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Kinderwunsch mit Diabetes – ist das wirklich “Wahnsinn”?
3 Minuten

Ein Kind zu bekommen, bedeutet immer, eine riesengroße Verantwortung zu übernehmen. Ein Kind zu bekommen, bedeutet, für den Rest des Lebens für jemand anderen Sorge zu tragen und sich nach bestem Wissen und Gewissen um diese andere Person, sein eigen Fleisch und Blut, zu kümmern.
Nun sind wir beide Typ-1-Diabetiker. Das birgt ein gewisses Risiko für unser eigenes Leben. Werden wir an Spätfolgen erkranken? Werden wir früher als andere auf fremde Hilfe angewiesen sein? Werden wir gar früher sterben? Solche Gedanken sind selten. Und doch stellen wir uns ab und an diese Fragen.
Sind wir wahnsinnig? Dürfen wir uns den Kinderwunsch erlauben?
Letztens wurden wir gefragt, ob wir denn „wahnsinnig“ seien, ein Kind in die Welt setzen zu wollen. Schließlich wäre das Risiko, dass es selbst an Diabetes erkrankt, deutlich höher als bei gesunden Eltern. Und wer wisse, ob wir aufgrund des Diabetes überhaupt in der Lage sein würden, uns immer um unser Kind kümmern zu können?

Für uns stand es nie zur Debatte, ob wir es uns „erlauben“ dürften, einen Kinderwunsch zu haben und unser Familienglück wahr zu machen. Und doch regen solche Worte zum Nachdenken an.
Ich selbst hatte nie Probleme mit meiner Erkrankung. Ich habe sie angenommen und lebe nun so gut es eben geht damit. Bei Janis sah das zumindest in seiner Jugend anders aus. Es ging ihm nicht gut mit dem Diabetes, und es wäre fast schlecht für ihn ausgegangen.
Würde unser Kind uns hassen?
Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind von Diabetikern selbst an Diabetes erkrankt, bei etwa 25 Prozent. Was also würde es mit unserem Kind machen, wenn es Diabetes bekommt? Würde es uns dafür hassen, dass wir ihm diese Krankheit weitergegeben haben? Würden wir mit der Verantwortung zurechtkommen, für die Krankheit dieses kleinen Wesens zu sorgen? Es ist schließlich etwas anderes, wenn man seine eigenen Blutzuckerwerte versaut, wenn man mit Hypoglykämien zu kämpfen hat oder die Werte stundenlang einfach nicht sinken wollen. Doch das eigene Kind unter den Folgen einer Krankheit leiden zu sehen, die man ihm mit großer Wahrscheinlichkeit selbst vererbt hat und dafür verantwortlich zu sein – das stellen wir uns extrem schwierig vor.
Die Angst bleibt – auch wenn wir Unterstützung haben
Andererseits ist es für Kinder, die mit der Erkrankung aufwachsen und tagtäglich sehen, dass man als Elternteil ganz selbstverständlich damit lebt, vielleicht gar nichts „Unnormales“, wenn es selbst an Diabetes erkrankt. Und dennoch – die Angst davor, sein eigenes Kind mit all den Dingen, die der Diabetes mit sich bringt, konfrontiert zu sehen, bleibt.
Dass wir selbst einmal nicht in der Lage sein sollten, uns um unser Kind zu kümmern, weil eine schwere Hypoglykämie, eine Ketoazidose oder sonst etwas Unvorhergesehenes passiert, sehen wir nicht als „Grund“, uns gegen ein Kind zu entscheiden. Bisher ist es uns noch nie passiert, dass wir gleichzeitig in einer besorgniserregenden Situation steckten. Und selbst wenn es einmal so kommen sollte, so hätten wir eine großartige Familie hinter uns stehen, die jederzeit einspringen würde.

Wir wollen Kinder – und werden uns bewusst entscheiden
Insgesamt ist für uns klar, dass wir Kinder bekommen wollen – der Kinderwunsch ist da. Und dass wir irgendwie damit zurechtkommen müssen und werden, wenn es dazu kommen sollte, dass eines unserer Kinder unsere Krankheit erbt. Mit Diabetes zu leben, ist schließlich kein Todesurteil, und wir leben in einer Zeit, in der alles dafür getan wird, ein möglichst normales Leben führen zu können. Es gibt Studien für Kinder von Eltern mit Typ-1-Diabetes; darin wird die Erkrankung erforscht und mittlerweile dafür (zumindest in einigen Fällen) gesorgt, dass der Ausbruch der Krankheit zumindest verzögert werden kann.
Wenn wir uns also bewusst für ein Kind entscheiden, entscheiden wir uns damit auch bewusst für die Möglichkeit, dass wir dem Kind möglicherweise eine Krankheit vererben, die wir uns selbst manchmal wegwünschen. Wir entscheiden uns aber auch für das Wunder des Lebens, für eine Familie und für das größte Glück der Welt.

Auch Antje hat sich schon mit der Frage beschäftigt, ob ihr Sohn vielleicht Diabetes bekommt – und hat sich sogar über Diabetes-Risikotests informiert.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße