Mehr Bewegung im Alltag – zwischen Vision und Wirklichkeit

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Mehr Bewegung im Alltag – zwischen Vision und Wirklichkeit

Vor ein paar Wochen machte die Techniker Krankenkasse mit ihrer Studie „Beweg dich, Deutschland“   Schlagzeilen. Demnach ist fast jeder zweite Deutsche nach eigener Einschätzung ein „Sportmuffel“. Im Alltag der meisten gibt es nur kurze Aktivphasen von 30 bis 60 Minuten am Tag, dafür sitzen sie im Schnitt 6,5 Stunden pro Tag – jeder Fünfte hockt täglich sogar neun Stunden und mehr auf dem Stuhl oder Sessel. Dabei ist stundenlanges Sitzen pures Gift für den Körper und lässt sich nicht einmal durch täglichen Sport kompensieren – zumindest wenn man dem kanadischen Herzspezialisten David Alter Glauben schenken mag, der Anfang 2015 durch eine Titelgeschichte in der Wochenzeitschrift „Stern“ für Aufsehen sorgte (der Artikel selbst ist leider nicht im Online-Archiv verfügbar).

Wie viele Schritte mache ich eigentlich an einem normalen Arbeitstag?

Ich wähnte mich trotz all dieser Hiobsbotschaften lange Zeit auf der sicheren Seite. Schließlich treibe ich beinahe täglich Sport und bin mit Laufen, Schwimmen, Radfahren (zur Vorbereitung auf den nächsten Triathlon), Tanzen (Standard/Latein) und Bauchtanz viel in Bewegung – nicht zuletzt, weil ich genau weiß, wie positiv sich Sport auf meinen Blutzucker auswirkt. Die Stunde der Wahrheit kam, als ich zu meinem Geburtstag dieses Jahr ein Fitbit-Armband  geschenkt bekam. Seither wacht ein kleiner Sensor über die Zahl meiner Schritte und der aktiven Stunden im Alltag. Im Allgemeinen werden 10.000 Schritte pro Tag empfohlen. Die meisten Leute können sich unter dieser Zahl aber herzlich wenig vorstellen. Ich hatte auch nur eine vage Vorstellung davon, wie viele Schritte ich im Alltag gehe.

Beim Arbeiten im Heimbüro fallen nur sehr wenige Schritte an

Leider musste ich feststellen, dass ich an einem ganz gewöhnlichen Bürotag – wenn ich einmal keine Zeit für Sport finde – nur auf etwa 3.000 Schritte pro Tag komme. Ich arbeite im Heimbüro zu Hause, insofern lege ich keinerlei Arbeitsweg zurück. Kein Gang zur Bushalte- oder U-Bahn-Haltestelle, nicht mal zum Auto. Kein Herumwandern in langen Bürofluren, zur Kantine, zum Imbiss in der Mittagspause. Nur vom Schlafzimmer in mein Arbeitszimmer (30 Schritte eine Strecke), von dort aus rüber in die Küche zum Teekochen (10 Schritte) oder zum Klo (8 Schritte). Selbst an Tagen, an denen ich etliche Ladungen Wäsche vom Schlafzimmer im Obergeschoss runter in den Keller (50 Schritte eine Strecke) bringe und entsprechend saubere und trockene Wäsche wieder nach oben tragen muss, werden es kaum mehr als 3.500 Schritte. Das war eine Erkenntnis, die mich nachdenklich machte. Ich brauche also mehr Bewegung im Alltag.

Fitbit

So sieht ein typischer, eher inaktiver Bürotag bei mir aus – eindeutig zu wenige Schritte!

 

Beim Telefonieren gehe ich nun im Zimmer auf und ab

Ich begann also, ganz bewusst mehr Strecken zu Fuß zurückzulegen. Ließ das Fahrrad in der Garage, wenn ich mal fix in die Stadt zur Drogerie oder zur Post wollte. Auf dem Fahrrad bin ich zwar auch in Bewegung, doch zu Fuß dauert es eben länger – und ebenso viel länger bin ich dann auch aktiv. Was ebenfalls motiviert, sind die Wettkämpfe, an denen man innerhalb der Fitbit-Community teilnehmen kann. Man kann im „5-Tage-Test“ (wer macht von Montag bis Freitag die meisten Schritte?) oder im Wettkampf „Wochenend-Sieger“ (wer macht am Sonnabend und Sonntag die meisten Schritte?) gegeneinander antreten – was mich tatsächlich schon das eine oder andere Mal anspornte, trotz dumpfer Unlust die Laufschuhe anzuziehen oder einfach noch ein paar Schritte um den Block zu spazieren, um wenigstens das Mindestmaß zu erreichen. Ebenso habe ich mir angewöhnt, ins Badezimmer im Obergeschoss zu gehen, wenn ich im Laufe des Arbeitstages auf die Toilette muss. Außerdem stehe ich inzwischen beinahe reflexartig auf, wenn das Telefon klingelt – bei den meisten Telefonaten kann man nämlich prima im Raum auf- und abgehen und seinem Körper eine kleine Pause vom vielen Sitzen gönnen. Doch trotz aller Anstrengung gelingt es mir de facto nur, täglich 10.000 Schritte zu gehen, wenn ich aus meinem normalen Alltagstrott ausbreche: durch Sport oder durch längere Wegstrecken beim Spazieren, beim Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel oder beim Bummeln.

 

Rolltreppe? Von überall gut zu sehen. Treppenhaus? Versteckt an der Seite

Seit ich meine Alltagsschritte im Blick habe, achte ich auch verstärkt darauf, wie bewegungs(un)freundlich meine Umgebung ist. Mir fällt auf, dass in öffentlichen Gebäuden die Rolltreppe oder der Fahrstuhl meist auf den ersten Blick ins Auge fallen, während man das Treppenhaus häufig suchen muss. Im Berliner Kongresszentrum „City Cube“, wo alljährlich der Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) stattfindet, ist zum Beispiel das Treppenhaus nur durch ein sehr minimalistisches und unscheinbares Bildchen auf der Tür gekennzeichnet. Die Tür selbst fügt sich flach in die schwarze Wandverkleidung ein, sodass man erst auf den zweiten Blick erkennen kann, dass sie überhaupt vorhanden ist. Und wenn man einmal verstanden hat, dass dort hinter einer beinahe unsichtbaren Tür ein Treppenhaus ist, dann beschleicht einen das mulmige Gefühl, dass dieses Treppenhaus ganz sicher nur für eingeweihtes Personal, nicht aber für unbefugte Besucher wie mich gedacht ist.

Rolltreppe

Neulich beim DDG-Kongress: Die Rolltreppe ist immer ganz fix zu finden…

 

 Treppe

…das Treppenhaus hingegen versteckt sich unscheinbar hinter der Wandverkleidung.

 

Service-Station für Läufer mit Wasser und Faltplan mit erprobten Laufstrecken

Liebe Stadtplaner, Bauingenieure und Innenarchitekten: Es sind Details wie diese, die Menschen im Alltag in diesem Sekundenbruchteil der Entscheidungsfindung davon abhalten, die Treppe zu nutzen und sich selbst zu bewegen, statt sich mit der Rolltreppe passiv ins nächsthöhere Geschoss fahren zu lassen. Positiv ist mir im Gegensatz dazu bei meinem letzten Berlinbesuch das Crowne Plaza Hotel aufgefallen. Auch hier muss man zwar zuerst am Fahrstuhl vorbeigehen, um zur Treppe zu gelangen. Doch dazwischen findet man eine Service-Station für Läufer: kleine Faltpläne mit drei erprobten Laufstrecken in der näheren Umgebung sowie Wassergläser und Krüge mit Zitronen-Minz-Wasser für den Durst nach dem Joggen. Sehr schön, bitte mehr davon!

 

Run

Vorbildlich: Läuferbar im Hotel Crowne Plaza in Berlin.

 

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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