Inaktivität kann gefährlicher als Übergewicht sein

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Inaktivität kann gefährlicher als Übergewicht sein

Wer zu viel Körpergewicht auf die Waage bringt, erhöht damit sein Sterberisiko. Doch körperliche Inaktivität scheint doppelt so schädlich für die Gesundheit zu sein – unabhängig vom Körpergewicht.

Übergewichtig gleich ungesund, normalgewichtig gleich gesund – diese vermeintlich einfache Rechnung bekommt immer mehr Gegenwind aus der Wissenschaft. Denn mehrere aktuelle Studie konnten bereits aufzeigen, dass übergewichtige Menschen mit einem aktiven Lebensstil gesünder und länger leben können als schlanke Couchpotatoes.

Und auch in einer jüngst im Fachmagazin American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichten Analyse der Gesundheitsdaten von 334.000 Personen über einen Zeitraum von 12 Jahren kommen Forscher der Universität Cambridge zu dem Ergebnis, dass mangelnde Bewegung das Sterberisiko zweimal mehr erhöht als bloßes Übergewicht.

Übergewicht erhöht Sterberisiko, Inaktivität noch mehr

Nichtsdestotrotz bleibt ein zu hohes Körpergewicht ein gesundheitlicher Risikofaktor, wie auch diese Untersuchung zeigt: Von den 9,2 Millionen Sterbefällen pro Jahr in Europa sind demnach etwa 370.000 auf starkes Übergewicht zurückzuführen, berechneten die britischen Forscher. Die Zahl der Menschen, deren Tod durch einen Mangel an körperlicher Inaktivität bedingt wird, liegt jedoch doppelt so hoch.

Umgerechnet bedeutet dies: Wer sein Körpergewicht im Normalbereich hält, reduziert dadurch sein Sterblichkeitsrisiko um 3,66 Prozent. Wer allerdings ein bestimmtes Maß an körperlicher Bewgung in seinen Alltag integriert, der reduziert dieses Risiko um 7,35 Prozent – und zwar unabhängig vom Körpergewicht. Die Studienautoren konnten zudem aufzeigen, dass bereits 20 Minuten flottes Gehen pro Tag das Risiko für ein vorzeitiges Ableben durch Krankheiten reduziert.

Bereits etwas mehr Bewegung fördert die Gesundheit

“Letztlich ist es eine simple Botschaft: Bereits eine kleine Steigerung der körperlichen Aktivität am Tag können die Gesundheit wesentlich fördern”, kommentiert der Studienleiter Prof. Ulf Ekelund von der Universität Cambridge die Ergebnisse. Und Barbara Dinsdale von Heart Research UK fügt hinzu: “Diese Studienergebnisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig körperliche Aktivität ist – gerade, wenn man übermäßiges Körpergewicht mit sich trägt.”


von Gregor Hess | Redaktion Diabetes-Journal
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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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