- Eltern und Kind
Nachgefragt | Medizin: Eine Operation steht an – wer kümmert sich um den Diabetes?
2 Minuten
Der 12-jährige Matthias muss zur Gaumenmandel-Operation in die Klinik. Seine Eltern möchten daher wissen, was im Vorfeld eines Eingriffs hinsichtlich des Diabetes zu beachten gilt.
Die Frage
Unser Sohn Matthias (12 Jahre) hat seit einem Jahr Diabetes. Jetzt muss er operiert werden: Für die Entfernung seiner Gaumenmandeln ist ein einwöchiger stationärer Aufenthalt in einer HNO-Klinik geplant. Wir machen uns große Sorgen wegen seines Diabetes. Was müssen wir beachten? Muss er Insulin spritzen, obwohl er für die Narkose nüchtern bleiben muss? Wer kümmert sich während der Operation um den Diabetes? Wird die Wundheilung länger dauern? Muss er länger in der Klinik bleiben?
Zu seinem Diabetes können wir sagen, dass er mit einer intensivierten Insulintherapie gut zurechtkommt. Er treibt viel Sport und besucht die sechste Klasse einer Realschule. In der Regel spritzt er viermal am Tag Insulin: zu den Hauptmahlzeiten ein schnellwirkendes Analoginsulin zusammen mit NPH-Insulin als Tag-Basalinsulin und zur Nacht Insulin detemir als Nachtbasalinsulin.
So hat er mittlerweile gelernt, die Insulineinheiten seinem aktuellem Bedarf anzupassen. Natürlich helfen wir ihm noch dabei, er ist aber schon recht selbständig, sein HbA1c-Wert ist sehr gut: 6,9 %. Was sollen wir tun, was raten Sie uns?
Frau B.
Die Antwort von Dr. Wolfgang von Schütz
Nach guten Schulungen und beständigem intensiven Kontakt zum Diabetesteam gelingt es heute den meisten Jugendlichen mit Diabetes, ein fast normales Leben zu führen. Es gibt jedoch einige Situationen, auf die sich ein Junge wie Matthias besonders gründlich vorbereiten muss – eine anstehende Operation gehört dazu. Denn es kommt immer wieder vor, dass Kinder und Jugendliche mit Diabetes während einer Operation oder während einer Narkose kein Insulin oder viel zu wenig Insulin erhalten und der Stoffwechsel ungenügend überwacht wird.
Dabei ist seit langem bekannt, dass durch den außerordentlichen Stress während einer Operation oder einer Narkose und auch noch Tage danach der Insulinbedarf zum Teil drastisch ansteigt. Dieser Tatsache muss in der Klinik unbedingt Rechnung getragen werden!
Über einen intravenösen Zugang lässt sich das Insulin sehr leicht so präzise steuern, dass während der Narkose und danach die Werte nahezu normal sind. In der Regel übernehmen die Narkoseärzte im OP und die Ärzte auf der Station diese wichtige Aufgabe, meistens unterstützt durch eine Diabetesberaterin. Die Wundheilung wird bei Ihrem Jungen völlig normal sein, daher wird sich sein Klinikaufenthalt wegen seines Diabetes sicher nicht verlängern. Dies sind die wichtigsten Dinge, die Sie zunächst wissen müssen.
Um alle anstehenden Fragen um die Operation zu klären, sollten Sie sich rechtzeitig vor der stationären Aufnahme Ihres Kindes sowohl mit dem Diabetesteam als auch mit den HNO- und den Narkoseärzten zu einem ausführlichen Aufklärungsgespräch zusammensetzen. Hierbei sollten Sie durchaus Ihre Hilfe anbieten. Meistens werden Eltern und Kinder verantwortlich in die Diabetesbehandlung auf der Station mit einbezogen.
von von Dr. med. Wolfgang von Schütz
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2012; 5 (3) Seite 20
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ckmmueller postete ein Update vor 3 Tagen, 10 Stunden
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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anseaticids postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
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Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
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selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
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✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 2 Wochen
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