durchschnittlich 14 mg/dl bzw. 0,8 mmol/l) und bei einer Einheit Krafttraining am wenigsten (um durchschnittlich 9 mg/dl bzw. 0,5 mmol/l). Außerdem hat Sport einen positiven Einfluss auf die Zeit im Zielbereich. In den 24 Stunden nach einer Trainingseinheit war die Time in Range im Schnitt etwa 7 Prozent höher als an Tagen ohne Training.

Fast 500 Teilnehmende!

Um das herauszufinden, haben die Forschenden insgesamt fast 500 Menschen mit Typ-1-Diabetes in ihre Studie eingebunden, die in einem Zeitraum von vier Wochen insgesamt sechs strukturierte Trainingsprogramm nach einer Videoanleitung gemacht haben. Es gab drei Arten von Trainingseinheiten von jeweils 30 Minuten inklusive Aufwärm- und Dehnungsphase: leichtes aerobes Training, Intervalltraining und Krafttraining. Je ein Drittel der Teilnehmenden machte aerobe Einheiten, ein Drittel Intervalltraining und ein Drittel Krafttraining. Die Teilnehmenden teilten Informationen über ihre Sporteinheiten (auch außerhalb des Programms) sowie ihre Puls-, Glukosesensor- und Insulindaten und führten ein Ernährungstagebuch.

Praktische Tipps für Sport ohne Stress

Bewegung tut gut, körperlich wie seelisch, Menschen mit und ohne Diabetes. Für Menschen, die Insulin spritzen müssen, geht körperliche Aktivität allerdings immer auch mit Herausforderungen im Glukosemanagement einher. Aus der aktuellen T1DEXI Veröffentlichung lassen sich drei praktische Tipps ableiten:

– Möglichst mit wenig aktivem Insulin in den Sport starten – fürs Glukosemanagement ist es einfacher, vor als nach dem Essen zu trainieren.
– In Zeiten erhöhter Insulinempfindlichkeit bietet sich Krafttraining an, wenn das Insulin gerade so gar nicht wirken will, kann Ausdauertraining wie ein Zaubermittel wirken.
– Insbesondere in den 24 Stunden nach dem Training gut auf den Zucker achten und vorsichtiger bei der Insulindosierung sein – der Muskelauffülleffekt kann auch im Nachgang noch zu Unterzuckerungen führen.

Die gesamte Studie inklusive eines sogenannten „Graphical Abstracts“, also eines Posters, das die zentralen Ergebnisse zusammenfasst, ist online hier verfügbar.


Redaktion

Autorin:
Dr. Mirjam Eiswirth
Redaktion diabetes-online
Verlag Kirchheim & Co GmbH
Wilhelm-Theodor-Römheld-Str. 14, 55130 Mainz
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  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche

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    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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